Skandal um Lee Jae-yong Korruptionsaffäre: Samsung-Chef geht gegen Haftstrafe in Berufung

vom 28.08.2017, 17:15
Der Erbe der Samsung-Gruppe Lee Jae-yong
Bildquelle: Samsung Korea

Die Korruptionsaffäre in Südkoreas Staatsspitze hat weite Wellen geschlagen, der Vorzeigekonzern des Landes, Samsung, steckt mittendrin. Bereits Anfang des Jahres wurde ein Haftbefehl gegen den De-Facto-Chef der Samsung-Gruppe, Lee Jae-yong, erwirkt, zwischenzeitlich aber wieder aufgehoben. Nun folgte der nächste Haftbefehl - und die nächste Berufung.

"Ein Weltkonzern wird aus dem Knast geführt" - so titelte das "Handelsblatt" in seinem Bericht zur erneuten Verhaftung Jae-yongs im Januar. Diesem zufolge sitzt der Samsung-Chef nun wieder in der koreanischen Hauptstadt Seoul im Gefängnis. Das zentrale Bezirksgericht hatte den Haftantrag gegen den Samsung-Vorstand genehmigt und sah die Vorwurfs- und Beweislast als genügend an. Einen weiteren Haftantrag gegen den Samsung-Präsidenten Park Sang-jin lehnten die Richter dem Bericht zufolge jedoch ab.

Seit Dezember 2016 steht Samsung im Zuge der Korruptionsaffäre rund um die ihres Amtes enthobene Präsidentin des Landes, Park Geun-hye, in der Schusslinie. Insgesamt sollen zwischen Samsung und einer Stiftung einer Vertrauten der Präsidentin rund 34 Millionen Euro an Bestechungsgeldern geflossen sein. Der zuständige Staatsanwalt stellte daraufhin die Vermutung auf, dass Samsung im Gegenzug die Zusage zu internen Fusionen erhalten habe, wodurch Jae-yong in der Samsung-Gruppe erheblich an persönlichem Einfluss gewonnen habe.

Schuldspruch gegen faktischen Samsung-Chef

Nachdem das Urteil Mitte Januar gefällt wurde, verbrachte Lee Jae-yong bereits 14 Stunden hinter Gittern. Danach setzte ein Gericht den Haftbefehl wieder aus - was jedoch ausdrücklich nicht einem Freispruch gleichkam. Einige Vorwürfe und neue Beweise später sei die Verhaftung nun wieder begründet und notwendig.

Lee Jae-yong, behutsam als Konzern-Erbe aufgebaut, war erst im Herbst des vergangenen Jahres in den Vorstand von Samsung Electronics aufgerückt und führt als stellvertretender Vorsitzender de facto die Geschäfte. Sein Vater ist amtierender Verwaltungsratschef, seit einem Herzanfall im Jahr 2014 aber praktisch handlungsunfähig.

Lee zu Haftstrafe verurteilt - Berufung wird eingelegt

Nun, kurz vor der IFA in Berlin, ist Samsung-Chef Lee Jae-yong definitiv zu fünf Jahren Haft aufgrund von Korruption verurteilt worden, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtet. Konkret bezichtigt das Bezirksgericht Seoul Lee unter anderem der Veruntreuung und Bestechung, durch die Lee sich die Unterstützung der ehemaligen Präsidentin Park Geun-hye sichern wollte. Hinzu kommen weitere Delikte, die nicht weiter ausgeführt werden. Lee selbst wies vor Gericht jegliche Schuld von sich, wie berichtet wird. Wie das zuständiger Bezirksgericht in Seoul berichtet, hat die Fraktion um Lee nun Berufung eingelegt und will gegen das Urteil vorgehen. Die Justiz in Südkorea hat von nun an 4 Monate Zeit um ein neues Urteil zu fällen oder das alte zu bestätigen. Details gibt das Gericht laut "Handelsblatt" nicht weiter bekannt.

Lee Jae-yong hatte im Jahr 2014 die Leitung von Samsung übernommen, nachdem sich sein Vater aufgrund gesundheitlicher Probleme aus den Geschäften zurückziehen musste. Unter anderem leitete Lee eine Fusion innerhalb der Samsung-Gruppe ein.

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Quellen: Handelsblatt, Yonhap | Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de mit Material von Samsung | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Samsung, Mobilfunk-News, Unternehmen und Märkte

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