8.400 neue Schad-Apps für Android erscheinen täglich

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Sicherheit Symbolbild
Bildquelle: inside-handy.de
Android dominiert den Smartphone-Markt und ist damit ein beliebtes Ziel für Malware-Attacken. Allein in Deutschland nutzen 67 Prozent aller Smartphone-Nutzer das Betriebssystem aus dem Hause Google. Und die Schad-Apps kommen in Scharen, täglich sollen es rund 8.400 Stück sein.

Im Jahr 2016 hatte Android einen Negativ-Rekord zu vermelden. Negativ deswegen, weil es sich um die Anzahl der neuen Schad-Apps (Malware) handelte, die für das Betriebssystem in Umlauf gebracht wurden. Rund 3,2 Millionen schädliche Apps wurden im vergangenen Jahr verzeichnet, alarmieren die Sicherheitsexperten des Bochumer Software-Hauses G Data.

Das Jahr 2017 startete dabei zunächst schwächer als das Vergleichsquartal des Vorjahres. „Nur“ 750.000 neue Schaddateien zählten die Sicherheitsexperten aus Bochum im ersten Quartal des laufenden Jahres. Für das Gesamtjahr rechnen die Sicherheitsspezialisten jedoch mit einem weiteren Anstieg der Bedrohungslage auf bis zu 3,5 Millionen neuer Schad-Apps. Für die Autoren von Schadsoftware ist Android nämlich leider vor allem eines: eine Erfolgsgeschichte.

Infografik zu Android-Schadsoftware
Bildquelle: G Data Software

Das liegt daran, dass Sicherheitsupdates oftmals lange brauchen, bis sie die Geräte der Handy-Kunden erreicht haben, denn es ist nicht so, als würde Google die Problematik ignorieren. Im Gegenteil: Der Software-Gigant bezahlt Entwickler dafür, dass sie Sicherheitsprobleme melden, arbeitet direkt mit Hardware-Anbietern wie Qualcomm oder Nvidia, aber auch mit deren Kunden, den Smartphone-Herstellern, zusammen. Jeden Monat entsteht so ein Sicherheits-Patch, der sich einfach auf bestehende Systeme anwenden lässt – doch wenn man nicht gerade zu den direkten Kunden von Google mit einem Nexus- oder Pixel-Telefon zählt, ist es meist Glückssache, ob man überhaupt in den Genuss dieser Sicherheits-Updates kommt.

Einige Marken wie BlackBerry oder Nokia werben mit dem Versprechen, regelmäßig Sicherheits-Updates einspielen zu wollen – doch wie lange diese Regelmäßigkeit vorhält, kann aufgrund des noch recht frischen Android-Engagements der beiden Handy-Klassiker noch nicht gesagt werden.

Für Android-Nutzer gibt es durch die herstellerabhängige Update-Politik keine Sicherheit, wie lange das Gerät mit Sicherheits-Patches und neuen Betriebssystem-Versionen versorgt wird – im Gegensatz zum PC, wo nicht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochen kann. Microsoft wird Windows 10 bis zum Oktober 2025 mit Sicherheits-Updates versorgen.

Sicherheits-Apps können helfen

Natürlich zeigt G Data diese Bedrohungen nicht aus reiner Gutmenschlichkeit auf. Auch die Bochumer haben eine Security-App im Programm, die mobile Geräte mit Android oder iOS vor nahenden Bedrohungen schützen soll. Bei der Wahl einer Sicherheits-App sollte man darauf achten, dass sowohl ein Virenscanner als auch ein Surf- und Phishing-Schutz enthalten ist, der gefährliche Internetseiten ausfiltert, raten die Experten.

Darüber hinaus rät auch G Data zu regelmäßigen Software-Updates, sowohl für das Betriebssystem – sofern denn Updates kommen – als auch für die installierten Apps. Der Play Store von Android versucht in der Regel während das Handy bei vorhandener WLAN-Verbindung geladen wird, alle Apps auf den neuesten Stand zu bringen, sofern man dieses Feature nicht abgeschaltet hat. Ist dies der Fall sollte man einmal täglich nach App-Updates suchen.

Umdenken erforderlich

Dies sind aber nur Pflaster, nur Einzelmaßnahmen gegen die Symptome. Die Sicherheits-Experten finden, dass ein generellen Umdenken erforderlich ist, damit schnelle Sicherheits-Updates auch abseits der Flaggschiff-Linien der Hersteller umgesetzt werden können- Oftmals scheitern viele Hersteller bei der Aktualisierung ihrer Produkte an deren schierer Vielzahl und den damit verbundenen Kosten. Auf gebrandeten Geräten haben zusätzlich auch noch die Netzbetreiber das letzte Wort über Updates. Der Appell der Sicherheits-Fachleute gilt daher weniger den Nutzern als der Mobilfunk-Industrie, allen voran Google, die sich ein effizienteres System der Update verteilen ausdenken müssen.

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