Test Das etwas günstigere Flaggschiff Huawei Mate 10 Pro im Test: Kamera-Granate und Akku-Wunder

vom 05.11.2017, 13:41
Huawei Mate 10 Pro im Test
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Huawei hat Mitte Oktober sein neues Flaggschiff Mate 10 Pro vorgestellt. Mit ihm nehmen die Chinesen die Spitzenmodelle Galaxy Note 8 und iPhone 8 Plus der Konkurrenten Samsung und Apple ins Visier. Mit rund 800 Euro ist Huaweis Oberklasse zwar etwas günstiger – doch kann sie mit den Rivalen mithalten? Der Test von inside-handy.de löst auf.

Huawei, weltweit Nummer drei der größten Smartphone-Hersteller, hat seine Antwort auf Samsungs Galaxy Note 8 und Apples iPhone 8 Plus vorgestellt und tauft das Kind Huawei Mate 10 Pro. Das "Pro" im Namen zeigt schon, dass es auch ein "normales" Mate 10 geben muss. Das gibt es auch, jedoch nicht hierzulande. Nach Europa kommt lediglich die "Pro"-Version.

Huawei Mate 10 Pro – Die technischen Daten

Wie es sich für das neue Flaggschiff von Huawei gehört, wird in ihm die neueste Prozessor-Generation aus eigenem Hause, der Kirin 970 verbaut. Zudem kommen ein fast randloses Display, eine Doppelkamera und eine beeindruckende Mobilfunk-Anbindung zum Zuge.

 Huawei Mate 10 Pro
 
Huawei Mate 10 Pro
Display 6 Zoll, 1.080 × 2.160 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 Oreo
Prozessor Huawei Kirin 970
Octa-Core
RAM 6 GB
interner Speicher 128 GB
MicroSD keine Erweiterung möglich
Kamera vorne / hinten 8 MP / 12 und 20 MP (Dual Kamera)
Fingerabdruckscanner ja
Akku 4.000 mAh
USB-Port USB Typ-C
IP-Zertifizierung IP67 (kurzweiliges Untertauchen)
Abmessungen (mm) 154 x 75 x 7,9
Farben Blau, Braun, Gold-Schwarz
Einführungspreis 799 Euro

Design und Verarbeitung

Das Äußere des Huawei Mate 10 Pro geht mit dem Trend: Ein 18:9-Display wird mit schmalen Rändern ober- und unterhalb des Panels kombiniert und zeigt sich auf einem ähnlichen Niveau wie jenes Display des Samsung Galaxy Note 8. Die Design-"Richtlinie" für das Jahr 2017 wurde schon im Frühjahr durch das Galaxy S8 und das Galaxy S8 Plus sowie das LG G6 festgesetzt und nun hat auch Huawei nachgezogen. Bei den beiden "normalen" Spitzenmodellen der Chinesen, dem P10 und dem P10 Plus, hat man noch auf das Design aus dem Vorjahr mit vergleichsweise breiten Rändern gebaut.

Nun ist allerdings auch Huawei im Jahr 2017 angekommen. Das Design des Mate 10 Pro kann dabei durchaus gefallen. Der Hersteller verzichtet bei dem Pro-Modell jedoch auf gekrümmte Display-Ränder und biegt stattdessen nur die Rückseite. Dort wird das Mate 10 Pro zum Rahmen hin schmaler. Der Rücken wird von den beiden einzeln eingelassenen Kameramodulen dominiert. Sie kommen in Kombination mit einem "Leica"-Schriftzug, einem Doppel-LED-Blitz und einer Sensoreneinheit zum Kunden. Unterhalb der Armada an einzelnen Bauteilen integriert Huawei den runden Fingerabdrucksensor, der in einem Rahmen etwas tiefer eingelassen ist. Huawei hinterlegt die Kamera-Ausstattung mit einem breiten Farbstreifen, von Huawei Signature Stripe genannt, der sich nur im Ton von der Farbe des Rückens absetzt. Der designerische Kniff ist gefällig, jedoch auch kein Highlight. Das verbaute Glas auf der Rückseite versucht ebenfalls, Akzente zu setzen und das gelingt vor allem an den Kurven in der Nähe der Rahmen: Hier reflektieren die Glaskrümmungen beim Bewegen das Licht und sorgen so für kleine, optische Aha-Erlebnisse.

Huawei Mate 10 Pro: Hands-On-Fotos

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    Hands-On-Bilder des Huawei Mate 10 Pro.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de
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    Hands-On-Bilder des Huawei Mate 10 Pro.
    Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de

Die Front gibt sich gegenüber dem Rücken unauffällig: An Display-Ränder im Miniformat hat man sich gewöhnt und so bleiben begeisterte Luftsprünge beim ersten Aktivieren des Bildschirms aus. Trotzdem hat Huawei seine Hausaufgaben auch hier gemacht. Der Rand unterhalb des Displays wird von einem "Huawei"-Schriftzug geprägt, der oberhalb des Panels von Näherungssensor, Kamera und Lautsprecher zum Telefonieren zu finden ist. Die Ränder an den Längsseiten sind praktisch nicht vorhanden und es stellt sich High-End-Feeling ein. Trotzdem hat das Rahmenlos-Konzept an Reiz verloren.

