Galaxy S8 und S8+ vorgestellt: Samsungs S-Klasse im Hands-On

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Samsung Galaxy S8 im Hands-On
Bildquelle: Julia Froolyks, Hayo Lücke / inside-handy.de
Selten waren die Erwartungen an ein Smartphone größer: Samsung stellt aktuell das neue Top-Smartphone Galaxy S8 vor. Und das gleich in zwei Ausführungen. Statt wie zuletzt auf einer Messe, nutzte man in diesem Jahr die eigenen Bühnen, insbesondere in London und New York, zur Präsentation. Nach den Negativschlagzeilen im zweiten Halbjahr 2016 musste Samsung liefern. inside-handy.de stellt das S8-Paket in einem ausführlichen Hands-On vor.

Aus dem Galaxy S7 und dem S7 edge werden zwei neue Ableger, auf den Zusatz „edge“ wird in diesem Jahr jedoch verzichtet. Stattdessen gibt es ein Samsung Galaxy S8 und ein Samsung Galaxy S8+. Wobei die Bemerkung erlaubt ist, dass die Displaydiagonale des normalen S8 bereits größer ist als noch jene im Note7, welches mit 5,67 Zoll das größte Samsung-Smartphone war. Die im S8+ übersteigt gar die 6-Zoll-Marke. Der Wegfall des Labels „edge“ ist ganz einfach zu erklären: Wie in Gerüchten bereits angeklungen ist, kommt die Galaxy-S8-Serie ganz ohne flache Version aus, beide Geräte sind mit gewölbten Kanten ausgerüstet. Neu ist dazu, dass der bis zuletzt charakteristische Samsung-Schriftzug oberhalb des Displays verschwunden ist. Stattdessen hat Samsung die Ränder zu Gunsten der Displaygröße auf ein Minimum zusammengeschrumpft.

Der Fingerabdrucksensor wandert von unterhalb des Displays auf die Rückseite: Hier findet er nicht unter, sondern neben der eingelassenen Kamera Platz. Der Home-Button ist unter das Display gewandert. Navigiert wird von nun an auch bei Samsung über On-Screen-Tasten.

Samsung Galaxy S8 Präsentation
Bildquelle: Samsung

Das ist das Samsung Galaxy S8

Mannschaftskapitän ist das namensgebende Galaxy S8: Das Gerät misst in der Displaydiagonalen 5,8 Zoll, was 14,6 Zentimetern entspricht. Aufgelöst wird in bis zu QHD-Qualität (1.440 x 2.960 Pixeln), wobei die Längsseite um 400 Pixel von 2.560 auf 2.960 Bildpunkte verlängert worden ist. Pro Zoll werden demnach 570 Pixel (ppi) angezeigt. Softwareseitig kann die Bildschirmauflösung zum Energiesparen auch heruntergefahren werden, beispielsweise auf Full HD (1080p) oder gar HD (720p). Technologisch nennt Samsung die Anzeige Infinity-Display, geschützt wird das Display von Gorilla Glass 5. Erwähnenswert ist daneben die IP68-Zertifizierung, wodurch das Smartphone gegen geringe Mengen Wasser gefeit ist.

Angetrieben wird das Galaxy S8 hierzulande von dem neuesten Spross der Samsung-Prozessoren-Familie Exynos, dem Exynos 8895. Dieser teilt sich in zwei Cluster auf, die eine Taktrate von bis zu 2,3 beziehungsweise 1,7 GHz erreichen. Die Cluster verfügen über je vier Rechenkerne. Der Chipsatz ist kompatibel mit dem LTE-Standard Cat 16, der theoretische Datenraten von 1 Gbit/s erlaubt.

Der Exynos-Prozessor wird von 4 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Bei der grundlegenden Speichervariante macht Samsung einen Sprung von 32 auf 64 GB, der mittels Micro-SD-Karte erweitert werden kann.

Iris-Scanner

Neben dem Fingerabdrucksensor bietet das Galaxy S8 ebenfalls einen Iris-Scanner, der auch mit Samsungs Sicherheitsplattform Knox gekoppelt ist. Der Scanner soll das Smartphone schnell entsperren, auch wenn das S8 durch DeX mit einem Computer verbunden ist – dazu später mehr. Als nettes Feature entpuppt sich darüber hinaus, dass der Locksscreen automatisch freigegeben wird, sobald das Galaxy S8 das Gesicht seines Nutzers erkennt.

