Test Prüfung der Einsteigerklasse Blackview E7 im Test: Ein Handy sieht schwarz

vom 16.06.2017, 11:10
Blackview E7 Hands-On Geprüft
Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de

Wie viel Leistung und wie viel Smartphone bekommt man für weniger als 100 Euro? Neben all den Mittelklasse- und High-End-Geräten sind auch Einsteiger-Handys bei Verbrauchern beliebt. Dazu zählt auch das chinesische Blackview E7, das für rund 80 Euro verkauft wird. Antworten auf die genannten Fragen sowie dazu, ob es eine Alternative zur teureren Mittelklasse ist, hat der Test von inside-handy.de.

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Design und Verarbeitung

Hält man sich in preisgünstigen Gewässern auf, sind auch die Wege und Mittel der Herstellung beschränkt. Blackview entscheidet sich für ein Paket aus Aluminium und Plastik, wobei letzteres überwiegt. Schön ist, dass man das E7 auseinandernehmen und beispielsweise den Akku austauschen kann. So bringt das Handy mit Akku ein Gewicht von exakt 174 Gramm auf die Waage. Mit einer Größe von knapp 154 Millimetern ist das Blackview-Gerät insgesamt recht handlich und mit 8,75 Millimetern auch nicht zu dick.

Einen Spritz- oder Wasserschutz bietet das E7 nicht – ob man das bei dieser Preisklasse erwarten kann, ist aber auch fraglich. Während der Redaktion das Modell in Pearl White zur Verfügung gestellt wurde, haben Käufer außerdem die Wahl zwischen den Farbkompositionen Sky Blue und Stardust Grey.

Unboxing

Hingegen des Markennamens kommt das E7 in einer weißen Kartonage mit silberner Schrift. Das Smartphone ist doppelt geschützt: Nicht nur die Plastikhülle, sondern auch eine Schaumstoffumrandung bewahren das Handy vor Schäden während der Auslieferung. Darunter befindet sich in einer weiteren Hülle nicht nur die Bedienungsanleitung, sondern auch großzügige Beigaben, die eine durchsichtige Schutzhülle sowie eine Ersatz-Panzerglasfolie für das Display umfassen. Wo andere Hersteller sparen, legt Blackview hier also ordentlich zu.

Blackview E7 Unboxing
Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de

Zum weiteren Equipment zählen weiße In-Ear-Kopfhörer und ein Ladekabel samt Netzteil.

Hands-On

Wenn man eine Person sagen hört "Was nichts kostet, ist auch nichts", ist er gleich mit Vorurteilen abgestempelt und gilt womöglich als versnobbt. Bei vielen Produkten aus der Mobilfunkbranche trifft dies hingegen zu. Das Blackview kann sich im ersten Hands-On nur im ersten Augenblick retten, doch dieser Moment verflüchtigt sich in Windeseile. Der erste Eindruck der schwarz glänzenden Front ist gut – doch sobald man das E7 in den Händen hält und die Finger die Rückseite des Handys berühren, wird dieser Eindruck zunichte gemacht. Das Plastik-Gewand verdeutlicht unmissverständlich, in welcher Klasse man sich befindet und was man vor sich liegen hat. Auch wenn Plastik nicht zwingend mit einer schlechten Haptik gleichbedeutend ist, so fühlt sich das E7 doch seltsam stumpf an. Die Front wartet im Vergleich mit schöneren Materialien und präsentiert sich mehr oder minder dank Panzerglasfolie samt darunter verborgenem Displayglas hochwertig.

