Update O2-Kunden teilweise nicht erreichbarVorübergehende Probleme im LTE-Netz von Telefónica sorgen für Unmut

vom 12.06.2017, 18:25
Störung bei o2
Bildquelle: inside-handy.de / o2

Nach massiven Problemen bei der Kunden-Hotline nimmt die Pannenserie beim Münchener Mobilfunker Telefónica Deutschland kein Ende: Kunden klagen über Erreichbarkeitsprobleme. Grund ist eine nicht funktionierende Umschaltung von LTE auf UMTS oder GSM.

Es läuft derzeit nicht rund im Telefónica-Netz. Erst kürzlich erwischte den Netzbetreiber der WannaCry-Hackerangriff nun gibt es andere Probleme, die offenbar hausgemacht sind. Seit einiger Zeit beklagen Mobilfunk-Kunden, dass sie telefonisch nicht erreichbar sind. Das Problem tritt immer dann auf, wenn das Smartphone ins LTE-Netz eingebucht ist, die Telefonie über dieses Netz jedoch nicht unterstützt.

Normalerweise greift in diesem Falle der so genannte "Circuit Switched Fallback". Dieser bewirkt, dass sich das Smartphone in ein GSM- oder UMTS-Netz einbucht, um den Anruf dort entgegen zu nehmen. Funktioniert dies nicht – wie aktuell bei vielen Telefónica-Kunden – schlägt der Gesprächsaufbau fehl und der Anrufer wird an die Mailbox verwiesen. Der Fehler tritt jedoch nicht generell auf, sondern lokal begrenzt – man kann also auch Glück haben.

LTE-Probleme nur Vorübergehend

Die Fehler sind jedoch meistens nur temporär, wie ein Sprecher von Telefónica im Gespräch mit inside-handy.de verriet: "Prinzipiell können Beeinträchtigungen bei der Telefonie über das LTE-Netz verschiedene technische Ursachen haben. Beispielsweise kann es im Zuge der laufenden Netzintegration von O2 und E-Plus oder – unabhängig davon – durch manuelle Konfigurationen an einzelnen Mobilfunkstationen zu Beeinträchtigungen beim Circuit Switched Fallback kommen", so Telefónica-Sprecher Florian Streicher. Diese temporären und lokal begrenzten Einschränkungen seien leider nicht komplett vermeidbar. "Sie werden jedoch in der Regel zeitnah binnen weniger Stunden bzw. Tage behoben, sodass Kunden schnellstmöglich wieder vollumfänglich telefonieren können", so Streicher weiter und versichert: "Großflächige Beeinträchtigungen bei LTE-Telefonie oder Circuit Switched Fallback liegen nicht vor." Parameter-Checks und neuen Monitoring-Tools sollen dabei helfen, Beeinträchtigungen früher zu erkennen und zu beheben.

Der Kundenservice rät zum 4G-Verzicht

Betroffen sind die meisten Marken, die im Netz von Telefónica unterwegs sind, also nicht nur die konzerneigenen Marken wie O2 und Blau, sondern beispielsweise auch zu Drillisch zählende Marken wie Yourfone und Smartmobil oder Kunden des Montabaurer Unternehmens 1&1. Der Kundenservice dieser Marken kennt das Problem, kann aber bisweilen auch noch keine adäquate Lösung präsentieren. Stattdessen rät man den Kunden zur Umgehung des Problems in den Einstellungen des Smartphones die LTE-Nutzung vorübergehend zu deaktivieren. Die Kehrseite der sich dann einstellenden zuverlässigen telefonischen Erreichbarkeit sind jedoch sind langsamere Internetverbindungen im UMTS-Netz.

Einen ähnlichen Weg gehen einige Discounter, die bislang darauf verzichten, die SIM-Karten ihrer Kunden für das LTE-Netz freizuschalten, denn sie möchten vermeiden, dass es für ihre Kunden zu ähnlichen Problemen kommt. Telefónica selbst schaltet mittlerweile auch Prepaid-Kunden für die Nutzung von VoLTE, also der Telefonie über das LTE-Netz, und WLAN Call frei. Für Kunden, die über ein geeignetes Smartphone verfügen, löst auch dies das Problem, da dann Netzseitig kein Wechsel ins 3G- oder 2G-Netz mehr vonnöten ist. Für Kunden mit älteren Smartphones ist die Erreichbarkeit jedoch weiterhin Glückssache.

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Quellen: teltarif.de, Telefónica | Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de / o2 | Autor: Stefan Winopal
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Themen dieser News: O2 / Base (Telefónica), Mobilfunk-News, Störungen

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