Vier Smartphones und ein Tablet - Das Idol 4 Pro im Hands-On

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Alcatel IDOL 4 Pro
Bildquelle: Alcatel
Der französische Hersteller Alcatel hat heute auf dem MWC für den deutschen Markt gleich vier Smartphones und ein Tablet vorgestellt. Darunter befinden sich unter anderem das Idol 4 Pro als Win-10-Varianrte des Alcatel Idol 4 sowie das A5 LED mit einer spektakulären Rückseite. inside-handy.de nimmt die verschiedenen Geräte von Alcatel genauer unter die Lupe und befragt Deutschlandchef Jens-Uwe Theumer zum neuen Portfolio.

Idol 4 Pro

Das Highlight unter den neuen Geräten von Alcatel stellt das Idol 4 Pro mit Windows 10 als Betriebssystem und die Desktop-Anwendung Continuum dar. Nutzer können das Smartphone an einen externen Bildschirm, eine Maus und an eine Tastatur anschließen. Das Idol 4 Pro ist mit Glas und Metall ausgestattet. Zudem kommt das Smartphone mit dem Snapdragon 820, 4 GB RAM und einem 5,5-Zoll-Display in Full-HD-Auflösung. Für Apps und Dateien bietet das Idol 4 64 GB internen Speicher, der sich mittels Micro-SD-Karte auf 512 GB erweitern lässt. Die Akku-Kapazität liegt bei 3.000 mAh. Zusätzlich besitzt das Idol 4 Pro eine 21-Megapixel-Hauptkamera sowie eine 8-Megapixel-Frontkamera für Selfies. Das Smartphone wird ab Juni zu einem Preis von 599 Euro in der Farbe Gold Chrome erhältlich sein.

Das Alcatel Idol 4 Pro im Hands-On

Sieht man das Idol 4 Pro, wie es in seiner kleinen Sicherheitshalterung auf dem Tisch liegt, wirkt es auf den ersten Blick ein wenig außerirdisch. Der Hersteller hat optisch mit verschiedenen Materialien gespielt und ein neues Schnittmuster für sein Smartphone entworfen. Das aus 2.5D-Glas gefertigte Gewand wird von metallenen Nähten zusammengehalten. Allerdings ist das schwarze Glas auf der Vorderseite zum oberen sowie auch unteren Rand hin ein wenig verkürzt, sodass die metallenen Elemente deutlich mehr in Erscheinung treten. Eine nette Spielerei, die jedoch keinen weiteren Zweck zu erfüllen scheint – im Gegenteil: Dadurch, dass sich das Glas farblich von dem Metall abhebt, scheinen die Ränder recht schmal gehalten worden zu sein. Tatsächlich hat Alcatel hier jedoch eine Menge Platz verschenkt. Zumal die On-Screen-Tasten bei aktivem Display nochmals ein wenig mehr Rand hinzufügen. In die metallenen Aussparungen sind sowohl auf der Front als auch auf der Rückseite augenscheinlich Lautsprecher eingelassen. Ob es sich bei allen um eben jene handelt, konnte die Redaktion am Stand allerdings nicht auskundschaften.

Das Idol 4 Pro liegt angenehm kühl und glatt in der Hand. Nachteilig ist, dass man auf den verbauten Glaselementen jegliche Fettfinger und sonstige Unreinheiten deutlich sehen kann. Mit einer Display-Diagonale von 5,5 Zoll ist es jedoch vor allem für kleine Hände recht sperrig und groß, sodass die Bedienung nicht immer einfach fällt. Auf der Rückseite ist in runder Form der Fingerabdrucksensor zu finden; dort drüber ist die Hauptkamera platziert. Diese steht leicht aus dem Gehäuse heraus, was sich für den ein oder anderen Nutzer als Makel entpuppen könnte.

Angetrieben wird das Idol 4 Pro von einem Snapdragon 820 aus dem Hause Qualcomm, der eine ruckelfreie und schnelle Performance verspricht. Wischt man sich durch die verschiedenen Kacheln und Menüs des Smartphones, sind zumindest bis dato keine Probleme zu entdecken. Wie sich das Smartphone letztlich schlägt, muss ein ausführlicher Test zeigen.

Alcatel Idol 4 Pro: Hands-On

Die Strategie hinter dem Windows-Smartphone

Der Alcatel-Manager Jens-Uwe Theumer erläutert im Gespräch mit inside-handy.de, welche Strategie dahinter steckt, mit dem Idol 4 Pro ein Windows-Smartphone nach Europa zu bringen. Eine Windows-Variante des Idol 4 hatte man 2016 schon mit einem US-Netzbetrieber auf den Markt gebracht, „für Europa war das Idol 4 Pro gar nicht geplant“, so Theumer. Nachdem Microsoft sich entschieden hatte, die Produktion von Windows-Smartphones einzustellen, gab es jedoch eine Lücke auf dem Markt.

