Test Flaggschiff unter der Lupe BlackBerry KEYone im Test: Der Kombi unter den Rennwagen

vom 18.05.2017, 15:53
Geprüft: BlackBerry KEYone
Bildquelle: Simone Warnke / inside-handy.de

BlackBerry und TCL haben mit dem KEYone neue Hardware aus dem Hut gezaubert, die sich optisch schon allein durch die physische Tastatur von den meisten anderen Smartphones absetzt. Doch nicht nur Individualität macht ein Smartphone aus, sondern auch alle weiteren Bauteile. Ob das KEYone zu einem richtigen Rennwagen taugt oder doch besser in der Garage bleibt, zeigt der Test von inside-handy.de.

Nachdem die chinesische Firma TCL einen Lizenzvertrag mit Blackberry abgeschlossen hat, konnte das Unternehmen auf der in Las Vegas stattfindenden CES das neue Blackberry-Smartphone ankündigen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wurde das Mercury zum KeyOne. Anfang Mai startete des Smartphone in Deutschland und steht nun im Fokus des nachfolgenden Tests von inside-handy.de.

Design und Verarbeitung

BlackBerry hat gemeinsam mit TCL ein Smartphone geschaffen, das in weiten Teilen von den mittlerweile üblichen Designvorgaben abweicht. Dies geschieht nicht nur durch die Hardware-Tastaur auf der Front, sondern auch durch die Kombination von Aluminium, Polycarbonat, Kunststoff und Edelstahl. Insgesamt misst das KEYone 149,3 x 72,5 x 9,4 Millimeter und kommt laut Herstellerangaben auf ein Gewicht von 180 Gramm. Obligatorisch wird jedes Gerät von der Redaktion abermals gewogen, sodass etwaige Differenzen ermittelt werden können. Dies ist auch hier der Fall: Das KEYone kommt auf 188 Gramm und ist somit um einiges schwerer als gedacht. Woher dieser Unterschied kommt, ist nicht eindeutig klar. Trotzdem ist das Smartphone nicht so schwer, als dass es seinen Nutzer unerträglich zur Last fallen würde.

Ein wenig mehr Willen hätte BläckBerry bei IP-Zertifizierung zeigen können. So muss das KEYone gänzlich ohne Schutz gegen Wasser, Staub und Co auskommen. Ein Merkmal, das heutzutage beinah alle höherpreisigen Smartphones aufweisen. Auch bei der Farbauswahl machen die Kanadier und TCL keine Kompromisse und beharren auf ein Smartphone in Schwarz.

Unboxing

Genau wie das Smartphone selbst, kommt das KEYone in einer eben so schwarzen Verpackung angereist. Der eigentliche Karton wird von einer weiteren Kartenschicht umhüllt, auf der das Gerät samt Namen abgebildet ist. Leicht lässt sie sich abschieben, sodass einem nichts mehr im Wege steht, den Karton zu entklappen.

Unboxing BlackBerry KEYone
Bildquelle: Simone Warnke / inside-handy.de

Im Innern dessen befindet sich keine Überraschung: Geschichtet sind das KEYone in einer Einlegeschale, darunter befindet sich die Bedienungsanleitung samt SIM-Werkzeug, Headset mit neuen In-Ear-Köpfchen, Steckdosen-Adapter und das USB-Ladekabel. Auf besondere Beigaben, wie beispielsweise eine Hülle, verzichtet BlackBerry.

Hands-On

Sobald man das KEYone aus den Fängen seines Kartons befreit hat und das Resultat kanadisch-chinesischer Eltern erblickt, muss man unweigerlich an Autos denken. Die kühle und geradlinige Kombination aus silbernem Metall, schwarz-glänzender Tastatur, gummierter Rückseite und dem breiten Rahmen um die Hauptkamera scheint sich optisch an elegante Karosserien anzulehnen, gar so, als wolle es selber in jeder Sekunde den Motor aufheulen lassen. Zugegebenermaßen ist das KEYone, zumindest optisch, ein Handy mit maskulinen Zügen, das vor allem männliche Smartphone-Fans anspricht.

