Bundesnetzagentur verbietet irreführende Schreiben zu DVB-T-Abschaltung

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So schnell kann es gehen: Erst verschickte Vodafone Kabel Deutschland pseudo-amtliche Warnschreiben an viele Haushalte, in denen in Kürze eine Abschaltung des DVB-T-Signals droht, nun bekam der Konzern selbst ein amtliches Schreiben. Die Bundesnetzagentur hat es Vodafone untersagt, entsprechende Werbeschreiben zu versenden. Hält sich Vodafone nicht an die Anordnung droht eine Geldstrafe.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, fand am Donnerstag deutliche Worte: „Das Unternehmen hat versucht, Verbraucher zu täuschen und als Kunden zu gewinnen. Wettbewerbswidriges Verhalten wird durch die Bundesnetzagentur konsequent geahndet.“ Sollte Vodafone der Untersagung nicht nachkommen, wird die Bundesnetzagentur weitere Maßnahme prüfen. Zwangsgelder in Höhe von 20.000 Euro wurden bereits angedroht.

Hintergrund: Ende März dieses Jahres endet die Verbreitung des TV-Signals via DVB-T, stattdessen rückt DVB-T2 an dessen Stelle. Das neue Signal unterstützt unter anderem HD-Übertragungen, ist allerdings mit älteren Empfangsgeräten nicht kompatibel. In einem Online-Bericht des „Spiegel“ hatte es geheißen, dass Vodafone, seines Zeichens auch Kabelnetzbetreiber, örtlich Werbeschreiben versendet habe, die den Eindruck erwecken, amtlich zu sein und zu schnellem Handeln auffordern.

Laut dem Magazin sollen in mehreren Bundesländern, in denen Vodafone seit der Übernahme von Kabel Deutschland das Kabelnetz betreibt, Schreiben verschickt worden sein, die auf Grundlagen von ungenauen Angaben zum Anbieter- und Technikwechsel raten. Auch Adressaten, die Fernsehen gar nicht über DVB-T empfangen, von der Abschaltung also gar nicht betroffen sind, sollen die Briefe erhalten haben.

Laut Spiegel Online grenze die Art der Anschreiben an Dreistigkeit: So sollen die Werbebotschaften per rosafarbenem Umschlag zugestellt werden, was den Eindruck eines Behördenbriefs verstärke, außerdem sei standardmäßig ein Stempel aufgedruckt, der einen zweiten Zustellversuch suggeriert. 

Fehlerhafte Angaben, Gebot zur Eile

Dem Schreiben, das der Spiegel-Online-Redaktion vorliegt, sind außerdem inhaltlich fehlerhafte Angaben zu entnehmen: So ist in dem Brief von der „Abschaltung des analogen Fernsehdienstes DVB-T“ die Rede. Das analoge Fernsehsignal ist allerdings bereits vor Jahren abgeschaltet worden. Das „D“ in DVB-T, steht bereits für „Digital“.

Unter dem Schreiben ist eine Nummer abgedruckt, unter der sich bis zu einer Frist gemeldet werden soll. Erst im Kleingedruckten und auf der Rückseite wird Vodafone als Urheber des Briefes ersichtlich.

Anschreiben Vodafone Kabel Deutschland
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Spiegel Online liegt ein entsprechendes Anschreiben vor.

Mittlerweile soll Vodafone von einigen genannten Kritikpunkten, wie dem angeblichen zweiten Zustellversuch, Abstand genommen haben. Nutzer sollten Briefe mit entsprechendem Inhalt allerdings mit Argwohn betrachten. Laut Kommentaren unter dem Spiegel-Artikel sollen ähnliche Anschreiben auch von Unitymedia verschickt worden sein.

Umstellung von DVB-T zu DVB-T2 HD

Ist man von der Umstellung des Antennen-Signals betroffen gilt folgendes: Für den Empfang von DVB-T2 ist ein unterstützter Receiver von Nöten. Soll die Sendervielfalt in HD außerdem über die öffentlich-rechtlichen Sender hinaus gehen, kommt der Provider freenet ins Spiel: freenet TV bietet die Entschlüsselung der Privatsender unter DVB-T2 HD an, dies kostet allerdings knapp 70 Euro pro Jahr.

So läuft die Umstellung auf DVB-T2 HD

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