Theumer berichtet, dass Unternehmen, die voll und ganz auf das Windows-Ökosystem setzen, nun Alternativen suchen. „Mit den 599 Euro UVP des Idol 4 Pro treffen wir einen Sweet-Spot“, ist sich Theumer sicher, denn die Konkurrenz liege teils mit 800 bis 900 Euro UVP deutlich über dem Alcatel-Preis. Beim Idol 4 Pro habe man im Grunde nur LTE-Bänder gegenüber der US-Version austauschen müssen und nun für Business-Kunden eine preislich attraktive Lösung im Portfolio, die das Continuum-Konzept von Microsoft voll und ganz unterstützt. Mitarbeiter bräuchten nun nur noch ihr Smartphone, um sich an jedem beliebigen Continuum-Arbeitsplatz anzumelden und ohne große Unterbrechungen weiterarbeiten zu können.

Weitere Windows-Smartphones sind denkbar

Dass das Idol 4 Pro nicht nur für Business-Kunden interessant sein wird, ist Theumer auch wichtig: „Es gibt auch genügend Privatanwender, die gerne voll und ganz auf Microsoft setzen wollen.“ Im Gegensatz zu Nokia und Microsoft werde man diesen jedoch keine Windows-Smartphones zu Kampfpreisen bieten. Die Windows-Software habe gewisse Anforderungen an die Hardware, ein Smartphone unter 200 Euro sei mit diesem Betriebssystem nicht sinnvoll möglich. Für Einsteiger setze man voll und ganz auf Android.

Auf Nachfrage von inside-handy.de stellte Theumer in Aussicht, dass es weitere Oberklasse-Smartphones von Alcatel mit Windows geben könne. Man habe zwar „keine klare Microsoft-Roadmap“, sei aber bei genügend Nachfrage bereit für mögliche Nachfolger des Idol 4 Pro. Wenn Windows-Smartphones eine Zukunft bei Alcatel haben sollen, werden Theumer und sein Team nun einige Unternehmen finden müssen, die ihre Mitarbeiter mit Alcatels Idol 4 Pro ausstatten.

Alcatel A5 LED

Das Alcatel A5 LED möchte insbesondere mit dem interaktiven LED-Cover punkten, das Benachrichtigungen auf der gesamten Rückseite visualisiert. Der Nutzer kann entscheiden, welche LED-Lichtshow auf der Rückseite des Handys zu sehen ist. Das bedeutet, dass der Nutzer ein Muster wählen kann, das bei eingehenden Anrufen, Nachrichten und Social-Media-Benachrichtigungen erscheint. Außerdem kann das Smartphone im Rhythmus der Musik aufleuchten. Neben dem blinkenden Cover besitzt das Alcatel A5 LED LTE-Technologie. Das Gerät verfügt über 16 GB internen Speicher und 2 GB RAM. Der Speicher kann allerdings mittels MicroSD um bis zu 128 GB erweitert werden. Der Akku hat 2.800 mAh Kapazität. Der Octa-Core-Prozessor ist mit acht mal 1,5 GHz ausgestattet worden. Das A5 läuft außerdem mit Android 6 Marshmallow und dem Chipset MT6753. Das Gerät kostet 199 Euro und ist in der Farbe Metallic Black LED ab Mai 2017 auf dem Markt. Zusätzlich gibt es noch Austauschcover in Metallic Black und Metallic Silver. 

Alcatel A5 LED: Hands-On

Alcatels junge Zielgruppe

Das A5 LTE ist, so Theumer, ein Tribut an die junge Zielgruppe der Marke. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis Mitte 30 hat Alcatel besonders im Fokus, „unsere Kunden wollen Spaß haben mit ihrem Smartphone“. Die auffällige Rückseite solle den Nutzern auch einen Hingucker bieten. Wer ein Alcatel-Smartphone besitzt, soll sich „nicht für Alcatel entschuldigen“, sondern mit einem optischen Highlight glänzen können. Der Stromverbrauch der LED-Lichtorgel liegt laut Theumer bei 5 Prozent über dem Verbrauch ohne das LED-Cover. Wer eine Zeit lang Strom sparen möchte oder etwas dezenter unterwegs sein will, kann ein Standard-Wechselcover nutzen.

In Europa Nummer vier, in Deutschland Mini-Marktanteile

Alcatel ist als Tochtermarke des chinesischen Unternehmens TCT Communications bereits seit einigen Jahren in Deutschland und Europa aktiv. Während man vor allem durch Erfolge in Süd- und Osteuropa sowie Großbritannien europaweit inzwischen die Nummer vier ist, steht man in Deutschland weniger gut da. Das liegt laut Theumer auch daran, dass Alcatel für seine Zielgruppe eher günstige Hardware mit Preisen unter 200 Euro produziere, der deutsche Markt jedoch tendenziell nach teuren Modellen verlange. 25 Prozent der in Deutschland verkauften Modelle kosten 600 Euro und mehr, auf diesem Feld ist Alcatel bisher eher schwach aufgestellt.

