MWC Neue Flaggschiffe Samsung Galaxy S9 und Galaxy S9 Plus: Der Unterschied wird größer, der Preis höher

vom 27.02.2018, 11:50
Samsung Galaxy S9 Plus und Samsung Galaxy S9
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Samsung hat auf dem Mobile World Congress (MWC) 2018 in Barcelona seine beiden neuen Spitzenmodelle Galaxy S9 und Galaxy S9 Plus vorgestellt. Die beiden Modellbrüder haben den Anspruch die neue Referenz im Android-Markt zu setzen. So sind die Erwartungen im Vorlauf des MWC in den Himmel gewachsen. Was von den kühnen Träumen der Gerüchteküche übrig ist, zeigt inside-handy.de.

Das Samsung Galaxy S9 und das Galaxy S9+ sind, abgesehen vom Galaxy Note 8, die unangefochtenen Spitzenmodelle des Marktführers. Mit Edge-Display, winzigen Rändern und in weiten Teilen Technik vom Feinsten will der Hersteller wieder den Standard in der Oberklasse neu setzen. Den hatten schon die Vorgänger Galaxy S8 und Galaxy S8+ im Test von inside-handy.de für das Jahr 2017 gesetzt.

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern unterscheiden sich die neuen Modelle in mehreren Punkten und Samsung vertraut nicht nur auf ein größeres Display, sondern stattet das Plus-Modell auch mit einigen technischen Vorteilen gegenüber dem kleineren Model aus. So entsteht wieder eine größere Lücke zwischen den beiden Spitzenmodellen, die zuletzt in der S7-Generation vorhanden war.

Trotzdem sind viele der technischen Gegebenheiten sehr vergleichbar. Die detaillierten Unterschiede werden im Direktvergleich des Galaxy S9 und des Galaxy S9+ von inside-handy.de deutlich. Die grundlegenden Eckdaten sind die folgenden:

Die technischen Daten in der Übersicht:

 Samsung Galaxy S9
Samsung Galaxy S9+
   
Samsung Galaxy S9
Bildquelle: samsung
Samsung Galaxy S9+
Bildquelle: samsung
Display  5,8 Zoll, 1.440 x 2.960 Pixel 6,2 Zoll, 1.440 × 2.960 Pixel
Betriebssystem-Version Android Version: 8 Oreo
Prozessor

Samsung Exynos 9810 Octa-Core (4 x 2,7 GHz, 4 x 1,7 GHz)

RAM 4 GB 6 GB
interner Speicher 64  GB / 256 GB
MicroSD ja (400GB)
Kamera vorne/hinten 12,2 MP, OIS / 8MP 2 x 12,2 MP, OIS / 8 MP
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3000 mAh 3.500 mAh
USB-Port USB Typ-C
IP-Zertifizierung  IP68 IP68 
Abmessungen (mm) 147,7 x 68,7 x 8,5 158,1 x 73,8 x 8,5
Farben Schwarz,  Blau, Violett
Einführungspreis  849 Euro 949 Euro 

Design

Das Design der beiden neuen Galax-S-Modelle kann getrost als bekannt bezeichnet werden. Es unterscheidet sich kaum von den Vorjahresmodellen und kommt mit nur wenigen Änderungen zum Kunden. Dazu zählen die veränderte Bauteilanordnung auf der Rückseite und etwas kleinere Balken um das Display herum. Das etwas veränderte Heck ist jedoch nicht nur optisch anders. Durch die Positionierung des Fingerabdrucksensors unterhalb der Kamera kann dieser jetzt besser erreicht werden und die Gefahr ständig auf die Objektive zu fassen ist zumindest eingeschränkt worden.

Der Rest des Äußeren ist jedoch eher Modellpflege als tatsächlich eine echte Weiterentwicklung. Das muss jedoch nicht schlecht sein, immerhin galten die beiden 2017er-Modelle schon als schöne Handys mit gutem Handling. Doch wo liegt dann die Weiterentwicklung versteckt? Beim Material jedenfalls nicht. Das Gehäuse besteht weiterhin aus Glas und Metall und sieht nach wenigen Handgriffen wieder aus wie ein Fingerabdruck-Bogen der Polizei. Erwähnenswert jedoch ist, dass Samsung auch im Jahr 2018 nicht auf die Klinken-Ausgänge verzichtet. Damit setzt man sich dem Trend zur Wehr, der viele Hersteller dazu nötigt, den analogen Ausgang verschwinden zu lassen und durch eine digitale USB-Typ-C-Lösung zu ersetzen.

Bei den Farben hat sich Samsung drei Töne ausgedacht: Mit einem Schwarz und einem für Samsung typischen Blau geht man auf Nummer Sicher. Für Fashionista und etwas extravagante Nutzer steht die Pantone-Farbe Lilac Purple bereit.

