EU-RichtlinieTausenden Smartphones droht Verkausstopp ab Juni

vom 20.03.2017, 18:06
Die besten Smartphones für unter 300 Euro

Das wäre eine fatale Entwicklung: Wie "Die Welt" berichtet, soll in diesem Jahr tausenden Smartphones und Routern ein Verkaufsstopp drohen. Der Grund liegt in einer auslaufenden EU-Richtlinie, die von der zuständigen Kommission bisher weder erneuert, noch neu ausgearbeitet wurde.

Wie die "Welt" unter Berufung auf ein Schreiben an die Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska berichtet, soll zahlreichen Smartphones, Routern sowie auch Navigationsgeräten – kurzum: Geräte, die Funksignale senden und empfangen - in Europa der Verkaufsstopp drohen, falls eine notwendige EU-Richtlinie nicht ausgearbeitet wird. Hierzulande hat die Bundesregierung das erkannt und Bienkowska durch den erwähnten Brief über den Zustand in Kenntnis gesetzt.

Sobald die Richtlinie abgelaufen ist, könnten ab Juni dieses Jahres keine neuen Produkte in Europa auf den Markt gebracht werden, da schlicht die Zulassungen fehlen würden. Nicht nur für die Verbraucher wäre das ein Schlag ins Gesicht, auch der Handel sowie die Industrie würden unter dieser Entwicklung leiden.

EU und ETSI hängen dem Zeitplan hinterher

Wie die Bundesregierung in dem Anschreiben an Bienkowska vermeldet, soll die zuständige EU-Kommission dem Zeitplan hinterher hängen und somit die Chance auf die Ausarbeitung der Richtlinie vertan haben. Diese Richtlinie allein hilft den betreffenden Herstellern jedoch nicht, ihre Geräte anzupassen, da die Formulierungen zu allgemein gehalten sind. Wie Smartphones und andere Funkgeräte auszusehen haben, legt die sogenannte harmonisierte Europäische Norm (hEN) fest, die wiederum von der europäischen Normungsorganisation ETSI verabschiedet wird. Bis dato sind von den notwendigen Normen jedoch nur wenige veröffentlicht worden. Das Normungsmandat sei erst zwölf Monate nach der Veröffentlichung der Richtlinie an die ETSI weitergereicht worden, so heißt es. Deswegen sei diese nun ins Hintertreffen geraten.

Resultierend daraus fehlen mittlerweile jede Menge Baunormen, die den Standard der Funkgeräte festlegen. Bislang mussten oder vielmehr konnten die Hersteller in Eigenverantwortung darauf achten, dass ihre Produkte den Normen der EU entsprechen. Nun kann es also durchaus passieren, dass ab Sommer dieses Jahres alle Geräte, die nach dem derzeitigen 5-GHz-Standard funken, nicht mehr über die Ladentheke gehen dürfen.

Zukunft bleibt ungewiss

Eine Lösung des Problems wäre, dass sich alle neuen Geräte einer Einzelprüfung unterziehen müssen. Aus Sicht des Personals sowie der Zeit ist das jedoch zu aufwändig. Letztlich könnte dies mitunter bedeuten, dass ab Juni nur noch Geräte auf dem europäischen Markt landen würden, dessen Hersteller sich eine teure Einzelprüfung leisten können.

Bis dato ist nicht klar, wer die Schuld trägt. Während sich die EU und ETSI gegenseitig die Schuld zuweisen, werden keine konkreten Lösungsvorschläge angeboten. Laut der "Welt" habe die Bundesregierung das Problem mehrfach an die Kommission herangetragen. Möglich wäre, dass man als Übergangslösung die Richtlinie für die alten Normen verlängert, bis eine neue Richtlinie ausgearbeitet ist und in Kraft treten kann.

Quelle: Die Welt | Bildquelle kleines Bild: ngmn | Autor: Simone Warnke
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Themen dieser News: Unternehmen und Märkte, Smartphones, Tablets

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