Samsung Galaxy S8 Unpacked Event Iris-Scanner
Bildquelle: Hayo Lücke/inside-handy.de

Dual-Pixel- statt Dual-Kamera für das S8

Ein großes Fragezeichen stand lange hinter der Kamera des Galaxy S8. Nun ist klar, Samsung geht den Trend der Dual-Kameras nicht mit. Im S8 verrichtet die bewährte 12-Megapixel-Kamera mit Dual-Pixel-Funktion ihre Arbeit. Ausgestattet mit einer f/1.7-Blende und einem optischen Bildstabilisator (OIS) soll die hervorragende Kameraleistung des Galaxy S7 (edge) bestätigt werden. Auf der Vorderseite kommt eine 8-Megapixel-Kamera zum Einsatz. Diese bietet ebenso eine f/1.7-Blende und ist mit einem Autofokus ausgestattet.

Die Kamera ist mit einer neuen Technologie versehen, die Szenen so darstellen will, dass die Software aus vielen Aufnahmen selbstständig die beste herausfiltert. Hierfür werden automatisch Zusatzaufnahmen für Vergleichszwecke der Software erstellt.

Nougat-Android und bekannter Akku

Das Gesamtpaket wird von einem 3.000 mAh starken Akku am Laufen gehalten. Dieser wird sich ob der jüngeren Vergangenheit in den Tests besonders kritischen Blicken ausgesetzt fühlen. Aufgeladen wird der Energiespeicher, und das ist neu bei der S-Klasse von Samsung, über einen USB-C-Stecker. Dass eine Schnellladetechnik zum Einsatz kommt, muss fast nicht mehr erwähnt werden. Auch kabellos lässt sich das Smartphone per Qi-Standard aufladen. Die Benutzeroberfläche von Samsung basiert im Galaxy S8 auf Android 7.0, die aktuelle Nougat-Version 7.1, kam demnach offenbar ein wenig zu spät.

Weitere Anschlüsse und Verbindungsmöglichkeiten:

  • NFC
  • Bluetooth 5.0
  • GPS, BeiDou, Galileo
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2.4/5GHz)
  • 3,5-Millimeter-Klinkenstecker

Bluetooth 5.0, DeX-Dock, Samsung Connect und Bixby-Sprachassistent

Bemerkenswert ist hierbei, dass Samsung beim S8 erstmals auch auf den neuen Standard Bluetooth 5.0 vertraut. Bislang ein Novum unter den großen Herstellern. Ebenfalls Teil der Gerüchteküche und nun tatsächlich Realität ist der optional erhältlich DeX-Dock, der das Handy zu einem Desktop-PC macht. Diese Dockingstation kostet etwa 150 Euro.

Der Sprachassistent Bixby wurde ebenfalls durch die Gerüchte-Küche gejagt wie kaum ein weiteres Feature des neuen Galaxy S8. Zum Start müssen deutsche Nutzer allerdings vertröstet werden. Die Sprachsoftware funktioniert ab Werk nur in zwei Srachen: Koreanisch und Englisch. Trotz dessen soll Bixby das Leben seiner Nutzer vereinfachen: Beispielsweise soll der Sprachassistent auf Kontexte eingehen und entsprechend reagieren, sprich passende Inhalte anzeigen können. Ebenfalls haben Nutzer die Möglichkeit, mit Bixby Erinnerungen zu erstellen. Mit dem Sprachassistenten will Samsung Befehle durch Stimme und Berührung kombinieren.

Schlussendlich können künftige Besitzer mit Hilfe von Samsung Connect ihre Smart-Home-Produkte steuern. Durch eine entsprechende App werden dann verschiedene Modi eingestellt, beispielsweise den „Guten-Morgen-Modus“. Diese Funktion soll auch für Apps von Drittanbietern angeboten werden.

Der große Bruder: Das ist das Samsung Galaxy S8+

Das Innenleben der beiden neuen Samsung-Smartphones ist nahezu identisch. Das Plus-Zeichen im Namen des Galaxy S8+ steht allen voran für die Größe: Die Displaydiagonale wird auf sage und schreibe 6,2 Zoll aufgebläht. Entsprechend verändern sich die Maße des Smartphones auf fast 159,5 mal 7,3 Zentimetern bei einer Dicke von 8,1 Millimetern. Das Smartphone hat trotz höchst effizientem Display-Rand-Verhältnis locker Phablet-Größe.

Nichtsdestotrotz wird auch auf dem größeren Display nicht an der Auflösung geschraubt, diese bleibt bei 1.440 x 2.960 Pixeln, die Pixeldichte wird ob des größeren Bildschirms entsprechend kleiner und beträgt beim S8+ noch 529 ppi.

Auch die weiteren Daten, betreffend den Prozessor, den Speicher oder die Kamera sind gegenüber dem S8 unverändert. Lediglich der Akku kommt mit 3.500 mAh Fassungsvermögen etwas größer daher. Inwiefern die 500 mAh Unterschied nur Kompensation für das größere Display sind, kann erst ein ausführlicher Test beider Smartphones zeigen.

Das Galaxy S8 und Galaxy S8+ im Hands-On

Die Redaktion von inside-handy.de hatte auf der Europapremiere der beiden neuen Samsung-Flaggschiffe in London die Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck von den Smartphones zu verschaffen. Und der fiel mit leichten Abstrichen durchaus positiv aus.