Samsung Galaxy S9 Hands On

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    Das neue Samsung Galaxy S9 bei Inside-Handy im Hands-On
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
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    Das Galaxy S9 setzt mit seinem 5,8 Zoll QHD(1440x2960px) Display auf die gleichen Display-Eigenschaften, wie sein Vorgänger S8.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Ausstattung und Leistung

Unter der Haube steckt bei den neuen Galaxy-S-Brüdern ein hauseigener Prozessor, der auf acht Kerne baut und in bisher aufgelaufenen Benchmark-Tests sehr schnell zu Werke ging. Unterstützt wird er von 4 und 6 GB Arbeitsspeicher, je nach Modellwahl. Der Hauptspeicher wird von Samsung in der Grundversion mit 64 GB Kapazität ausgestattet. Eine 256-GB-Variante soll folgen und das sogar in Deutschland. Hier ist das letzte Wort aber noch nicht gefallen. Wem das immer noch zu wenig Speicher ist, der kann die Kapazität um bis zu 400 GB mittels Micro-SD-Karte erweitern. Damit sollten dann auch die anspruchsvollsten Nutzer zufrieden gestellt werden.

Neben der Kamera und der Konnektivität legt Samsung seinen Schwerpunkt der Weiterentwicklung auf das Entertainment-Paket. So kommen jetzt Stereo-Lautsprecher zum Einsatz. Sie wurden in Zusammenarbeit mit dem Soundspezialisten AKG entwickelt und sollen Dank Dolby-Atmos-Technologie Raumklang erzeugen. Bei einer ersten Hands-On-Session des Galaxy S9 funktionierte das auch prima. Der zweite Lautsprecher wurde dabei nicht neben den ersten Speaker im Gehäuserahmen auf der Unterseite verbaut, sondern befindet sich dort, wo beim Telefonieren das Ohr des Nutzers anliegt. Dieses Setting benutzen viele Konkurrenten schon seit längerer Zeit.

Die große Unbekannte vorab war die Entsperrmöglichkeit des Samsung Galaxy S9 und des Galaxy S9 Plus. Wie will wohl Samsung die hervorragend funktionierende Face-ID von Apple kontern und werden die Koreaner auf einen Fingerabdruck-Sensor verzichten wie die Konkurrenz aus den USA? Diese Frage stellten sich viele Nutzer vor dem MWC 2018. Samsungs Antwort: Eine verbesserte Gesichtsentsperrung und ein Fingerabdruck-Sensor. Die berührungslose Entsperrmethode besteht nun aus einer Kombination aus Gesichts- und Iris-Erkennung und wird durch ein Hilfslicht unterstützt. Die ersten Modelle der neuen Generation werden diese Funktion jedoch noch nicht haben. Erst im Mai liefert Samsung die neue Methode per Update nach.

Samsung Galaxy S9+ Hands On

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    So sieht der große Bruder des S9 aus...
    Bildquelle: Michael Buettner / inside-intermedia.de
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    ... das Samsung Galaxy S9+
    Bildquelle: Michael Buettner / inside-intermedia.de

Software

Mehrere kleine Weiterentwicklungen bei der Software stellte Samsung in den Mittelpunkt der Vorstellung und verband diese auch mit dem neuen Modell der DeX-Station. Mit ihr verbunden liegt das Galaxy S9 und das Galaxy S9+ flach auf dem Rücken und kann vom Nutzer als Touchscreen verwendet werden. Der Rest der Software ist bei der DeX-Funktion ziemlich gleich geblieben. Trotzdem gibt es in diesem Bereich noch weitere kleine Highlights. Mit der neuen App "Smart Things App" kann der Nutzer laut Samsung alles steuern, was mit dem Smartphone verbunden werden kann. Somit soll das Galaxy S9 oder das Galaxy S9+ zur Schaltzentrale des smarten Zuhauses werden. Wer es dabei satt hat immer im Hochformat durch die Menüs zu wischen kann jetzt auch schon auf den Homescreen in das Querformat wechseln. Schon lange bekannt? Ja, viele andere Hersteller lassen diese Funktion schon lange bei ihren Spitzenmodellen zu.

Die Antwort auf Apples Animoji lässt nicht lange auf sich warten. Das Samsung in diesem Bereich nachziehen würde, war jedoch zu erwarten. Mit der neuen Funktion AR Emoji, die Samsung dem Kamerabereich zuordnet, werden ähnliche animierte Emojis möglich, wie schon im iPhone X. Samsung bindet sie in seinen "normalen" Emoji-Satz ein und so können sie, sobald erstellt, überall geteilt werden. Unter anderem funktionierte eine Einbindung der beweglichen Emoticons auf einer Demonstration auch über WhatsApp.

