Apple stoppt Ankauf von Kobalt aus dem Kongo

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Im Kongo werden Kinder zur gefährlichen Arbeit in Kobaltminen gezwungen
Bildquelle: Amnesty International
Beim Smartphone-Kauf sieht man es dem neuen Gerät nicht an, aber die einzelnen Bauteile kommen bekanntermaßen aus den verschiedensten Ecken der Welt. Die seltenen Metalle für die verbaute Mikroelektronik werden unter anderem zu Hauf in Afrika abgebaut. Nicht selten werden Arbeiter hierbei ausgebeutet und mit dem Erlös Bürgerkriege finanziert. Apple hat nun – zumindest temporär - ein klares Statement dagegen abgegeben.

Wie die „Washington Post“ berichtet, hat Apple mit sofortiger Wirkung aufgehört Kobalt aus dem Kongo anzukaufen. Das Metall findet in den iPhones des Konzerns unter anderem beim Akku Verwendung.

In dem zentralafrikanischen Land sollen laut einer im vergangenen Jahr erschienen Reportage des Blattes Kinder zur Arbeit in den Minen eingesetzt werden, Das Metall soll dabei auch per Hand abgebaut werden – insgesamt geschehe der Kobalt-Abbau unter harschen Bedingungen, die Apple nun nicht weiter fördern will. Insgesamt sollen rund 60 Prozent des weltweit im Umlauf befindlichen Kobalt dem Kongo entstammen.

Eine chinesische Handelsfirma namens Zhejiang Huayou Company soll der größte Ankäufer des Kobalts aus dem Kongo sein – zu dessen Kunden hingegen gehörte bislang auch Apple. Wie in vielen Entwicklungsländern ist auch der Kobaltabbau im Kongo eine symbolische Zwickmühle: Trotz der widrigen Arbeitsbedingungen gehören Abbau und Handel der Rohstoffe zu den wenigen Wirtschaftsmotoren und damit zur Lebensgrundlage der Einwohner des Landes, das zu den ärmsten der Welt gehört.

Überprüfung statt Boykott

Unter anderem deswegen will Apple keinen permanenten Stopp des Ankaufs von Metallen aus dem Kongo erzwingen. Zusammen mit dem Handelsunternehmen wolle man die Überprüfung einzelner Minen intensivieren und so für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Die betroffenen Minen sollen erst nach signifikanter Verbesserung der Umstände wieder in die Material-Kette von Apple einsteigen dürfen.

Amnesty International fordert stärkere Sanktionen

Anfang 2016 kochte das Thema rund um die Konfliktmetalle aus dem Kongo bereits hoch. Die Menchenrechts-Organisation Amnesty International machte damals auf die Missstände aufmerksam. Auch Apple, Sony und Samsung wurden seinerzeit mit in die Kritik eingeschlossen, obwohl sich die Firmen zusammen mit einigen Mitstreitern durch die Initiative RCI – Responsible Cobalt Initiative gegen Kinderarbeit in Kobalt-Minen engagieren. Laut Amnesty damals ein scheinheiliges Unterfangen, das „nicht das Papier wert sei, auf dem es stehe“.

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