Dreikampf: Samsung Galaxy S6 edge gegen Galaxy S7 edge gegen Galaxy S8

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Samsung Galaxy S6 edge gegen S7 edge gegen S8
Bildquelle: Samsung, inside-handy.de
In diesem Jahr geht Samsung mit seiner achten Galaxy-S-Generation an den Start. Eine der kontrovers diskutierten Neuerungen: Es gibt keine Variante mit flachem Display mehr. Grund genug das Samsung Galaxy S8 gegen seine Vorläufer Samsung Galaxy S7 edge und Samsung Galaxy S6 edge in den großen Generationen-Vergleich zu schicken. Wie sich der Neuankömmling gegen Vater und Großvater schlägt? Die Redaktion von inside-handy.de hat verglichen.

Der nachfolgende Artikel gibt einen Überblick zu den technischen Spezifikationen und den daran auszumachenden Unterschieden zwischen dem Galaxy S6 edge, dem Galaxy S7 edge und dem Galaxy S8. Detaillierte Angaben dazu, wie sich das Samsung Galaxy S8 tatsächlich schlägt, wird man dem ausführlichen Testbericht entnehmen können, den inside-handy.de kurz nach Eintreffen des Testgeräts in der Redaktion veröffentlichen wird.

Verarbeitung und Design

Bei der Materialwahl überrascht Samsung nicht: Zum dritten Mal in Folge verwendet der Hersteller Glas als primäres Material für sein Flaggschiff. Zusammengehalten wird das Glas in allen drei Generationen von einem Metallahmen, den Samsung jeweils der Gehäusefarbe anpasst.

Bei der Farbgebung zeigt sich Samsung von Jahr zu Jahr kreativ und gibt jedem Modell eine eigene Farbpalette mit auf den Weg. Während das Galaxy S6 edge in den Farben „Black Sapphire“ (Schwarz), „Green Emerald“ (Grün), „Gold Platinum“ (Gold) und „White Pearl“ (Weiß) erhältlich ist, kam das Galaxy S7 edge in den noch etwas konservativeren Farben „Black Onyx“ (Schwarz), „Gold Platinum“ (Gold), „White Pearl“ (Weiß) und „Silver Titanium“ (Silber) auf den Markt.

Während sich von S6 auf S7 nicht allzuviel getan hat, entwickelte Samsung für sein Galaxy S8 eine komplett neue Farbpalette. Vorgestellt wurde das neue Vorzeige-Smartphone in insgesamt fünf Farben, für den europäischen Markt sind davon jedoch nur drei vorgesehen. So wird das Galaxy S8 und sein größerer Zwilling S8+ in den Farben „Midnight Black“ (Schwarz), „Orchid Gray“ (ein violettes Grau) und „Arctic Silver“ (Silber) in Europa erscheinen. Für andere Märkte gibt es noch „Maple Gold“ (Gold) und mit „Coral Blue“ kehrt dort auch die blaue Farbgebung des gescheiterten Galaxy Note7 zurück.

Samsung Galaxy S8 im Hands-On

Auch bei der Gestaltung der Front setzt Samsung mit dem Galaxy S8 ein neues Zeichen. Die bisherige Aufteilung der Frontpartie, die beim S6 edge und dem S7 edge ähnlich gehalten war, ist komplett verschwunden. Stattdessen nimmt das „Infinity Display“ des Galaxy S8 nun die komplette Vorderseite ein. Auch der Home-Button, bisher Samsungs Markenzeichen, musste dem riesigen Display weichen. Stattdessen hat Samsung den Home-Button unter das Display verlegt, wo er wie Apples bekannte 3D-Touch-Funktion als druckempfindliche Fläche weiter lebt.

Der Fingerabdruck-Sensor, bisher Bestandteil des Home-Buttons, ist beim Galaxy S8 auf die Rückseite gewandert und hat dort seinen neuen Platz neben der Kamera gefunden. Dort wird er von einem Rahmen eingefasst, der dem Rand des Kameramoduls entspricht, das Samsung auch in dieser Modellgeneration nicht ebenmäßig in die Rückseite des Smartphones versenkt. Während der Fingerabdruck-Sensor rechts neben dem Kameramodul platziert wurde, hat Samsung das Blitzlicht links neben den Bildsensor eingelassen.