Kamera

Die Kamera ist neben dem Display der Große Trenner zwischen den beiden Spitzenmodellen. So kommt das Galaxy S9+ mit einer Doppelkamera zum Kunden, während Nutzer des kleinen Modells darauf verzichten müssen. Die zweite Kamera besitzt OIS, also einen optischen Bildstabilisator sowie eine vergleichsweise lange Brennweite. Damit rücken Objekte näher heran und man kann auch ein weiter entferntes Highlight in den Mittelpunkt des Bildes stellen. Dazu besitzt die längere Brennweite Vorteile bei Porträt-Fotos. Etwas getrübt wird die Begeisterung durch eine recht kleine Blende von 1:2,4, was im Umkehrschluss heißt, dass in der gleichen Zeit weniger Licht an den 12-Megapixel-Sensor gelangt als bei der Hauptkamera. Sie ist das eigentliche Highlight und in beiden Smartphones gleichermaßen verbaut.

Umschaltbare Blende und weniger Rauschen

Zur manuellen Steuerung einer modernen Kamera gehören Belichtungszeit, Fokus, Weißabgleich und etwas, was bisher im Smartphone-Bereich noch nicht verändert werden konnte: die Blende. Sie sitzt bei Smartphones starr im Objektiv und besitzt einen festen Wert, der die Schärfentiefe und den Lichteinfall beeinflusst. Mit dem Galaxy S9 und dessen Bruder Galaxy S9+ wird dieser Wert nun einstellbar. Variabel, im Sinne von - zwischen zwei Werten anpassbar - ist er jedoch nicht. Die Blende kann bei den neuen Spitzenmodellen entweder 1:1,5 oder 1:2,4 betragen. Damit hat man zwei Marken gesetzt: Die erste ist die kleinste Offenblende am Markt. 1:1,5 hat bisher noch kein Hersteller verbauen können. Die zweite ist, dass die beiden S9-Modelle die ersten Smartphones mit verstellbarer Blende sind.

Mit der neuen Funktion wird unter anderem ein erhöhtes Freistellpotential möglich. Zum anderen jedoch kann auch in helleren Umgebungen fotografiert werden. Die Blende 1:2,4 lässt weniger Licht auf den Sensor und so können entweder die ISO-Werte hochgehalten oder die Belichtungszeiten verlängert werden. Wer schon einmal versucht hat, ein fließendes Gewässer verschwimmen zu lassen, weiß, dass dieses Unterfangen am Tag und mit einem Smartphone nur schwer zu realisieren ist. Mit dem Galaxy S9 erhöhen sich hier die Erfolgschancen.

Neben den Hardware-Verbesserungen wurde auch an der Software zur Rauschreduktion gefeilt. So werden nun statt bisher drei gleich zwölf Bilder für ein rauscharmes Ergebnis zusammengeführt. Damit sollen Fehler bei langer Belichtung und hohen ISO-Werten verhindert werden. Wie gut das funktioniert, muss erst ein Test der Kamera zeigen. Auf den während der Präsentation der Smartphones gezeigten Bildergebnissen kann jedenfalls eine deutliche Verbesserung ausgemacht werden.

Samsung Galaxy S9 und Samsung Galaxy S9+ im Vergleich

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    Das Samsung Galaxy S9 hat ein 5,8-Zoll-Display während das Galaxy S9+...
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
  • 2/5
    ...über ein 6,2-Zoll-Display verfügt.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Super SlowMo und 4K-Zeitlupe

Bei den Videoleistungen hat sich Samsung um einiges verbessert. Es kommt ein Sensor zum Einsatz, der 960 Bilder pro Sekunde schafft. Diese Geschwindigkeit wird zwar nur für 0,2 Sekunden gehalten und die Ergebnisse lösen lediglich in HD auf, jedoch sind damit bei normaler Abspielgeschwindigkeit tolle Zeitlupeneffekte möglich. Damit zieht man in diesem Bereich mit Sony gleich. Die Japaner haben diese Zahlen schon in ihren 2017er-Flaggschiffen untergebracht. Ein weiteres starkes Gimmick der Kamera des Galaxy S9 und S9+: Die Kamera schafft 60 Bilder pro Sekunde bei 4K-Aufnahmen. Somit sind auch einfache Zeitlupenaufnahmen bei UHD-Auflösung möglich.

Das alles wird durch einen DRAM, also einen Zwischenspeicher, im Kamerasensor des Galaxy S9 und des Galaxy S9 Plus möglich. Die Technologie kennt der erfahrene Nutzer bereits aus den Sensoren des Xperia XZ1 und des Xperia XZ Premium von Sony aus dem vergangenen Jahr.

Preis und Verfügbarkeit

Der Preis der Grundversionen des Galaxy S9 und des Galaxy S+ liegt bei knapp 850 und knapp 950 Euro. Damit verteuern sich die Spitzenmodelle Samsungs im Jahresvergleich um 50 Euro. Die Modelle mit mehr Speicher sollen je 100 Euro mehr kosten, wenn sie denn wirklich ihren Weg nach Deutschland finden.

Galaxy S9 und S9 Plus starten ab dem 16. März im deutschen Handel. Wer nicht so lange warten will, kann das Gerät vorbestellen und wird es bereits einige Tage vorher in Händen halten.



Bildquelle kleines Bild: Samsung | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Samsung, Android, Mobilfunk-News, Oberklasse-Smartphones, Smartphones, Technik, Unternehmen und Märkte

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