Sicherheitslücke bei Vodafone ermöglichte Rufnummernklau

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Bildquelle: Vodafone
Deutsche Handynummern haben in der Regel sieben bis acht Stellen, inklusive Vorwahl sogar elf bis zwölf. Viele Mobilfunk-Kunden, die sich eine besonders einprägsame Nummer gesichert haben, hüten diese deshalb wie ihren Augapfel. Doch nun hat eine neue Betrugsmasche einige Kunden von Vodafone um ihre geliebten Rufnummern gebracht.

Wie das Magazin „WirtschaftsWoche“ berichtet, hat ein Handyshop-Betreiber aus Oberbayern, der als offizieller Vertriebspartner aller drei großen Mobilfunk-Netzbetreiber auftritt, besonders einprägsame Rufnummern aus dem Bestand des Düsseldorfer Netzbetreibers Vodafone gefischt und diese an seine Kunden weiterverkauft.

Besonders begehrt sind Rufnummern, die nach der Vorwahl sieben Mal dieselbe Ziffer enthalten, dies wäre zum Beispiel die Rufnummer 0172/7777777. Für eine solche Rufnummer wird auf zwielichtigen Online-Märkten gerne mal ein Spitzenpreis in fünfstelliger Höhe geboten – das Geschäft mit der Hehlerei lohnt sich also.

Sicherheitslücke in Kundendatenbank ermöglichte den Diebstahl

Viel Aufwand musste der betrügerisch agierende Vertriebspartner sich bei den geprellten Vodafone-Kunden nicht machen: Ohne großen Aufwand können auch externe Händler in der Kundendatenbank des Mobilfunk-Netzbetreibers persönliche Kundenkennwörter einsehen, die zum Übertrag der Rufnummer auf andere SIM-Karten benötigt werden. Mithilfe fingierter Verträge habe der Händler sich die Rufnummern zu Eigen gemacht, wie Vodafone in einer Stellungnahme einräumte. Die geprellten Kunden erhielten neue Rufnummern zugewiesen.

Vodafone ergreift Maßnahmen

Der Vorfall ist für das Unternehmen, das sich unlängst erst als Service-Champion feierte, äußerst peinlich. Die genaue Anzahl der Opfer der Betrugsmasche werde noch ermittelt, wie Vodafone der „WirtschaftsWoche“ mitteilte. Bisher seien jedoch nur Kunden betroffen, die mit einer Prepaid-Karte telefonieren. Wie Vodafone der inside-handy.de-Redaktion mitteilte, hat der Mobilfunker den Vertriebspartner gesperrt und bei der Staatsanwaltschaft Traunstein Anzeige wegen Betrugs erstattet.

Damit sich ein solcher Fall nicht wiederhole, versicherte der Netzbetreiber außerdem, man werde die „Prozesse stärker überwachen und weitere Sicherheitsstufen einziehen“, um es Betrügern in Zukunft nicht so einfach zu machen, an sensible Kundendaten zu gelangen. Die Opfer der Betrügerei sollen außerdem ihre Rufnummern zurück erhalten.

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