Update Cyber-Attacke durch WannaCrypt Hackerangriff WannaCry: O2 gibt Entwarnung für DSL-Kundenservice-System

vom 26.05.2017, 08:58
Hackerangriff auf viele Unternehmen
Bildquelle: Avast

Ein groß angelegter Hackerangriff mit der Software Wannacry zog weltweit große Kreise. Durch sogenannte Trojaner erhielten die Internet-Kriminellen Zugriff auf Server und Netzwerk-Systeme und legten somit ganze Computerstrukturen lahm. Microsoft hatte schnell reagiert und stellt auch für ältere Windows Versionen wie XP ein passendes Update bereit. O2 gibt nun Entwarnung für sein zwischenzeitlich abgeschaltetes System.

O2 wieder erreichbar

Wie Spiegel Online berichtete, hatte der Verschlüsselungstrojaner WannaCry auch Auswirkungen auf O2. Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland hatte O2 bestätigt, dass das Kundenmanagementsystem vorsorglich und zur Vorbeugung abgeschaltet wurde.

Zudem hatte der Telekommunikationskonzern mit starken Störungen im DSL- und Mbobilfunknetz zu kämpfen. Laut eigener Aussage habe das aber nichts mit WannaCry zu tun. Die Abschaltung des Kundensystems hatte zur Folge, dass von der Störung betroffene Kunden nicht mehr zu Miterarbeitern von O2 durchdringen konnten. Teilweise soll die Wartezeit mehr als eine Stunde angedauert haben, ehe die Service-Hotline zur Verfügung stand.

Mittlerweile hat sich O2 noch einmal offiziell zu Wort gemeldet und das Kundenservice-System wieder aktivieren können. Der Angriff erfolgte laut O2 auf die spanische Muttergesellschaft Telefónica SA. Daraufhin wurde das System "aus Sicherheitsgründen" heruntergefahren. Mittlerweile ist es "wieder vollumfänglich hergestellt." Somit können die Fragen und Anliegen der Kunden wieder "wie gewohnt über den Self-Care-Bereich sowie über unsere Kundenhotline bearbeitet werden."

Deutsche Bahn ebenfalls betroffen

Die Hacker legten mit der Malware namens WannaCry (auch unter dem Namen WannaCrypt bekannt) bei der Bahn unter anderem Systeme lahm, die für die Info-Anzeigen auf Bahnhöfen verantwortlich sind und verlangen virtuelles Lösegeld in Form von Bitcoins. Entsprechende Mitteilungen posteten zahlreiche Beobachter auf den digitalen Bahnhofstafeln. Die Bahn selbst bestätigte den Hackerangriff via Twitter; demnach sei der Zugverkehr des Unternehmens von dem Hackerangriff nicht unmittelbar betroffen und so gebe es auch keine Einschränkungen im Verkehr, die auf den Cyberangriff zurückzuführen seien.

Avast: Krankenhäuser und spanische Telefónica von Hackerangriff betroffen

Seit Freitag ist der groß angelegte Hackerangriff bekannt. Die IT-Sicherheitsfirma Avast berichtet im eigenen Blog darüber. Der Schwerpunkt der Angriffe ist in Russland zu finden. Berichte über die Trojaner kommen jedoch aus der ganzen Welt. Die Ransomware namens WanaCrypt0r 2.0 sperrt Inhalte, die auf den infizierten Computern aufgefunden werden. Diese werden erst nach einer Lösegeldzahlung in der Internetwährung Bitcoin wieder freigegeben.

Insbesondere sind zahlreiche Krankenhäuser den Online-Erpressern ins Netz gegangen. In Deutschland ist die Deutsche Bahn das wohl prominenteste Opfer. In Spanien hat es unter anderem aber auch den Mobilfunkkonzern Telefónica getroffen, in Russland sind gar Behörden wie das Innenministerium von dem Angriff heimgesucht worden.

Hackerangriff auf viele Unternehmen
Bildquelle: Avast

Hackerangriff verhindern: So geht man auf Nummer sicher

Die Sicherheitslücke, die von den Hackern hier genutzt wird, ist in Microsofts Windows-Betriebssystem zu suchen. Avast ist die Lücke bereits seit Februar bekannt, im März hat Microsoft die Lücke bereits per Update geschlossen. Betroffen sind somit nur Systeme, die nicht über die aktuellsten Windows-Updates verfügen. Um dem Hackerangriff vorzubeugen sollte somit darauf geachtet werden, die Windows-Version stets auf dem neuesten Stand zu halten.

Microsoft schützt auch ältere Windows-Versionen

In einem Blog-Beitrag teilte Microsoft mit, ausnahmsweise auch ein Sicherheits-Update für Windows-Versionen bereitzustellen, die eigentlich nicht mehr aktualisiert werden. Sowohl für Windows XP als auch für Windows 8 und für Windows Server 2003 stehen entsprechende Aktualisierungen zur Verfügung, die schnellstmöglich installiert werden sollten, um vor dem Kryptotrojaner geschützt zu sein. Anwender von Windows 10 sind von der derzeitigen Malware-Kampagne nicht betroffen, so Microsoft. Für Windows Defender ist ab sofort ein Update erhältlich, das Wannacrypt / Wannacry erkennen kann. Sowohl der Software-Konzern als auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) raten einmal mehr zum Einsatz stets aktuell gehaltener Antivirensoftware.

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Quellen: Avast, Spiegel Online | Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Internet & Digitale Welt, Apps & Software, Störungen, Unternehmen und Märkte

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