Neue U-Serie mit Glas-Reflexionen auf der Rückseite wird teurer als gedacht

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HTC U Play
Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke
Mit dem HTC U Play und dem HTC U Ultra hat der taiwanische Hersteller zwei neue Smartphones vorgestellt, die im Gegensatz zur von HTC vermarkteten One-Serie eine komplett neue Design-Sprache besitzen. Zwar besteht der eigentliche Smartphone-Rahmen aus Metall, auf der Rückseite der beiden Handys kommt jedoch Glas zum Einsatz. Und beim HTC U Ultra wartet noch eine weitere Überraschung auf die Nutzer. Leider werden die Geräte teurer als gedacht.

Edel, frisch und farbenfroh – so präsentiert HTC seine beiden neuen Smartphone-Modelle U Play und U Ultra. Beide Geräte kommen in den Farbvarianten Rosé, Weiß, Schwarz und Blau in den Handel, wobei für den deutschen Markt primär die blaue und schwarze Variante gedacht sind. Das Besondere: Die Farben der Handys können je nach Lichteinfall unterschiedlich schimmern.

HTC U Play

Beim U Play setzt HTC auf ein 5,2 Zoll großes Display, das in Full-HD-Qualität (1.080 x 1.920 Pixel) auflöst. Als Herzstück ist ein MediaTek Helio P10 verbaut, dessen acht Kerne mit bis zu 2 GHz takten. Mit 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB Speicherplatz, der per Micro-SD-Karte erweitert werden kann, schwimmt das Smartphone in der oberen Mittelklasse mit.

Bei der Kamera setzt HTC beim Play-Modell auf eine Auflösung von 16 Megapixeln samt optischem Bildstabilisator und Autofokus. Auf der Vorderseite wird ebenfalls auf eine 16-Megapixel-Kamera gesetzt, um Selfie-Freunde glücklich zu machen. Geladen wird das Handy über einen USB-Type-C-Anschluss, der auch als Audio-Ausgang dient. Mit anderen Worten: Auf einen separaten Kopfhörer-Ausgang muss man verzichten.

Etwas enttäuschend: Als Betriebssystem ist Android 6.0 Marshmallow vorinstalliert. Wann mit einem Update auf Android 7.0 Nougat gerechnet werden kann, ist aktuell noch unklar.

HTC U Play: Hands-On-Fotos

HTC U Ultra

Besser ausgestattet ist das HTC U Ultra, das über einen 5,8 Zoll großen QHD-Bildschirm verfügt (1.440 x 2.560 Pixel). Dabei ist zu beachten: Oberhalb des Hauptbildschirms ist ein schmales, zweites Display zu finden, das nicht nur für Benachrichtigungen und den Schnellstart der Lieblings-Apps genutzt werden kann, sondern zum Beispiel auch, um das aktuelle Wetter anzuzeigen.

Zudem besitzt das Handy über sein zweites Display eine Art künstliche Intelligenz. Erkennt das Handy etwa über einen Kalendereintrag, dass noch ein Termin ansteht, die Akkukapazität voraussichtlich aber nicht ausreicht, um diesen zu überstehen, wird in dem zweiten Display eine entsprechende Warnung angezeigt. Praktisch auch: Wird das Handy angehoben, leuchtet nur das kleine Display und zeigt unter anderem Wetter, Uhrzeit, Datum und die verbleibende Akku-Kapazität an.

Beim Prozessor setzt HTC bei seinem U-Ultra-Modell auf den Qualcomm Snapdragon 821, der über vier mit bis zu 2,4 GHz getaktete CPU-Kerne verfügt und von 4 GB RAM unterstützt wird. Beim Flash-Speicher stellt HTC seinem neuen Flaggschiff satte 64 GB zur Verfügung und erlaubt auch bei diesem Smartphone eine Speichererweiterung per Micro-SD-Karte. Bis zu 2 TB zusätzlicher Speicherplatz sind auf diese Weise möglich. Als Betriebssystem ist schon ab Werk Android 7.0 Nougat vorinstalliert, in die Home-Taste auf der Vorderseite ein Fingerabdruck-Sensor integriert.