An den Seiten der Smartphones hat Samsung über die Generationen hinweg immer wieder gefeilt. Hatte das Galaxy S6 edge noch eine recht flache Rückseite und dadurch ziemlich kantige Seite, war das S7 edge bereits deutlich runder. Das S8 behält dies bei, ergänzt die Geräteseiten jedoch um einen zusätzlichen Button für Samsungs smarten Assistenten Bixby.

Display

Über die Jahre sind die Bildschirme der Samsung-Flaggschiffe mit Edge-Display immer größer geworden. Kam das Samsung Galaxy S6 edge noch mit einem 5,1-Zoll-Display daher, waren es beim Galaxy S7 edge bereits 5,5 Zoll. Dabei bleib die Auflösung unverändert bei QHD, also 1.440 x 2.560 Pixeln. Auch im Jahr 2017 ist die Display-Diagonale noch einmal deutlich angewachsen, auf nunmehr 5,8 Zoll. Damit das Gerät dabei nicht unhandlich wird, hat Samsung sich für ein Seitenverhältnis von 18,5:9 entschieden und ist deshalb etwas mehr als doppelt so hoch wie breit. Die Auflösung beträgt hier ungewöhnliche 1.440 x 2.960 Pixel.

Der „Infinity Display“ genannte Bildschirm ist mit abgerundeten Ecken ausgestattet und fügt sich dadurch besser als zuvor in das rundliche Design des Smartphones ein. Randlos ist das Display des Samsung Galaxy S8 jedoch nicht, auch wenn Samsung dies in etlichen Marketing-Renderbildern durch starken Lichteinfall suggeriert.

Alle Galaxy-Modelle der letzten Jahre nutzen die Super-AMOLED-Technologie von Samsung, die für satte Farben und tiefes Schwarz bekannt ist. Was diese Display-Technologie noch auszeichnet, hat die Redaktion von inside-handy.de in einem separaten Artikel zusammengefasst

Betriebssystem und Software

Samsungs Flaggschiffe kommen jeweils mit der aktuellsten Android-Version zum Erscheinen. Doch auch für das S7 edge und das S6 edge ist die nun aktuelle Android-Geschmacksrichtung Nougat bereits erhältlich.

Während Samsung seinen Vorgängermodellen mit Android 7.0 Marshmallow bereits eine visuelle Erfrischung der Benutzeroberfläche spendiert hat, geht der Marktführer auf seinem neuesten Flaggschiff noch einen Schritt weiter und führt eine komplett neue Designsprache in die eigene Oberfläche ein, mit der das Standard-Interface von Android maskiert wird.

Die wohl größte Neuerung im Bereich Software dürfte jedoch Bixby darstellen. Die Assistenzsoftware von der mittlerweile für Samsung arbeitenden Siri-Schöpfer kann perspektivisch viele Bereiche des Smartphones auf Zuruf steuern. Perspektivisch deswegen, weil der Assistent im Moment nur Koreanisch und Englisch versteht. Eine deutsche Version von Bixby soll erst Ende des Jahred zur Verfügung stehen, dann aber auch per Update auf ältere Modelle.

Exklusiv für das Galaxy S8 und S8+ wird jedoch DeX bleiben, die „Desktop Experience“, Samsungs Antwort auf Microsofts Continuum. Auch hier werden an ein spezielles Dock Monitor, Maus und Tastatur angeschlossen, allerdings ist das Schalendesign von Samsung etwas eleganter als das Kästchen von Microsoft. Auf dem großen Bildschirm ist anschließend eine spezielle Android-Oberfläche zu sehen, mit der sich viele Android-Apps über ihr jeweiliges Tablet-Interface komfortabel als Desktop-Apps verwenden lassen.

Leistung

Die europäischen Versionen der Galaxy-S-Familie betreibt Samsung traditionell mit seinen hauseigenen Exynos-Prozessoren. Während im S6 edge der Exynos 7420 zum Einsatz kam, war es mit dem Exynos 8890 im Galaxy S7 edge ein großer Sprung. Dagegen wirkt der Sprung zum Exynos 8895 vergleichsweise klein, betrachtet man nur die Modellnummer des Prozessors.

Doch der Schein trügt, ist der Exynos 9 – so die Marketingbezeichnung des Chips – doch der erste Samsung-Prozessor, der im 10-nm-Verfahren hergestellt wird. Dieses Merkmal hat der Chip mit dem Qualcomm Snapdragon 835 gemein, der die US-amerikanische Version des Smartphones antreibt und ebenfalls in Samsungs Chipfabriken vom Band läuft. Bei der Taktfrequenz der Octa-Core-Prozessoren gibt es in diesem Jahr keinen neuen Rekord, wie schon das Vorjahresmodell taktet der Chip des neuen Flaggschiffes mit maximal 2,3 GHz. Einzig der Wert des Galaxy S6 aus dem Jahr 2015 fällt hier mit 2,1 GHz etwas ab.