Was für ein Smartphone klobig zu sein mag, löst BlackBerry elegant zu lösen: Die untere Hälfte des KEYone ist wunderbar abgerundet, sowohl die Gehäusekanten als auch von der Tastatur und Display hin zum metallenen Rahmen. Trotz seiner stattlichen Größe, aber auch durch seine schlanke Linie liegt das Handy angenehm in der Hand, ohne dass man einen Krampf in den Fingern zu befürchten hat. Im Kontrast steht das Design des oberen Gehäuserandes. Anstelle einer Abrundung wählt BlackBerry hier eine gerade Fläche und eckige Kanten, die ein wenig an Smartphones von Sony erinnern. Diese Divergenz macht das Erscheinungsbild des KEYone allerdings zu einem interessanten Blickfang.

Das BlackBerry KEYone im Test: Hands-On

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    Das 4,5 Zoll große BlackBerry KEYone mit aktiviertem Display.
    Bildquelle: Simone Warnke / inside-handy.de
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    Im Detail: Die Frontkamera links, der Lautsprecher mittig und die LED-Leuchte rechts.
    Bildquelle: Simone Warnke / inside-handy.de

Durch die gummierte Rückseite ist das Smartphone mehr oder weniger fest an die Hand gekettet, ohne großartig herum zu rutschen. Ein gutes Gefühl, wo so viele andere Hersteller auf ein eher glattes Gewand setzen. Die Hauptkamera sitzt wie ein Bullauge oben links, umrandet von einem silbernen Rahmen. Dieser geht in den abgesetzten Rand, der den kompletten oberen Gehäuseteil sowohl hinten als auch vorne umfasst, hinüber. Der Kamerarahmen steht ein wenig aus dem Gehäuse hervor, was unter Umständen nervig sein kann, aber eben nicht sein muss. Das BlackBerry-Logo sticht silbrig glitzernd aus den schwarzen Tiefen des Rückens hervor.

Die QWERTZ-Tastatur

Zu früheren Zeiten ein eindeutiges Markenzeichen BlackBerrys, darf auch beim KEYone die charakteristische QWERTZ-Tastatur nicht fehlen. Im Vergleich recht klein prangt sie im unteren Drittel auf der Front mit darüber liegenden Menütasten – will man im stereotypischen Bild bleiben, scheinen die Miniaturtasten eher für weibliche, doch zumindest kleine Hände gemacht zu sein. Durch die Durchsetzung von Touchscreens ist es anfänglich schwierig, Eingaben über die Hardware-Tasten zu unternehmen, nach kurzer Eingewöhnungsphase macht das Tippen dann aber umso mehr Freude. Sie bietet darüber hinaus ergänzende Funktionen, die das hin und her springen zwischen Tastatur und Touchscreen vereinfachen. So kann man einfach über die Tasten nach rechts wischen, um zur nächsten Seite zu gelangen oder mit einer Wischgeste nach oben durch Webseiten, Kontakte oder Ähnliches scrollen. In der Leertaste ist der Fingerabdrucksensor versteckt, mit dem sich das KEYone in sekundenschnelle entsperren lässt.

BlackBerry gelingt mit dem KEYone ein klassisch-elegantes Smartphone, das zwar ein wenig schwer in der Hand liegt, aber dennoch durch sein erfrischendes Äußeres überzeugen kann. Ein Pluspunkt ist zudem die Hardware-Tastatur. Negativ ist hingegen die fehlende IP-Zertifizierung, die als Manko betrachtet werden muss.

Einzelwertung 4,5 von 5 Sternen

Display

Der Bildschirm des KEYone hat ein eher ungewöhnliches Format, da es Platz an die Tastatur sowie auch die Menütasten, die keine On-Screen-Tasten sind, abtreten muss. Resultierend daraus ist das Display in der Diagonale 114 Zentimeter groß, was 4,5 Zoll entspricht. BlackBerry weicht von den Standard-Auflösungen ab, denn das Display stellt Inhalte mit 1.080 x 1.620 Pixel dar. Da es auf eine Pixeldichte von 433ppi kommt, bewegt es sich damit zwischen HD und Full-HD. So oder so ist das 4,5-Zoll-Display für Nutzer durchweg gestochen scharf und absolut tauglich für jedwede Situation.



Bildquelle kleines Bild: Simone Warnke /inside-handy.de | Autor: Simone Warnke
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Themen dieser News: Testcenter, Blackberry, inside-handy.de, Smartphones, Unternehmen und Märkte

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