P20, P20 Pro und P20 lite: Huaweis neue Heilsbringer

9 Minuten
Huawei P20 und P20 Pro
Bildquelle: inside-handy.de / Michael Büttner
Huawei hat seine neue P20-Reihe offiziell vorgestellt. Mit dem P20, P20 Pro und P20 lite gehen die Chinesen in die Offensive und beackern den Smartphone-Markt von der Mittelklasse aufwärts. Dabei trumpft Huawei – ähnlich wie Samsung beim Galaxy S9 – im Kamerabereich mit einer Weltneuheit auf.

Im vergangenen Jahr hat Huawei weltweit 153 Millionen Smartphones unters Volk gebracht. Dass man dieses Jahr daran anknüpfen und die Zahl sogar überbieten will, wurde in den vergangenen Monaten deutlich. Ob Huawei P smart, das Mate 10 lite oder auch das von der eigenen Tochtergesellschaft Honor produzierte 7X: Die Chinesen stellen sich bereits zu Jahresbeginn breit auf. Und diese Strategie will man offenbar das ganze Jahr über verfolgen, wie die Huawei-Roadmap verrät.

Mit der nun offiziell vorgestellten P20-Familie machen die Chinesen den nächsten Schritt und erweitern ihr Portfolio um drei Smartphone-Modelle. Metall und Glas als Gehäusewerkstoffe, eine Aussparung im Display wie sie Apple beim iPhone X als Blickfänger verwendet sowie eine Weltneuheit im Kamerabereich sollen Verkaufsargumente sein. Nicht zu vergessen: künstliche Intelligenz. Das Mate 10 Pro soll nur der Anfang davon gewesen sein. „In Zukunft werden wir noch mehr über AI sprechen“, sagt Arne Henkelmann, Smartphone-Verantwortlicher bei Huawei.

  Huawei P20 Huawei P20 Lite Huawei P20 Pro
 
Huawei P20
Bildquelle: Huawei
Huawei P20 Lite
Bildquelle: Huawei
Huawei P20 Pro
Bildquelle: Huawei
Display

5,8 Zoll,

1.080 x 2.240 Pixel

5.84 Zoll,

1.080 x 2.280 Pixel

6,1 Zoll,

1.080 × 2.240 Pixel

Betriebssystem-Version Android 8.1 (Oreo), EMUI 8.1 Android 8.0 (Oreo), EMUI 8.0 Android 8.1 (Oreo), EMUI 8.1
Prozessor Kirin 970
Octa-Core / 4 x 2,36 GHz, 4 x 1,8 GHz
Kirin 659
Octa-Core / 4 x 2,36 GHz, 4 x 1,7 GHz
Kirin 970
Octa-Core / 4 x 2,36 GHz, 4 x 1,8 GHz
RAM 4 GB 4 GB 6 GB
interner Speicher 128 GB 64 GB 128 GB
MicroSD k. A. Ja (256 GB) k. A.
Kamera vorne/hinten 24 MP / 20 + 12  MP 16 MP / 16 + 2 MP 24 MP / 40 + 20 + 8 MP
Fingerabdruckscanner Ja
Akku 3.400 mAh 3.000 mAh 4.000 mAh
WLAN 2,4 & 5 GHz 2,4 GHz 2,4 & 5 GHz
USB-Port USB 3.1 Typ-C
IP-Zertifizierung keine IP67
Abmessungen (mm) 149,1 × 70,8 × 7,65 148,6 × 71,2 × 7,45 155 × 73,88 × 7,65
Farben

Blau, Schwarz, Pink-Gold

Blau, Schwarz, Sakura Pink, Gold

Schwarz, Blau, Twighlight
Einführungspreis 649 EUR

369 EUR

899 EUR

verfügbar ab  Anfang April ab sofort Anfang April

Huawei P20

Was für Samsung das Galaxy S9 ist, ist für Huawei das P20. Dieser Vergleich wird nur deshalb herangezogen, um die neuen Geräte besser einordnen zu können. Denn mit dem P20 Pro hat Huawei ein weiteres Oberklasse-Modell vorgestellt, das – ähnlich wie bei Samsung und dem Galaxy S9+ – die großformatige Klasse abdeckt. Doch zurück zum P20: Huawei stattet das Smartphone mit einem 5,8 Zoll großen LC-Display aus, das in Full-HD+ auflöst und ein 18,7:9-Format besitzt.

