Sailfish OS 2.2.0 für Sonys Xperia X ab sofort verfügbar

4 Minuten
Alternative Betriebsysteme Jolla OS
Bildquelle: Jolla
Wer an Smartphones denkt, denkt in der Regel an Geräte, die Android oder iOS als Betriebssystem verwenden. Doch neben Windows gibt es noch einige andere Alternativen zu den Marktführern. Eine der interessantesten kommt aus Finnland, nennt sich Sailfish OS und gab auf dem Mobile World Congress in Barcelona sein Sony-Debüt. Ab sofort steht ein Update für das alternative Betriebssystem zur Verfügung.

Sailfish OS 2.2.0

Das Update trägt den Name Mouhijoki und ist nach einem finnischen Fluß benannt. Jolla spielt damit auf seine finnischen Wurzeln an, das OS ging aus einem gescheiterten Nokia-Betriebssystem hervor. Angefangen bei der Galerie und der Kamera-App bis zu einem neuen Emoji-Keyboard, führt Mouhijoki neue Anwendungen und Designanpassungen ein. Die Android-Unterstützung wurde noch einmal verbessert. Außerdem unterstützt das OS jetzt VPN und die Mobile-Device-Management, bei der ein Administrator mehrere Geräte verwalten kann.

Sailfish X, das OS angepasst auf das Sony Xperia X, bekam dieses Jahr einige Updates. Mit dem aktuellen Update steht das Betriebssystem zukünftig auch für die Dual-SIM-Version des Sony Xperia X zur Verfügung. Außerdem wurde der Autofokus verbessert, was laut Jolla in einer besseren Bildschärfe resultieren soll. Am entscheidendsten dürfte jedoch sein, dass nun auch der Fingerabdrucksensor unterstützt wird. In der Vergangenheit war dies ein Hauptmanko des alternativen Betriebssystems. 

Sailfish OS für Sonys Xperia X

Erstmalig zeigte sich das neue Betriebssystem Sailfish OS auf dem Mobile World Congress Ende Februar. Vorbestellungen konnten ab dem 27. September 2017 getätigt werden.  Der Preis für Sailfish OS belief sich auf 50 Euro, ab Mitte 2017 können interessierte Xperia-X-Nutzer Sailfish OS im Jolla Shop kaufen. Dabei wird lediglich die Single-SIM-Variante des Sony-Smartphones unterstützt. Im Gegensatz zu früheren Aussagen wird kein Linux-PC benötigt, um das Betriebssystem auf dem Xperia X zu installieren. Nach Angaben von Jolla kann die Installation mit einem Windows-PC durchgeführt werden. Verfügbar ist Sailfish X für das Sony-Smartphone innerhalb der EU sowie in Norwegen und der Schweiz. Wie das Unternehmen in einem Blog-Eintrag bekannt gab, wird Sailfish OS zum Start fast vollständig lauffähig sein. Nutzer erhalten unter anderem eine funktionstüchtige Kamera sowie Android-Unterstützung, wenn sie ihr Sony Xperia X mit dem Betriebssystem ausstatten. 

Sony Xperia X: Bilder

Für den Preis von 50 Euro erhalten Nutzer nicht nur Sailfish OS für das Xperia X, sondern auch Zugang zum Jolla Store für Apps und ein Jahr lang Aktualisierungen. Danach soll ein Folgeprogramm in Kraft treten. Dazu gibt es bisher jedoch noch keine weiteren Informationen. Der Hersteller empfiehlt übrigens den Kauf eines Smartphones ohne Mobilfunkanbieter-Branding. Nur so könne sichergestellt werden, dass das Betriebssystem ohne Probleme auf dem Handy läuft.

Die Geschichte von Sailfish OS

Sailfish OS ging aus Nokias gescheitertem MeeGo-Betriebssystem hervor, mit dem der finnische Hersteller den Smartphone-Markt aufrollen wollte, bevor er sich dem Windows-Betriebssystem aus dem Hause Microsoft verschrieb. Ehemalige Nokia-Angestellte hatten daraufhin das Unternehmen Jolla gegründet, dass das vielversprechende Betriebssystem-Projekt weiterentwickeln sollte.

Im Rahmen des Mobile World Congress 2017 in Barcelona kündigte Jolla an, dass man an Sonys Open-Devices-Programm teilnimmt und das Betriebssystem für eine Reihe von Smartphones des japanischen Herstellers anbieten wird. Den Anfang macht dabei das Sony Xperia X, das im Jahr 2016 erschienen ist, weitere sollen folgen.

Sailfish OS könnte groß in China werden

Ebenfalls kündigte Jolla auf dem MWC an, dass man eine exklusive Lizenz an ein Konsortium aus chinesischen Herstellern vergeben habe, die es diesem so genannten „Sailfish China Consortium“ auch gestattet, das System nach eigenem Gusto weiterzuentwickeln und an ihren Markt anzupassen.

„China braucht ein unabhängiges mobiles Betriebssystem“ sagt der chinesische Investor Shan Li, der das Sailfish-OS-Projekt bereits seit langem unterstützt. Jolla-Chairman Antti Saarnio ergänzt, China habe lange Zeit versucht ein eigenes Betriebssystem auf Basis von Android herzustellen, jedoch ohne Erfolg. „Die chinesisch-nationale Betriebssystem-Strategie auf Code umzusetzen, der von anderen kontrolliert wird, ist wie ein Haus auf Sand zu bauen.“ Die verwendung von Sailfish OS, das auch von Russland schon dazu verwendet wurde, ein nationales Smartphone-Betriebssystem zu bauen, gibt China hingegen die Möglichkeit ihr Haus „auf massivem Stein“ zu bauen, anstatt auf Sand.

Das Sailfish-Smartphone Jolla C

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE NEWS