Fußball Übertragungsrechte für die Bundesliga: Streit um Werbeslogan "Alle Spiele – Alle Tore"

vom 28.06.2017, 14:54
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Werden Fußball-Fans in Zukunft alle Partien der 1. Liga bei einem Anbieter sehen können? Diese Frage sorgt aktuell für Unmut zwischen den beiden Pay-TV-Sendern Sky Deutschland und Eurosport sowie dessen Mutter-Konzern Discovery. Vordergründig geht es bei dem Streit um irreführende Werbung, im Hintergrund könnte aber PR-Kalkül am Werk sein.

"Alle Spiele – Alle Tore": Mit diesem Slogan wirbt der Pay-TV-Sender Sky Deutschland schon seit Längerem für seine Übertragungsrechte an der Fußball Bundesliga. Nun zweifelt der US-Konzern Discovery diese Aussage jedoch an und ging per einstweiliger Verfügung am Landgericht Köln gegen den Spruch vor. Laut Angaben des Unternehmens ist er irreführend. "Sky hat damit geworben, dass alle Spiele in der kommenden Saison ausschließlich auf den Sky-Plattformen verfügbar sein werden. Nach unserer Ansicht führen solche Aussagen Millionen von Sportfans in Deutschland in die Irre."

Hintergrund der Verfügung: Discovery TV-Sender Eurosport besitzt ab der kommenden Saison 2018/19 erstmalig Übertragungsrechte an der Bundesliga. Insgesamt 43 Spiele können Fans über den Kanal schauen – vor allem die Partien am Freitag und am Montag. Bei Sky laufen hingegen vornehmlich Spiele am Samstag und Sonntag. Von den Matches, die live bei Eurosport laufen, darf der Pay-TV-Sender nur Zusammenfassungen zeigen. Sky-Kunden können also weiterhin alle Spiele und alle Tore sehen – einige davon jedoch erst später.

Rechtsstreit oder PR-Kalkül?

Um die Verwirrung noch zu vergrößern: Kunden von Sky können das komplette Angebot von Eurosport noch bis Januar kostenfrei sehen. Wie es danach weitergeht, ist bisher noch unklar. Interessierten Fußball-Fans wird das bekannt vorkommen: Anfang des Jahres hatten sich Sky und Dicovery schon einmal öffentlich über die Rechte an der Eurosport-Übertragung gestritten. Aktuell herrsche Stillstand zwischen beiden Parteien, wie Sky auf Nachfragen von DWDL.de bekannt gab. Man sei jedoch "jederzeit zu weiteren Gesprächen bereit", wenn Discovery auf ein Angebot von Sommer 2016 eingehen würde.

Wie die DWDL.de weiter berichtet, handelt es sich bei der einstweiligen Verfügung weniger um einen Rechtsstreit als um einen PR-Poker: "So ist die einstweilige Verfügung erneut Teil eines PR-Pokers,mit dem Discovery versucht, durch Unmut unter den Abonnenten Druck bei Sky aufzubauen. Ob nun Sky aber die restlichen Bundesliga-Spiele zur Befriedigung seiner Abonnenten dringender braucht als Discovery eine Refinanzierung der teuren Bundesliga-Rechte, ist fraglich."

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Quellen: DWDL.de, Handelsblatt | Bildquelle kleines Bild: DFL | Autor: David Gillengerten
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