Gründer von Megaupload soll an USA ausgeliefert werden

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Kim Dotcom Twitter-Profil
Bildquelle: inside-handy.de
Kim Schmitz alias Kim Dotcom, der Gründer des umstrittenen Sharehosters Megaupload, soll an die USA ausgeliefert werden. Die Auslieferung wurde nun vom obersten Gericht in Neuseeland genehmigt. Dem Unternehmer wird die Verletzung des Urheberrechts durch seine Plattform vorgeworfen.

Durch den illegalen Austausch von geschützten Inhalten sollen Rechteinhaber um mehr als eine halbe Milliarde Dollar geprellt worden sein. Die neuseeländischen Richter urteilten, dass Schmitz nicht wegen Verletzung des Copyrights ausgeliefert werden könne, wohl aber wegen Betruges.

Schmitz Anwälte kündigten nach der Entscheidung umgehend an, vor den Berufungsgerichtshof in Neuseeland zu ziehen. Falls das Berufungsgericht das Urteil bestätigt, droht Kim Schmitz die Auslieferung. In den USA könnte Schmitz schlimmstenfalls eine 20-jährige Haftstrafe erwarten, so der Rechtsanwalt Christian Solmecke.

Konsequenzen für Nutzer von Megaupload

Für ehemalige Nutzer der Plattform habe die Auslieferung jedoch keine Folgen. Das Verfahren gegen Schmitz stehe in keinem Zusammenhang mit eventuellen Vergehen der Nutzer, erklärt Solmecke. Generell besteht bei Sharehostern, wie Megaupload, lediglich eine Gefahr, wenn diese urheberrechtlich geschütztes Material hochgeladen haben. In diesem Falle werden die Nutzer nach deutschem Recht zivil- und strafrechtlich verfolgt. Hier kann es zu Schadensersatzforderungen von 1.000 bis 2.000 Euro und zur Einleitung eines Strafverfahrens kommen. Je nach Ausmaß der Urheberrechtsverletzung drohen den Uploadern aber auch noch höhere Geldstrafen oder sogar mehrjährige Haftstrafen.

Anders sieht es hingegen bei Downloadern aus: Sie begehen durch den Download zwar eine Urheberrechtsverletzung, allerdings werden hierbei in der Regel keine IP-Adressen gespeichert, so dass keine Rückverfolgung möglich sein dürfte. Rechtlich gesehen entsteht beim Download, im Gegensatz zum Upload, außerdem nur eine Kopie.

Kampf gegen Tauschbörsen nur teilweise erfolgreich

In den vergangenen Jahren ist die Film- und Musikindustrie massiv gegen Tauschbörsennutzer vorgegangen. Dadurch ist tatsächlich ein Rückgang der Tauschbörsennutzung festzustellen. Allerdings sind dadurch auch viele neue Plattformen wie Megaupload entstanden. Insofern ist letztendlich nur eine Technologie durch eine andere ersetzt worden.

Kim Dotcom lässt Megaupload im Januar 2017 wieder aufleben

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