Hat man bei Huawei noch beim P10 und dem P10 Plus mit den Farbspezialisten von Pantone zusammengearbeitet, wurde beim Mate 10 Pro wieder etwas weniger Wert auf die Kolorierung der Handys gelegt. Trotzdem sind immerhin drei Farben in Deutschland erhältlich: Blau, Braun und das omnipräsente Grau-Schwarz. Die Version in Pink-Gold kommt nicht nach Deutschland.

Wenn das Huawei Mate 10 Pro das erste Mal in die Hand genommen wird, wundert sich der Besitzer erst einmal: Wie ein 6-Zoll-Smartphone fühlt sich das Mate 10 Pro auf keinen Fall an. Es wirkt geradezu zierlich, wenn man sich ins Bewusstsein ruft, welche Display-Größe hier in der Hand liegt. Trotzdem ist das Mate 10 Pro ein großes Handy und nicht für kleine Hände gedacht. Die Taster zum lauter und leiser stellen des akustischen Outputs und zum (de-)aktivieren des Displays lassen sich zumindest als Rechtshänder trotz des großen Formfaktors einfach erreichen und besitzen einen ordentlichen Druckpunkt. Mit durchschnittlich langen Fingern gelangt man auch komfortabel an den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Etwas schade ist, dass die beiden Kamera-Module recht weit aus dem Gehäuse herausragen und das Mate 10 Pro dadurch nie ruhig auf dem Rücken abgelegt werden kann ohne dass man sich fast schon automatisch Sorgen um die Glasflächen macht.

Die Verarbeitung des Aluminium-Glas-Gehäuses kann im ersten Eindruck in allen Bereichen überzeugen. Störende Kanten oder Spaltmaße findet man fast nirgends am Mate 10 Pro. Dort wo doch Spaltmaße auftauchen, sind sie kaum wahrnehmbar und Ausfräsungen sowie Bohrungen fallen ebenso wenig negativ auf. Alle Öffnungen sind fein entgratet und auch die Materialien an sich fühlen sich gut an. Eine Ausnahme: Die Kameraeinfassungen sind recht scharfkantig. Das hätte Huawei auch deutlich schöner lösen können.

Das Huawei Mate 10 Pro ist solide designt, toll verarbeitet und spricht mit dem rundlichen Glasrücken eine große Kundschaft an. Der Wow-Effekt durch das Display bleibt jedoch aus, auch wenn sich das gesamte Smartphone stylisch und auf der Höhe der Zeit gibt.

Einzelwertung: 4,5 von 5 Sternen

Display

Mit 18:9-Format, 6 Zoll Größe, HDR-Fähigkeit und einer Auflösung von 1.080 x 2.160 Pixeln wirkt das Display auf den ersten Blick sicher in der Oberklasse verortet. Stutzig macht jedoch die Auflösung bei genauerem Hinsehen: Sie liegt auf Full-HD-Niveau und spielt somit alles andere als in der Oberklasse mit. Die Pixeldichte liegt bei gut 400 ppi und somit weit im Bereich, in dem für das menschliche Auge bei normaler Nutzung kein Pixel mehr zu sehen ist. Krümmungen an den Rändern spart sich Huawei und baut lieber auf 2,5D-Glas.

Technisch basiert das Display auf einem OLED-Panel. Farben werden dadurch recht intensiv aber noch nicht unnatürlich dargestellt. Die Kontraste sind gut, ebenso wie Weiß- und Schwarzwerte. Zudem sind die Blickwinkel so stabil, dass auch bei extrem schräger Draufsicht alles gut erkennbar ist, ohne dass Inhalte dunkler oder verschwommener dargestellt werden. Die automatische Helligkeitsregelung funktioniert stufenlos, auch wenn sie hin und wieder etwas Zeit benötigt, um die Displayhelligkeit dem Umgebungslicht anzupassen. Die maximale Helligkeit ist so gut, dass sich Texte auch direkter Sonneneinstrahlung gut lesen lassen. Im umgekehrten Fall lässt sich die Helligkeit extrem abdunkeln. So stören alle, die im Kino keine anderthalb Stunden auf ihr Handy verzichten können, ihre Mitgucker nicht beim Filmsehen.



Quelle: Huawei | Bildquelle kleines Bild: Blasius Kawalkowski / inside-handy.de | Autor: Blasius Kawalkowski
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Themen dieser News: Testcenter, Huawei, Oberklasse-Smartphones, Phablets, Smartphones

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