Hinsichtlich des Antriebs setzen die Chinesen auf den Kirin 970. Der Octa-Core-Prozessor ist dabei ein alter Bekannter: Auch das Mate 10 Pro, das im November des vergangenen Jahres auf den Markt kam, läuft mit der Eigenproduktion. Laufende Prozesse finden in einem 4 GB großen Arbeitsspeicher Platz. Für Dateien wie Fotos, Videos und Musik steht dem Nutzer ein 128 GB großes Datendepot zur Verfügung.

Huawei P20 Hands-On

Mit Dual-Kamera einen Schritt voraus

Während Samsung beim Galaxy S9 auf eine Kamera auf der Rückseite setzt, geizt Huawei nicht und verpasst dem P20 gleich zwei Module. Wie von den Chinesen gewohnt, kommen ein Schwarz-Weiß- (f/1.6) sowie ein RGB-Sensor (f/1.8) zum Einsatz. Monochrom-Aufnahmen haben dabei eine Auflösung von 20 Megapixeln, Farbfotos besitzen 12 Millionen Pixel. Auf der Vorderseite verbirgt sich hinter der Optik und einer Blende von f/2.0 ein 24-Megapixel-Sensor.

Software und Schnittstellen

Beim Betriebssystem gibt sich Huawei keine Blöße und versieht das P20 mit der neuesten Android-Version 8.1 Oreo. Mit der hauseigenen Nutzeroberfläche EMUI verleihen die Chinesen dem Smartphone jedoch eine eigene Optik. LTE Cat.19 sorgt für eine theoretische Download-Geschwindigkeit von bis zu 1,7 GBit/s. So überholt wie der LTE-Standard, so veraltet die Bluetooth-Version. Während Bluetooth 5.0 bereits auf dem Galaxy S8 seine Premiere gefeiert hat, setzt Huawei beim P20 immer noch auf die Version 4.2.

  • Huawei P20 im Hands-On

Huawei P20 Pro

Beim Huawei P20 Pro legt die Nummer 3 am internationalen Smartphone-Markt in fast jedem Bereich eine Schippe drauf. So misst das Full-HD+-Display der Pro-Variante 6,1 Zoll und ist damit etwas größer als das des P20. Zwar kommt auch bei dem größeren Modell der Kirin 970 als Taktgeber zum Einsatz. Allerdings greift der Prozessor auf 6 GB Arbeitsspeicher zurück. Der interne Speicher hingegen ist identisch und beläuft sich beim Huawei P20 Pro ebenfalls auf 128 GB.

Das Huawei P20 Pro: Hands-On

Mit Triple-Kamera zwei Schritte voraus

Was für Samsung und die neuen Galaxy-S9-Modelle die verstellbare Blende ist, ist für Huawei die dritte Kamera auf der Rückseite. So kommen erstmals in einem Smartphone gleich drei Hauptkameras zum Einsatz. Statt aber auf drei Brennweiten zu setzen, ist abermals ein Monochrom-Sensor an Bord. Zudem gibt es eine Weitwinkel-Kamera (40 Megapixel) und ein Teleobjektiv mit 8-Megapixel-Sensor. Schwarz-Weiß-Aufnahmen außen vor gelassen sammeln bei einem Foto alle drei Kameras Information. Dank Kirin 970 und künstlicher Intelligenz wirft das Gerät am Ende ein 10 Megapixel großes Foto aufs Display, das ein Optimum an aktuellen Möglichkeiten bieten soll.

Mehr noch: Die künstliche Intelligenz kommt auch bei der Langzeitbelichtung zum Einsatz. Und diese Funktion ist „das genialste Feature, das eine Smartphone-Kamera derzeit bietet“, sagt Henkelmann bei der Präsentation der P20-Familie. So lassen sich auch in dunklen Räumen scharfe, rauscharme und detailtreue Fotos schießen, ohne dass der Fotograf ein Stativ benötigt. Dafür nehmen die Kameras bis zu acht Sekunden Fotos auf, die im Anschluss vom KI-Prozessor zu einem Endresultat verarbeitet werden. Wie dieses dann letztlich aussieht, wird die Redaktion im Test des P20 Pro genauer untersuchen. Erst dann wird sich zeigen, ob das vollmundige Versprechen Huaweis, brillante Bilder bei wenig Licht zu erzeugen, hält oder doch nur Marketinggewäsch ist.

Riesenakku und wasserdichtes Gehäuse

Das Mate 10 Pro konnte seinerzeit im Test von inside-handy.de mit einer Bestwertung im Akku-Bereich aufwarten. Die Kapazität des Ladungsträgers: 4.000 mAh. Offenbar ist Huawei die enorm gute Laufzeit des Mate aufgefallen, sodass die Chinesen auch das 7,8 Millimeter schlanke P20 Pro mit einem 4.000-mAh-Akku ausstatten.

