Telekom schaltet LTE 900 frei und biegt auf die 5G-Zielgerade ein

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Walter Goldenits drückt den Start-Button für LTE 900 von der Telekom
Bildquelle: Christian Koch / inside-handy.de
Die Deutsche Telekom startet ein wichtiges Kapitel des nationalen Netzausbaus auf dem Weg zur nächsten Netzstufe. Ab heute startet das Bonner Unternehmen das Projekt "LTE überall" mit der Freischaltung der Netzstufe LTE 900. Das nach eigenen Angaben modernste Mobilfunknetz erhält dadurch weiteren Zuwachs. inside-handy.de war mit vor Ort als Telekom-Technikchef Walter Goldenits das neue LTE-Netz in Bonn freigeschaltet hat.

In Bonn, Köln, Leipzig, Berlin und Stuttgart gehen heute die ersten Standorte mit LTE 900 online. Bis Ende des noch jungen Jahres soll LTE 900 an über 4.000 Standorten installiert sein. Das Fernziel ist, dass der Mobilfunkstandard LTE bis 2019 in Deutschland flächendeckend im Netz der Telekom angeboten wird. „Überall, wo Sie heute GSM-Empfang haben, werde Sie in Zukunft LTE-Emfang haben“, so Goldenits beim Pressetermin in Bonn.

Was ist LTE 900?

Die jüngste Freischaltung der Telekom funkt mit den namensgebenden 900 MHz und soll dabei vor allem die Inhouse-Versorgung optimieren. Auch Smart-Home-Geräte sollen damit besser und stabiler an das Netz angebunden werden. Die Frequenzen dafür stehen dem Bonner Konzern dank Neusortierung nun zur Verfügung. 2015 hatte Vodafone das Frequenzspektrum noch ersteigert, die Telekom hat mit dem Düsseldorfer Unternehmen nun ein umfangreiches und aufeinander abgestimmtes Reshuffeling der GSM-Netze durchgeführt. Die Umstrukturierung erfolgte offenbar ohne Zwischenfälle, Kunden wurden in ihrer Nutzung dabei nicht beeinträchtigt. Kunden der Telekom können das hinzugewonnene Frequenzspektrum LTE 900 nutzen, ohne aktiv werden zu müssen, auch etwaige Mehrkosten entstehen nicht, so Goldenits.

Für die Nutzung von LTE 900 benötigt man in der Regel kein neues Smartphone, alle aktuellen Endgeräte unterstützen den neuen Frequenzbereich. Auch die erste Vor-Ort-Demo bestätigt diese Aussage. Den Ort für die Pressekonferenz hatte die Telekom mit Bedacht gewählt, in den hinteren Räumlichkeiten des Bonner Brauhauses „Bönnsch“ stand bis zur Freischaltung nur das Edge-Netz zur Verfügung. Nachdem Goldenits den symbolischen magentafarbenen Knopf gedrückt hatte, wechselte die Anzeige bei zahlreichen Journalisten mit Telekom-Vertrag von Edge auf LTE – selbst hinter dicken Wänden im hintersten Winkel des Brauhauses. Welche Smartphones im Detail zu LTE Überall fähig sind, hat inside-handy.de in der Datenbank aufgelistet.

Beim Ausbau des LTE-Netzes geht es der Telekom nicht nur um maximale Geschwindigkeiten, sondern auch um die Netzabdeckung. „Sprach- und Datenqualität werden von LTE 900 gegenüber GSM deutlich profitieren“, so Goldenits. Deutlich wird das im Geschwindigkeits-Check: Während die Telekom im LTE-Netz normalerweise Maximalgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde bietet, ist mit LTE 900 bei 32 Megabit Schluss. Diese Geschwindigkeit schlägt immer noch manch einen DSL-Anschluss und sollte für die meisten Szenarien völlig ausreichend sein. Kern-Anliegen bei LTE 900 ist allerdings ohnehin die flächendeckende Verbreitung und weniger der Maximal-Speed.

Nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu 5G

Das neue Frequenzband wird in Zukunft auch für IoT-Verbindungen und bis hin zum autonomen Fahren Verwendung finden. Außerdem soll die durchgeführte Umsortierung einen wichtigen Schritt hin zu 5G darstellen, das dann noch höhere Datenraten bei geringeren Latenzzeiten und gestiegener Kapazität bietet. Die Telekom bekräftigte in Bonn ihre Vorhaben, 5G bis 2020 einzuführen.

Walter Goldenits drückt den Start-Button für LTE 900 von der Telekom
Bildquelle: Christian Koch / inside-handy.de

Telekom-Technik-Chef Walter Goldenits drückt den symbolischen Start-Knopf für LTE 900.

Single RAN für die Datenautobahn

In Bonn wurden außerdem noch weitere Ausbaumaßnahmen des Telekom-Netzes bekannt gegeben: So hat die Telekom nach Angaben Goldenits damit begonnen, die komplette Netztechnik auszutauschen und deutschlandweit zu modernisieren. Die dadurch entstsehende technische Basis soll dank Single-RAN-Technik, damit werden UMTS, GSM und LTE aus einem Hardware-Element gesteuert, die Netz-Infrastruktur der Telekom weiter optimieren. So können unter anderem 2G und 4G-Netze parallel genutzt werden. Nicht zuletzt begünstigt das die Download-Geschwindigkeit. Bei der Telekom liegt die maximale LTE-Geschwindigkeit für Endkunden (LTE Max) derzeit bei 300 Mbit/s.

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