Trabant mit schnellem Internet Deutsches Startup will LTE auf den Mond bringen

vom 19.03.2017, 15:24
Basisstation in Münster
Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke

Ein LTE-Netz auf dem Erdtrabanten errichten: Was sich zuerst nach einem Marketing-Stunt anhört, ist Realität. Das Berliner Startup Part-Time-Scientists möchte mit Hilfe von Vodafone und Audi die Übertragungstechnologie LTE-V2X auf den Mond bringen. Grund für die ungewöhnliche Idee ist die Absicht, den Mobilfunk-Standard zu nutzen, um die Raumfahrt erfolgreicher zu machen. Eine erste Vorstellung soll es auf der Cebit geben.

"Wir wollen zeigen, dass LTE auf dem Mond funktioniert", sagt Robert Böhme, der Chef von Part-Time-Scientists. Das Startup aus Berlin betreibt private Raumfahrt und bereitet aktuell eine Mondlandung vor. Zusammen mit Mobilfunkanbieter Vodafone und Auto-Hersteller Audi arbeitet das Unternehmen daran, LTE-V2X auf den Mond zu bringen. Die Funkverbindung soll auf Erden zukünftig in Fahrzeugen Verwendung finden und diese miteinander im Straßenverkehr vernetzen.

Missionsbeginn in 2018

Auf dem Mond wird die Technologie einen ganz ähnlichen Zweck erfüllen: Sie soll eine schnelle und stabile Verbindung zwischen Raumkapsel, Mondfahrzeugen und der Erde etablieren. Die Mobilfunk-Technik stammt dabei von Vodafone. Anwendung wird sie auf zwei Lunar Rovern von Audi finden, die mit der Technologie ausgestattet sind. 2018 soll sich eine Falcon-Trägerrakete mit dem Equipment an Bord in Richtung Mond aufmachen.

Das Startup verspricht sich dank der Nutzung von LTE einen insgesamt niedrigeren Energie-Verbrauch: "Energie ist auf dem Mond sehr wertvoll", betont Part-Time-Scientists Böhme. So kann ein Mond-Rover auf 80 Watt für die Fortbewegung zurückgreifen. Bisher verbraucht die Kommunikation davon alleine schon 60 Watt. LTE benötigt hingegen nur ein Watt bei besseren Übertragungsergebnissen.

Neuer Standard für die Raumfahrt?

"Bislang erfindet jede Mission zum Mond das Rad neu, um Daten auszutauschen", sagt Böhme. Man setze auf Etabliertes und legen damit auch den Grundstein für zukünftige Projekte, so der Startup-Chef. Die Mission soll 14 Tage dauern. Basisstation sowie die Rover werden nach Projektende auf dem Mond bleiben und für künftige Erkundungen zur Verfügung stehen. Eine erste Vorschau auf das Landemodul will Vodafone auf der am 20. März startenden Cebit in Hannover geben.

Telekom schaltet neue In-House-Technologie LTE 900 frei ›


Quelle: dpa | Bildquelle kleines Bild: insinde-handy.de / Hayo Lücke | Autor: David Gillengerten
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