Update Mobile Bezahlverfahren Paydirekt startet "Geld Senden" per Handy: Ohne Sparkassen gegen Paypal

vom 12.07.2017, 08:51
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Bildquelle: Paydirekt

Erst im April dieses Jahres hatte das Bundeskartellamt dem Vorhaben des Internet-Bezahlsystems Paydirekt grünes Licht gegeben, Geld-Sendungen von Handy zu Handy einzuführen. Nun macht das Unternehmen ernst und startet den neuen Dienst. Wie beim Branchenprimus Paypal lassen sich von nun an Kleinstbeträge von Handy zu Handy verschicken. Der neue Service bietet sowohl Vor- als auch Nachteile.

Paydirekt versucht seit einiger Zeit auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen und sich neben Paypal als sicherer Zahlungsdienstleister mit Direktverbund zum Girokonto zu positionieren. Insbesondere Kunden der Sparkassen wurde Paydirekt wie Sauerbier angeboten. Ausgerechnet diese schauen beim Start des neuen Handy-Dienstes von Paydirekt allerdings in die Röhre: Zum Start ist das Geldverschicken per Peer-To-Peer-Methode zunächst Kunden der Commerzbank, Comdirekt, Deutsche Bank, Hypovereinsbank, Postbank und der Oldenburgischen Landesbank vorbehalten.

Kunden dieser Banken, die zusätzlich einen Paydirekt-Account haben, können von nun an ganz simpel Geld verschicken – auch an Kunden ohne Paydirekt-Zugang, was den Service beispielsweise von Paypal abhebt. Nachteil dabei: Der Empfänger erhält eine Zahlungsbenachrichtigung per SMS oder E-Mail, muss dann aber trotzdem die Paydirekt-App installiert haben, um die Zahlung – immerhin ohne Registrierung – entgegenzunehmen. Ist der Empfänger des Geldes ebenfalls Paydirekt-Kunde, wird der Obolus direkt auf das hinterlegte Girokonto transferiert.

Geld senden mit Paydirekt – so funktioniert der neue Service

Der aktive Part, also derjenige, der das Geld versenden möchte, muss in der Paydirekt-App den gewünschten Empfänger des Betrages entweder per Mailadresse oder Mobilfunknummer angeben. Dann wird der Betrag eingegeben und das Geld per Klick auf "Senden" auf den Weg geschickt. Kontodaten wie IBAN oder BIC-Nummer müssen dabei nicht eingegeben werden. Laut Paydirekt steht hinter allen Transaktionen über Paydirekt das komplette Arsenal an Sicherheits-Gewährleistungen der teilnehmenden deutschen Banken.

Auch lokal, auf dem Smartphone sollen die Daten sicher sein. Mindestanforderungen für die Installation der Paydirekt-App ist iOS 9 oder Android 4.4.

Geld senden mit Paydirekt
Bildquelle: Paydirekt

Sparkassen-Kunden noch außen vor

Wie erwähnt, können Kunden der Sparkassen, also des Banken-Marktführers in Deutschland, den Service noch nicht nutzen. Paydirekt weicht diesem Umstand in der Pressemitteilung mit der Anmerkung aus, dass laufend weitere Banken und Sparkassen den neuen Service anbieten würden. Ob die Sparkasse, die gemeinhin lieber in einem geschlossenen System arbeitet, diesen Weg so schnell mitgehen wird, bleibt abzuwarten. Einerseits hieße das ja, dass die behüteten Girokonten einem Netzwerk Dritter geöffnet würden. Andererseits steht das P2P-Verfahren von Paydirekt in Konkurrenz zum Sparkassen-Dienst Kwitt, der bereits in die Sparkassen-App integriert ist und innerhalb des Sparkassen-Ökosystems diesen Service bereits bietet.



Quellen: Bundeskartellamt, Paydirekt | Bildquelle kleines Bild: Paydirekt | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Mobiles Internet, Internet und digitale Welt, Mobilfunk-News, Mobilfunktechnik, Unternehmen und Märkte

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