Leicht aber nicht durchgehend hochwertig

Vergleicht man die beiden S8-Modelle beispielsweise mit einem iPhone 7 Plus von Apple, wird die deutlich schlankere Form der Smartphones aus Südkorea sehr deutlich. Auch in kleineren Händen wirken die neuen Samsung-Handys zwar durchaus wuchtig, sind aber grundsätzlich besser auf das alltägliche Nutzungsverhalten abgestimmt. Ein gelegentlich notwendiges Umgreifen in verschiedenen Nutzungsszenarien lässt sich aber auch bei den S8-Modellen nicht vermeiden.

Erfreulich ist, dass Galaxy S8 und Galaxy S8+ trotz ihrer großen Displays verblüffend leicht sind. Aber, und das soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden: Bei aller Hochglanz-Optik sorgt das geringe Gewicht dafür, dass den Nutzer zum Teil das Gefühl beschleicht, ein weniger hochwertiges Handy zu nutzen. Fast fühlt man sich ein wenig an frühere Zeiten erinnert, als Samsung-Handys der Ruf vorauseilte, grundsätzlich aus wenig werthaltigem Polycarbonat gefertigt zu sein. Wohlgemerkt: Das ist an dieser Stelle Jammern auf ziemlich hohem Niveau, denn insgesamt hat Samsung mit den neuen Handys ein beeindruckendes Stück Technik auf den Weg gebracht.

Riesige Displays für noch mehr Smartphone-Spaß

Eine nicht nur technische, sondern auch optische Meisterleistung sind die sogenannten Infinity-Displays – auch wenn man Smartphones ohne Display-Ränder aus China schon länger kennt. Das Xiaomi Mi Mix lässt grüßen. Fakt ist: In gewisser Weise entsteht mit den Riesen-Displays ein ganz neues Gefühl bei der Smartphone-Nutzung. Denn die Inhalte von Filmen, Fotos oder auch Internetseiten auf der gesamten Front des Smartphones ohne störende Ränder betrachten zu können, macht richtig Laune. Dass ein physischer Home-Button nicht mehr vorhanden ist, wirkt sich nicht negativ auf die allgemeine Nutzung aus.

Und trotzdem bleiben beim Samsung Galaxy S8 und Samsung Galaxy S8 Plus auch Schwachstellen, die vor allem mit Blick auf die Rückseite deutlich werden. Die Tatsache, dass ein Fingerabdrucksensor direkt neben der Kameralinse positioniert wurde, wäre einerseits zu kritisieren. Denn zumindest während der anfänglichen Nutzungszeit wird es sich nicht vermeiden lassen, dass der Zeigefinger nicht den Sensor trifft, sondern das Schutzglas der rückseitig integrierten Kamera. Ein Schleier über aufgenommenen Fotos und Videos wäre dann die Folge. Mit der Zeit dürfte man sich als Nutzer allerdings vermutlich daran gewöhnen, wo der Zeigefinger für die Bedienung des Fingerabdrucksensors zu landen hat.

Es fällt aber noch etwas auf der Rückseite negativ auf – und das lässt sich nicht so ohne Weiteres vermeiden: Die rückseitige Oberfläche ist extrem anfällig für Fingerabdrücke. Wer sein Smartphone liebt, wird es mehrmals täglich von Schmierereien befreien wollen und das kann auf Dauer – sorry Samsung – extrem nervig werden. Abhilfe kann da wohl nur eine Schutzhülle schaffen.

Preis und Verfügbarkeit der neuen Samsung-S8-Smartphones

Wie erwartet dreht Samsung etwas an der Preisschraube. Ab dem 28. April werden die beiden Geräte auch hierzulande den Markt erreichen. Das kleinere S8 kostet zum Start knapp 800 Euro, das S8+ mit größerem Display und Akku kostet 100 Euro mehr. Zunächst werden beide Geräte in Schwarz, Grau und Silber auf den deutschen Markt kommen. Auf der Samsung-Homepage kann das Gerät ab heute vorbestellt werden. Auch der deutsche Netzbetreiber Vodafone verschickte mit Veröffentlichung des Galaxy S8 seine Strategie für die Markteinführung. Ab dem 30. März können beide Geräte vorbestellt werden. Ab dem 28. April, zum offiziellen Verkaufsstart, stehen die Smartphones dann auch in den Läden bereit.

Samsung Galaxy S8 Unpacked Event Markstart
Bildquelle: Hayo Lücke/inside-handy.de

Der Mobilfunkprovider Sparhandy verspricht gar, das Galaxy S8 für Vorbesteller bereits ab dem 20. April auszuliefern.

Samsung Galaxy S8 und Galaxy S7 im Vergleich

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