Erfrischend anders macht das E7 die Tatsache, dass die Rückseite abgenommen werden kann. Mit einem kurzen Griff unter den Deckel auf der oberen Gehäusekante lässt sich diese leicht abnehmen, sodass der Akku sowie zwei SIM-Karten-Slots und ein Micro-SD-Kartenschacht zu Tage treten. Im Notfall kann der Akku, sofern er den Geist aufgeben sollte, auch ausgetauscht werden – ein Detail, das bei den meisten Smartphones vermisst wird. Die nicht fest angebrachte Rückseite hat aber auch eine Kehrseite. Nämlich jene, dass die Gesamtkonstruktion ein wenig wackelig wirkt. An allen Ecken knarzt und ruckelt es, was den Eindruck vermittelt, dass die Nähte das Gewand in baldiger Zukunft nicht mehr zusammenhalten können. Was bei anderen Handys das gläserne Gewand, ist beim E7 die weiße Rückseite: Trotz Bemühungen sie nicht zu beschmutzen, sammelt sich innerhalb kürzester Zeit ein ganzes Sammelsurium an Dreck an.

Blackview E7 im Hands-On

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    Das Blackview E7: Frontansicht.
    Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de
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    Auf der weißen Rückseite befinden sich die Hauptkamera, der Fingerabdrucksensor und der Blitz.
    Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de

Die Verarbeitung gelingt dennoch erstaunlich gut. Jedes Bauteil passt haargenau aufeinander, nur die eingefräste Kante auf der vorderen Seite stört, wenn man auf das Display tippt. Auf der Rückseite befindet sich außerdem ein Fingerabdrucksensor, der für diesen Preis definitiv als Highlight betrachtet werden kann. Auch wenn die Farbgebung nicht ganz stimmt – die Rückseite ist Cremeweiß, der Sensor in strahlendem Weiß –, erinnert der Fingerabdrucksensor durch den ihn umgebenden Metallring an jenen von Apple, der in iPhones zu finden ist.

Das Design des E7 ist schlicht und fällt nicht weiter aus dem Rahmen. Ein Pluspunkt ist, dass die Rückseite abnehmbar ist – zeitgleich ist es aber auch die Schwachstelle des Handys, wodurch es anfällig und instabil ist. Auch der Fingerabdrucksensor ist ein Highlight.

Einzelwertung 3 von 5 Sternen

Display

Mit einer Displaygröße von 5,5 Zoll schaut das E7 nicht ins Schwarze, sondern spielt im modernen Zeitalter mit. Es kommt zwar auf eine HD-Auflösung mit 720 x 1.280 Pixeln, die Pixeldichte ist mit 267ppi allerdings relativ gering. Sowohl vorinstallierte Hintergrundbilder als auch selbst geschossene Fotos sehen teils mehr körnig als glatt aus, was keineswegs einem ansehnlichen Anblick gleich kommt. Bei der Fertigung setzt Blackview auf IPS-Technologie, was vor allem der Blickwinkelstabilität zugute kommt. Eine ausführliche Besprechung der Vor- und Nachteile verschiedener Display-Technologien hat die Redaktion in einem separaten Artikel zusammengefasst.

Blackview E7 Blickwinkelstabilität
Bildquelle: Simone Warnke/inside-handy.de

Anstatt On-Screen-Tasten zu nutzen, befinden sich die Menütasten des E7 auf dem unteren Gehäuserand. Durch das Haus, den Pfeil und ein Auflistungszeichen wirken die Tasten ein wenig verspielt, was jedoch nicht schlecht ist. Während das Haus und der Pfeil die gewohnten Funktionen inne haben, ist der linke Button verwirrend: Anstatt das man damit die zuletzt geöffneten Apps aufrufen und schließen kann, werden durch den Button die Homescreen-Einstellungen geöffnet. Bei anderen Smartphones muss man dafür zumeist länger auf den Bildschirm drücken, bevor sich die Einstellungen, Widgets und Ähnliches öffnen. Bei Vielgebrauch des Handys macht sich leidlich bemerkbar, dass das Display nicht sonderlich berührungsempfindlich ist und man folgend öfter auf einen Button drücken muss, ehe die Eingabe ausgeführt wird.



Bildquelle kleines Bild: Simone Warnke/inside-handy.de | Autor: Simone Warnke
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Themen dieser News: Testcenter, China-Handys, Handys unter 100 Euro, Smartphones, Unternehmen und Märkte

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