Illegale Streaming-Dienste Sky-Streaming-Plattform: Betreiber und Dienstleister verurteilt

vom 22.05.2017, 13:45
Videostreaming mit einem Smart-TV (Symbolbild)
Bildquelle: Netflix

Das Landgericht Hamburg verurteilt erstmals nicht nur den Betreiber einer illegalen Sky-Streaming-Plattform, sondern auch dessen Dienstleister zu einem hohen Schadensersatz. Das Urteil könnte nun als Präzedenzfall auch andere technische Dienstleister direkt betreffen.

In einem aktuellen Gerichtsurteil verurteilte das Landgericht Hamburg den Betreiber einer illegalen Live-Streaming-Plattform für Sky, Stream4u.tv, und dessen technischen Dienstleister, der die dazugehörige Hardware geliefert haben soll, zu einem Schadensersatz in Höhe von 18.000 Euro.

Das Besondere an dem Urteil ist, dass erstmals auch der Lieferant wegen Beihilfe zu illegalem Sky-Streaming als Gesamtschuldner für den vollen Betrag haften soll. Begründet wird die Entscheidung damit, dass der Lieferant wusste, dass die gelieferte Hardware zur illegalen Verbreitung von Sky-Inhalten genutzt wurde. In einer Pressemeldung betonte der Medienkonzern nun, dass jeder technische Dienstleister, der durch Sky über die illegale Nutzung seiner Dienste informiert wird und diese nicht sofort einstellt, sich einem Risiko aussetzt.

Illegales Streamen – aus Sicht der Nutzer

Aufgrund einer umstrittenen Gesetzeslage bewegen sich Nutzer von illegalen Video-on-Demand-Plattformen meistens in einer gesetzlichen Grauzone. Grundsätzlich stellt das Streamen illegaler Inhalte eine Gefahr dar, weil beispielsweise der Film zum Anschauen zuerst ganz oder in Teilen heruntergeladen werden muss und temporär im Pufferspeicher des Rechners verweilt. Dies stellt laut einigen Juristen jedoch bereits eine illegale Vervielfältigung dar.

Während selbst illegale Inhalte auf legalen Portalen wie YouTube recht gefahrlos angesehen werden können, stellen offensichtlich illegale Dienste wie kinox.to ein deutlich höheres Risiko dar. Nichtsdestotrotz glauben andere Juristen, dass das temporäre Abspeichern der Inhalte auch in diesem Fall legal sei, insofern dies einen wesentlichen Teil eines technischen Verfahrens darstellt. Sollte der Nutzer die Inhalte jedoch weiterverbreiten, beispielsweise via Torrent, stellt dies eindeutig eine rechtswidrige Handlung dar, die eine hohe Geldstrafe nach sich ziehen kann.

Ein aktuelles Urteil des EuGH könnte die bestehende Balance allerdings kippen und das Streamen illegaler Inhalte endgültig für rechtswidrig erklären.

EU schränkt Geoblocking für bezahlte Streaming-Dienste ein ›


Quelle: Sky | Bildquelle kleines Bild: Sky Deutschland | Autor: Artem Sandler
News bewerten:
 

Themen dieser News: TV-Sender & Video on Demand, Internet & Digitale Welt, Smart Home & Internet der Dinge, Unternehmen und Märkte

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen