Verbraucherschützer fordern Verbot von StreamOn

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Telekom StreamOn
Bildquelle: Christian Koch / inside-handy.de
Verbraucherschützer fordern ein Verbot des StreamOn-Angebot der Telekom. Der Verband sieht unter anderem Probleme bei der Netzneutralität und etwaiger langfristiger Benachteiligung der Verbraucher. Die Redaktion von inside-handy.de zeigt, was genau kritisiert wird.

Mit StreamOn hat die Telekom im April diesen Jahres eine Option geschaffen, mit der Kunden des Anbieters je nach Tarif kostenlos Musik beziehungsweise Videos über das Mobilfunknetz streamen können. Das Datenvolumen wird dabei nicht vom grundlegenden Tarif abgebucht. Allerdings gilt das Streamen ohne Daten-Berechnung nicht für alle Dienste, sondern nur für die Partner der Telekom.

Angebot erhöht Mobilfunkpreise

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert nun die Telekom und ihren angebotenen Dienst. StreamOn verstoße gegen die Regeln der Netzneutralität. Es bringe langfristig große Nachteile für den Nutzer, erklärte der Verband. Aus diesem Grund fordert der vzbv die Bundesnetzagentur auf, das Angebot zu untersagen. Auf langer Sicht verringere das Angebot die Wahlfreiheit der Verbraucher bei Streamingdiensten und führe zu teureren Mobilfunkpreisen. Zudem wirke sich StreamOn negativ auf Innovationen aus.

Negative Folgen für kleine Unternehmen

Bei StreamOn handelt es sich um ein Zero-Rating-Angebot. Dabei können Mobilfunkanbieter festlegen, dass die Nutzung festgelegter Dienste wie Video- oder Musikstreams nicht von dem Datenvolumen der Kunden abgerechnet wird. Die Zusatzoption StreamOn können Kunden mit teureren Verträgen optional hinzubuchen. Diese Option sei zwar kostenlos, führe allerdings dazu, dass die Auflösung von Videostreams sämtlicher Anbieter – nicht nur die der Partnerunternehmen – reduziert werde, solange die Option aktiviert sei. Daher befürchtet der vzbv, das StreamOn auf lange Sicht kleinere Streaming-Anbieter vom Markt verdrängen könne. Der Anmeldeprozess für Partnerdienste im StreamOn-Tarif bietet für kleinere ausländische Streaming-Anbieter administrative, finanzielle und sprachliche Hürden. Für Verbraucher wird dadurch in Zukunft die Wahlfreiheit eingeschränkt werden.

Kein Platz für technische Neuheiten

Außerdem wirke sich das Angebot von StreamOn negativ auf Innovationen aus. Der vzbv begründet das damit, dass die Telekom nur Unternehmen in ihr Angebot aufnehme, die bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen. Andere technische Lösungen würden somit benachteiligt werden. Bei StreamOn sind derzeit bereits einige große Streaming-Anbieter vertreten. Andere, so zum Beispiel Spotify, fehlen jedoch im Partner-Portfolio.

Die Bundesnetzagentur kündigte schon Anfang April an, dass sie StreamOn im Bereich der Netzneutralität prüfen werde. Momentan führt sie dazu eine Konsultation durch. 

Mehr Informationen zu StreamOn gibt es hier

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