So wie die Prozessor-Taktfrequenzen verteilen sich auch die Arbeitsspeicher-Gigabytes über die Galaxy-Generationen: S7 edge und S8 können beide mit 4 GB aufwarten, während das 2015er Modell sich mit 3 GB begnügen muss.

Eine spürbare Steigerung von Generation zu Generation ist hingegen beim Grafikprozessor zu verzeichnen, der in den jeweiligen Exynos-Chips integriert ist. So kam beim Galaxy S6 edge der ARM Mali-T760 zum Einsatz, der mit 8 GPU-Kernen arbeitet. Beim Galaxy S7 edge gibt es bereits 12 GPU-Einheiten, die im ARM Mali-T880 ihren Dienst verrichten. Auch beim Galaxy S8 hat Samsung noch eine Schippe drauf gepackt und stattet das Smartphone mit dem ARM Mali-G71 aus, dem Grafik-Flaggschiff von ARM, das bei Samsung gleich 20-fach zum Einsatz kommt.

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Samsung Galaxy S6 edge
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Samsung Galaxy S7 edge
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Samsung Galaxy S8
Bildquelle: Samsung
Display 5,1 Zoll, 1.440 x 2.560 Pixel 5,5 Zoll, 1.440 x 2.560 Pixel 5,8 Zoll, 1.440 x 2.960 Pixel
Android-Version 7.0 Nougat / Experience UX 7.0 Nougat / Experience UX 7.0 Nougat / Experience UX
Prozessor Samsung Exynos 7420
Octa-Core / bis zu 2,1 GHz
Samsung Exynos 8890
Octa-Core / bis zu 2,3 GHz
Samsung Exynos 8895
Octa-Core / bis zu 2,3 GHz
RAM 3 GB 4 GB 4GB
interner Speicher 32 / 64 / 128 GB 32 / 64 GB 64 GB
MicroSD nein ja (200 GB) ja (256 GB)
Kamera hinten / vorne 16 MP / 5 MP 12 MP / 5 MP 12 MP Dual-Pixel / 8 MP
Fingerabdrucksensor ja ja ja
Akku 2.600 mAh 3.600 mAh 3.000 mAh
USB-Port Micro-USB 2.0 Micro-USB 2.0 USB 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP68 IP68
LTE Cat 6 Cat 9 Cat 16
Abmessungen (mm) 142,1 x 70,1 x 7 150,9 x 72,6 x 7,7 148,9 x 68,1 x 8
Farben Schwarz, Weiß, Gold, Grün Schwarz, Weiß, Gold, Silber Schwarz, Silber, Grau
Einführungspreis 849 EUR (32 GB) 799 EUR (32 GB) 799 EUR
Aktueller Marktpreis 379 EUR (32 GB) 499 EUR (32 GB) Marktstart Mitte April

Bei den Speichervarianten hat Samsung in diesem Jahr erneut die Anzahl reduziert. Während das Galaxy S6 edge 2015 noch in drei Größen – 32 GB, 64 GB und 128 GB und ohne erweiterbaren Speicher daherkam, kann dieser seit dem Modell des Jahres 2016 mit SD-Karten vergrößert werden. Totzdem gab es beim S7 edge noch zwei verschiedene Varianten, 32 GB und 64 GB. Das neue S8 kommt nur noch in einer Variante daher: 64 GB mit Erweiterungsmöglichkeit müssen allen Nutzern gerecht werden.

Kamera

Mit der Kamera des Galaxy S7 edge hat Samsung seinerzeit Maßstäbe gesetzt. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Anzahl der Megapixel von 15,9 auf 12,2 reduziert, dafür wurde aber der Sensor größer und mit einer Blende von f/1,7 (S6 edge: f/1,9) auf ein lichtstarkes Objektiv gesetzt.

Beim Galaxy S8 hat man den Sensor abermals auf nun 1/2,55 Zoll vergrößert, behält die 12,2 Megapixel (4.272 x 2.848 Pixel) und die Blende von f/1,7 jedoch bei. Wie beim S7 edge, nicht aber beim S6 edge, ist das Blitzlicht zweifarbig. Allen Kameras gemein ist ein optischer Bildstabilisator.