Ändern soll sich das laut Theumer im zweiten Halbjahr, wenn Alcatel neue Oberklasse-Hardware vorstellen wird. Angesichts der großen Konkurrenz im deutschen Markt wird man sich mit diesem Smartphones im Marketing differenzieren müssen. Die Feature-Schlachten anderer Hersteller um Megapixel, Megahertz und Mega-Akkus wird man nicht mitgehen, es soll eher die Qualität der Alcatel-Modelle im Vordergrund stehen. „Wir haben zum Beispiel eine enorm geringe Rückläufer-Quote“, berichtet Theumer, die Verarbeitung der Smartphones sei so gut, dass es kaum zu Defekten komme. Alcatel wird außerdem nicht jedes verfügbares Modell des Mutterkonzerns nach Deutschland bringen, sondern sehr bewusst prüfen, mit welchen Geräten man hierzulande punkten kann.

Alcatel A3

Ein Smartphone, das von Alcatel in Barcelona für den deutschen Markt gezeigt wird, ist das A3, das vor allem ästhetische Ansprüche befriedigen soll. Neben einem 3D-Schimmereffekt besitzt das A3 einen robusten Metallrahmen. Hinzu kommt ein leicht strukturierter Power-Button. Dank einem integrierten Fingerabdrucksensor lässt sich das Smartphone schnell entsperren. Die Fotos, die mit der 13-Megapixel-Rückkamera oder der 5-Megapixel-Frontkamera geschossen werden, können noch mit Funktionen namens Face Mask und Face Show nachbearbeitet werden. Der HD-Bildschirm ist 5 Zoll groß. Das A3 besitzt zudem 16 GB ROM und 1,5 GB RAM Speicher. Es unterstützt außerdem MicroSD-Karten zur Erweiterung des Speichers. Der Akku verfügt über eine Kapazität von 2.460 mAh und braucht 3,5 Stunden, um komplett aufgeladen zu sein. Der Quad-Core-Prozessor besitzt 1,25 GHz. Das A3 mit LTE und Quad-Core-Prozessor wird ab Mai für 149 Euro in den Farben Prime Black und Pure White in Europa erhältlich sein.

Alcatel A3: Hands-On

Alcatel U5

Das Alcatel U5 besitzt für Snapchat-Fans die Bildbearbeitungs-Software „Face Mask“ und „Face Show“. Mit dabei sind zudem ein Frontblitz für Selfies, ein 5-Zoll-Display und 4G-LTE-Konnektivität. Die Rückabdeckung des U5 ist mit einer Mikromuster-Textur und Glanz bedeckt. Passend dazu erhält das U5 einen leuchtenden Rahmen und einen leicht strukturierten Power-Button. Durch die neue Funktion namens „Einfacher Modus“ kann man schnell auf häufig benutzte Anwendungen zurückgreifen. Zudem bietet das U5 die Funktion „Phone Guard“, die hilft, den Akkuverbrauch zu reduzieren, die Leistung des Geräts zu steigern und es vor Viren zu schützen. Bei der Speicherkapazität beinhaltet das Smartphone 1 GB RAM und 8 GB internen Speicher. Unterstützt wird aber auch eine Erweiterung des Speichers durch eine MicroSD-Karte mit bis zu 32 GB. Das HD-Display ist 5,2 Zoll groß. Obendrauf ist das Smartphone mit einer 5-Megapixel-Frontkamera ausgestattet. Die Akku-Kapazität leistet 2.200 mAh. Zusätzlich ist der Quad-Core-Prozessor mit 1,3 GHz ausgestattet. Das Alcatel U5 wird ab Mai für 99 Euro in zwei Farben erhätlich sein. Der Kunde kann bei der Farbe Volcano Black zwischen den Akzenten Cocoa Gray und Sharp Blue wählen.

Alcatel U5: Pressebilder

Alcatel PLUS 12

Alcatel stellt außerdem noch ein Tablet namens PLUS 12 vor. Das Tablet ist, genau wie das Idol 4 Pro, mit Windows 10 ausgestattet und verfügt über ein 12-Zoll-HD-Display sowie ein Metall-Front-Gehäuse. Durch 4G- und WiFi-Konnektivität kann das PLUS 12 mobil genutzt werden. Zusätzlich besitzt das Gerät eine 5-Megepixel-Frontkamera, Dual-Lautsprecher und ein digitales Mikrofon. Des Weiteren bekommt das Tablet eine abnehmbare 4G-LTE-Tastatur als WLAN-Hotspot für bis zu 15 weitere Geräte. Bei den Anschlüssen bietet das Alcatel PLUS 12 USB-C, USB-A, Mikro-HDMI sowie einen Audio-Eingang. Außerdem nutzt das PLUS 12 eine Vielzahl an Funktionen, mit denen Windows 10 ausgestattet ist, wie beispielsweise die Windows Hello Fingerabdruckerkennung oder Cortana. Als Prozessor dient ein Dual Core mit 1,1 GHz und bis zu 2,4/2,3 GHz. Der Akku des Plus 12 besitzt 6.900 mAh. Das Alcatel PLUS 12 erscheint in der Farbe Slate im Juli in Europa. Der Preis wird bei 499 Euro liegen.

Alcatel Plus 12: Hands-On

Das Blackberry Mercury auf dem MWC 2017

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