Hinzu kommt: Das Huawei P20 Pro ist – dank IP67-Zertifizierung – staub- und wasserdicht. Auch bei der Pro-Variante kommt LTE Cat.19 zum Einsatz. Würden die Netzbetreiber es bereits ermöglichen, könnte der Nutzer hier Dateien also mit 1,7 GBit/s herunterladen. Bluetooth indessen bleibt auf der Version 4.1 hängen.

  • Huawei P20 Pro im Hands-On

Huawei P20 lite

Nicht nur das P10 bekommt einen Nachfolger. Auch das P10 lite wird beerbt. Mit dem Huawei P20 lite zeigt der Hersteller ein Mittelklasse-Smartphone mit 5,84-Zoll-Display im 18,7:9-Format. Das Wort Mittelklasse schützt Huawei nicht davor, den Bildschirm ebenfalls so hochauflösend zu konzipieren, wie jenen des P20 und P20 Pro. Nutzer dürfen sich also auch hier auf eine Full-HD+-Auflösung freuen.

Das Huawei P20 Lite: Hands-On

Beim Prozessor fährt man mit dem Aufzug jedoch eine Etage tiefer und stattet das P20 lite mit dem Kirin 659 aus. Temporäre Dateien lagert der Chip in einen 4 GB großen Arbeitsspeicher aus. Wer Informationen dauerhaft hinterlegen will, kann das im 64 GB großen Datendepot erledigen.

Einsparung im Kamerabereich

Darüber hinaus stattet Huawei das P20 lite mit zwei Kameras auf der Rückseite aus. Im Vergleich zum P20 und P20 Pro findet der Smartphone-Fotograf hier aber keinen Monochrom-Sensor vor. Neben dem Hauptsensor (16 Megapixel) ist das zweite Modul mit 2-Megapixel-Sensor lediglich für das Bokeh (Tiefenschärfe) verantwortlich. Auch beim Akku (3.000 mAh) und dem LTE-Standard (Cat.6) müssen Käufer des P20 lite Abstriche machen. Dafür ist aber Android 8 Oreo vorinstalliert.

Preise und Marktstart

Huawei entfernt sich, wie auch Samsung, keinen Schritt von Fingerabdrucksensoren. Alle drei Modelle haben entweder auf der Vorderseite (P20 und P20 Pro) oder auf der Rückseite einen Sensor, der biometrische Daten der Finger erkennt. Die Preise beginnen bei 369 Euro für das Huawei P20 Lite und steigern sich über 649 Euro für das Huawei P20 auf bis zu 899 Euro für das Premium-Modell P20 Pro mit seiner neuartigen Triple-Kamera auf der Rückseite. Anders als Apple und Samsung in der Vergangenheit überspringt Huawei bei seinem Top-Modell also nicht die 1.000-Euro-Schwelle und das ist ausdrücklich zu begrüßen. Verfügbar sind das P20 und das P20 Pro ab Anfang April, das P20 Lite steht ab sofort zur Verfügung – zum Beispiel bei Amazon.

Huawei P20 Pro im Flop-Effekt-Look

Darüber hinaus dürfen sich potenzielle Käufer des P20 auf die Gehäuse-Farben Schwarz, Blau und Pink-Gold freuen. Das P20 lite wird in ähnlichen Farben erhältlich sein. Beim P20 Pro hingegen verzichtet Huawei auf eine Pink-Goldene Version. Dafür bringen die Chinesen eine völlig neue Farbvariante ins Spiel: Twighlight Lila. Ein Farbverlauf zieht sich über die glänzende Rückseite und bildet eine Kombination aus Blau- und Violett-Tönen. Zum oberen und unteren Rand werden die Farben kräftiger und machen das P20 Pro damit zum absoluten Hingucker. Dieser sogenannte Flop-Effekt wird unter anderem in Lacken verwendet und hin und wieder für Autolackierungen benutzt – insbesondere in der Tuning-Szene.

Huawei P20 – Die Familie im Blick

Huawei hat neben dem P20 noch weitere P-Modelle vorgestellt und die Redaktion von inside-handy.de hat sich auch sie angesehen. Dazu wurden schon die ersten Vergleiche angestellt und alle Details der Familie in einem Vorstellungs-Artikel erleutert.

  • Huawei P20 im Hands-On
  • Huawei P20 Lite im Hands-On
  • Huawei P20 Pro im Hands-on

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