Eine nennenswerte Verbesserung führt das Galaxy S8 jedoch bei der Selfie-Kamera ein: Diese löst nun mit 8 Megapixel auf, zuvor musste hier mit 5 Megapixel vorlieb genommen werden. Auch hier kommt nun eine Blende von f/1,7 zum Einsatz, der Sensor ist 1/3,6 Zoll groß.

LTE und WLAN

Was die LTE-Geschwindigkeit angeht, hat Samsung sich von Modell zu Modell gesteigert. So konnte das Samsung Galaxy S6 edge maximal 50 Mbit/s im Upload und 300 Mbit/s im Download übertragen. Beim S7 edge waren es im Download bereits 450 Mbit/s. Auch hier legt die neue Modell-Generation nochmal eine deutliche Schippe drauf: Aufwärts geht es von nun an mit 100 Mbit/s, abwärts mit maximal 1.000 Mbit/s. Voraussetzung hierbei ist jeweils, dass das Mobilfunknetz diese Geschwindigkeit auch bereitstellen kann und ein entsprechender Tarif gebucht wurde. Deutsche Mobilfunknetze erreichen diese Geschwindigkeiten im Regelbetrieb nicht.

Samsung Galaxy S6 edge Plus im Kameratest

Beim WLAN gibt es keine Neueungen, alle drei Modellgenerationen unterstützen WLAN nach den Standards a, b, g, n und ac und somit bis zu 1.300 Mbit/s. Dabei werden sowohl das Frequenzband um 2,4 GHz und 5,0 GHz unterstützt.

IP-Zertifizierung

Während das Samsung Galaxy S6 edge völlig ungeschützt daherkam, sind sowohl das S7 edge als auch das S8 dank IP68 vor dem Eindringen von Stäuben und Wasser geschützt. Dies bedeutet konkret, dass das Gerät sowohl vollständig staubdicht ist, als auch gegen dauerndes Untertauchen in klares Wasser geschützt ist. In der Waschmaschine sollte das Smartphone dennoch nicht landen, denn Zusätze wie Waschmittel können den Flüssigkeitsschutz unwirksam machen.

Preis-Leistung

Keine Frage, die Samsung-Modelle sind im absoluten Premium-Bereich angesiedelt. Das schlägt sich auch auf den Preis nieder. Während das Galaxy S8 Ende April für 799 Euro an den Start geht, ist dies auch die aktuelle Preisempfehlung für das Galaxy S7 edge mit 32 GB. Während das S8 unter diesen Gesichtspunkten mit seinen 64 GB RAM als der bessere Deal erscheinen mag, wird die Preisempfehlung zum Erscheinen des neuen Modells höchstwahrscheinlich sinken, denn das Galaxy S6 edge soll laut Samsung noch für 549 Euro feil geboten werden.

Betrachtet man die Marktpreise, sehen die Realitäten sowieso ganz anders aus: So gibt es das Galaxy S6 edge online schon ab 379 Euro und das Galaxy S7 edge ist bereits ab 499 Euro zu haben. Auch der Marktpreis des Galaxy S8 dürfte wenige Wochen nach dessen Erscheinen bereits deutlich unter der Preisempfehlung liegen.

Fazit

Für welches Galaxy-Flaggschiff man sich letztendlich entscheidet, hängt von den persönlichen Präferenzen ab. Wer für wenig Geld Flaggschiff-Luft schnuppern will, kann auch im Jahr 2017 noch zum Galaxy S6 edge greifen, wer besonderen Wert auf die Kamera legt, kann zum Galaxy S7 edge greifen, denn hier hat sich zum neuen Modell recht wenig verändert.

Das Galaxy S8 punktet vor allem durch sein aufsehenerregendes Display und seine neuen Software-Funktionen sowie neue Möglichkeiten der biometrischen Entsperrung durch Iris- oder Gesichtsscan. Auch die zusätzlichen Farben und das besonders schlichte Design der Front könnten Gründe für das neue Flaggschiff der Koreaner sein.

Wer sein Galaxy-Flaggschiff ohnehin mit einem neuen Laufzeitvertrag oder einer Vertragsverlängerung bestellt, sollte vorsichtshalber zum neuesten Modell greifen, denn so günstig kommt man sonst nicht an die Geräte heran.

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