Trotz Note7-Fiasko und spätem S8: Samsung startet rasant ins neue Jahr

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Samsung Store in Bangkok
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de
Sowohl das Debakel um das Galaxy-Note-7-Smartphone, als auch die Verschiebung der Präsentation des neuen Samsung-Flaggschiffs scheinen den Umsätzen des südkoreanischen Elektronikkonzerns nicht geschadet zu haben. Besonders stieg der Gewinn im Vergleich zum ersten Vorjahresquartal sehr stark an.

Samsung hat nun auch offiziell die Quartalszahlen für die ersten drei Monate des laufenden Kalenderjahres veröffentlicht. Die vielversprechenden (Vor-)Verkaufszahlen für das Galaxy S8 und S8+ fallen hier noch nicht ins Gewicht, da Samsung das Gerät ja erst in den letzten Zügen des Quartals überhaupt vorstellte, zudem ist der Mischkonzern längst nicht nur auf dem Smartphone-Segment unterwegs.

Neben den mobilen Endgeräten baut Samsung konzernintern nämlich vor allem auch auf die Display- und Chip-Sparte, die regelmäßig große finanzielle Erfolge vorzuweisen hat. Das Unternehmen Samsung Electronics, das all diese Unterfirmen beherbergt, konnte den Umsatz im Jahresvergleich stabil halten und um rund 1,5 Prozent steigern. Am Ende des Tages steht ein Umsatz von 50,55 Trillion Koreanischen Won, was rund 41,1 Milliarden Euro entspricht.

Milliardengewinn – aber nicht dank Smartphones

Ein Ausrufezeichen dabei: Der reine Gewinn von 8 Milliarden Euro. Der heimliche Star im Team: Die Halbleiter-Sparte, die alleine für 5,1 Milliarden Euro Gewinn verantwortlich zeichnete. Die Chip-Produktion bei Samsung brüllt und lässt die repräsentativere Smartphone-Sparte vergleichsweise alt aussehen. Letztere findet sich innerhalb des Konzerns im Bereich IT & Mobile Communications und konnte nicht an das starke Ergebnis aus dem Vorjahr anknüpfen. Jammern auf hohem Niveau, denn ein positives Ergebnis erzielte die Sparte trotzdem mit knapp 1,7 Milliarden Euro Gewinn, im ersten Quartal 2016 lag der Gewinn aber noch bei umgerechnet 3,2 Milliarden Euro.

Für den Gewinn-Rückgang in der Mobil-Sparte machte Samsung nicht etwa das Note7 verantwortlich, das wird in der Pressemitteilung totgeschwiegen. Stattdessen schiebt man die geringfügig schlechteren Zahlen auf Preisanpassungen beim Galaxy S7 – sprich: Wertverlust und Preisreduktionen.

S8-Verkäufe sorgen für Optimismus

Durch den Verkaufsstart des Galaxy S8 und dessen großen Bruder Galaxy S8+ schickt sich der Außendarstellungs-Bereich allerdings an, die glorreichen Zeiten mit Rekordgewinnen wieder aufleben zu lassen. Die Margen dabei sind hoch: An jeder zur UVP verkauften Einheit eines neuen Flaggschiffs verdient Samsung ordentlich: Das 800 Euro teure Galaxy S8 kostet in der Herstellung nämlich „nur“ etwas mehr als 280 Euro, wie eine Analyse erst kürzlich herausgefunden hat. Nichtsdestotrotz ist das Galaxy S8 in der Herstellung das teuerste Smartphone.

Um den Bogen wieder zurück zu den Finanzen zu spannen: Samsung rechnet nach dem guten ersten, mit einem umso stärkeren zweiten Quartal. Die Prognose für das Gesamtjahr 2017 ist Ende April dadurch mehr als rosig.

Neben Handys und Halbleitern kann Samsung wie gewohnt auch auf starke Display- und Fernseher-Verkäufe bauen. Auch in diesem Bereich sind die Südkoreaner Weltmarktführer. Auch im Galaxy S8 können sich Nutzer von der Expertise aus Südkorea ein bild machen. Das sogenannte Infinity-Display des S8-Gespanns sucht auf dem Markt aktuell seinesgleichen.

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