Verbraucherschützer warnen vor Treuegeschenken der Mobilfunkanbieter

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Bildquelle: Telefónica Deutschland
Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor angeblichen Treuegeschenken von Mobilfunkanbietern – vor allem im Post-Paid-Bereich. Der Aufhänger: Vertragskunden von Mobilfunkanbietern hatten am Telefon irrtümlich einen zweiten Vertrag abgeschlossen, der vorher offenbar als Treuegeschenk beworben wurde.

Die Verbraucherzentrale berichtet aktuell davon, dass sich vermehrt Ratsuchende melden, die per Telefon durch die Hintertür zusätzliche Mobilfunk-Verträge abgeschlossen haben sollen. In den beschriebenen Fällen sollten die Anbieter den Kunden Boni als Treuegeschenk angeboten haben. So soll einer Kundin von ihrem Anbieter ein monatlicher Treuebonus von fünf Euro versprochen worden sein, den diese akzeptierte. Verschwiegen oder zumindest nicht klar herausgestellt wurde, dass sich der Bonus auf einen neuen Vertrag bezog, der alte dabei allerdings ohne Kündigung weiterlief. Die Folge: Der Anbieter zwackte von nun an monatlich zweimal Geld von ihrem Konto ab, einmal für den ursprünglichen Vertrag und einmal für den neuen Vertrag mit dem 5-Euro-Bonus.

In einem anderen Fall wurde einer Kundin – ebenfalls am Telefon – mehr Datenvolumen für ihren laufenden Vertrag versprochen. Gesagt, getan. Allerdings hatte die Kundin auch hier nicht die komplette Tragweite erfasst beziehungsweise wurde diese ihr nicht ordnungsgemäß erläutert: Denn von diesem Zeitpunkt an fing die Mindestvertragslaufzeit erneut von vorne an und die monatliche Grundgebühr erhöhte sich um 10 Euro – das erhöhte Inklusiv-Datenvolumen konnte über den neuen Vertag mit höheren Kosten nicht hinwegtrösten.

Verträge nicht am Telefon abschließen oder verändern

Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt in diesem Kontext, komplexe vertragliche Beziehungen nicht am Telefon zu modifizieren. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes, auf welches sich die Verbraucherzentrale bezieht, sei es bei komplexen Mobilfunkverträgen schlichtweg kaum möglich, diese am Telefon gültig abzuschließen. Dennoch würden Unternehmen die Versuche von Werbeanrufen zum Abschluss neuer oder zusätzlicher Verträge nicht scheuen. Will man im Nachhinein widersprechen, wird dies nicht selten zu einem langwierigen Unterfangen.

Werbeanrufe im Vorfeld untersagen

Zudem verstießen viele Unternehmen durch solche Verkaufs-Werbeanrufe gegen Gesetze und eigene Bestimmungen; so sind Werbeanrufe des jeweiligen Anbieters nur nach ausdrücklicher Erlaubnis des Kunden möglich, hier reicht laut Hamburger Verbraucherzentrale auch kein entsprechender Passus im Kleingedruckten des Mobilfunkvertrages.

Die Verbraucherschützer empfehlen daher, Werbeanrufe bereits bei Vertragsabschluss per formlosen Widerspruchs unterbinden zu lassen, eine schriftliche Bestätigung hierfür sollte erstellt werden, damit der Widerspruch im Nachhinein nachgewiesen werden kann.

Neuer Vertrag bei neuem Anbieter: Die Rufnummern-Mitnahme

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