Bei der Hauptkamera auf der Rückseite wird beim HTC U Ultra auf eine Ultrapixel-Kamera mit 12 Megapixeln Auflösung und f/2.0-Blende gesetzt. Die Ultrapixel-Technologie ist nach Angaben von HTC in der Lage, mit jedem der Pixel 300 Prozent mehr Licht einzufangen als die meisten aktuellen 13-Megapixel-Kameras. Ein kontinuierlicher Autofokus, Rauschunterdrückung und ein optischer Bildstabilisator sollen auch bei schlechteren Lichtbedingungen für gute Aufnahmen sorgen. Auf der Vorderseite steht die gleiche 16-Megapixel-Kamera wie beim HTC U Play zur Verfügung. Wer gerne Videos aufnimmt, kann darauf setzen, dass die vier in das Smartphone integrierten Mikrofone für einen 360-Grad-Ton sorgen.

HTC U Ultra: Hands-On-Fotos

Preise und Verfügbarkeit

Inzwischen ist auch klar, wann die beiden neuen Smartphones in den Handel kommen werden. Ab dem 20. Februar sind das HTC U Play und das HTC U Ultra zu haben – und werden dabei teurer als zunächst gedacht. Auf der CES in Las Vegas hatte es noch geheißen, dass das HTC U Play 399 Euro kosten soll und das HTC U Ultra 699 Euro. Daraus wird nun nichts. Denn kurzerhand hat man sich bei HTC entschlossen, die UVP um jeweils 50 Euro nach oben zu korrigieren. Heißt: Das HTC U Play kostet also 449 Euro und das HTC U Ultra 749 Euro. Zu einem noch nicht festgelegten späteren Zeitpunkt soll es darüber hinaus auch eine Ultra-Variante als Premium-Edition für 899 Euro geben, die auf der Vorderseite mit noch kratzfesterem Saphirglas punkten kann und zudem sogar mit 128 GB Speicherplatz ausgestattet sein wird.

HTC U Play und HTC U Ultra im Hands-on

Schon im Vorfeld der heutigen Vorstellung der beiden neuen HTC-Smartphones hatte inside-handy.de die Möglichkeit, einen ersten Blick auf die Geräte zu werfen. Eines wird dabei deutlich: HTC ist es gelungen, eine komplett neue Design-Sprache zu finden, die nun eigentlich nur noch bei der potenziellen Käuferschaft Gefallen finden muss. Es bleibt abzuwarten, ob das passiert, denn gemessen am Design hatte HTC schon in der Vergangenheit immer wieder tolle Smartphones in den Handel gebracht, ohne aber tatsächlich den Nerv der Kunden zu treffen. Mit der Glas-Rückseite wird nun ein komplett neuer Ansatz ausprobiert.

Während das rosafarbene und das weiße Modell des U Ultra und U Play eher schlicht daherkommen, darf man das blaue und das schwarze Modell sowohl beim HTC U Play als auch beim HTC U Ultra durchaus als außergewöhnlich bezeichnen. Denn je nach Lichteinfall kommen unterschiedliche Reflexionen zum Vorschein, die die Glas-Rückseite in einem leicht veränderten Farbton erscheinen lassen. Beim schwarzen Modell kann sogar ein leichter Grünstich zum Vorschein kommen. Einzigartig. Möglich machen das mehrere Ebenen unterschiedlich gefärbten Glases.

Deutlich wurde bei einem ersten Hands-on-Test der Redaktion von inside-handy.de aber auch, dass die Rückseiten vor allem bei dem blauen und schwarzen Modell sehr anfällig für Fingerabdrücke sind. Das sieht dann natürlich nicht mehr so schön aus. Die Folge: Ständiges Polieren und Sauberwischen dürfte ohne Schutzhülle zur Tagesordnung werden. Zudem spiegeln die Rückseiten beider Modelle sehr stark – was aber zu verschmerzen sein wird. Fraglich ist zudem: Wie gut überstehen die Smartphones Stürze auf den Boden? Zwar gibt HTC an, ausführliche Falltests durchgeführt zu haben; die Gefahr, dass Glas schneller bricht als eine Metall- und Kunststoff-Oberfläche, dürfte außer Frage stehen.

Gewohnt gut erweist sich auch die Verarbeitung. Die Geräte sind aus einem Guss gefertigt, störende Antennenlinien auf der Rückseite gibt es anders als bei vielen anderen Smartphones nicht. Die Glas-Oberfläche wird nur durch die Linse der Hauptkamera unterbrochen, die leicht aus dem Gehäuse herausragt. Zwar hätte HTC auch eine ebene Kameralinse verbauen können, dann aber auf einen optischen Bildstabilisator zur Verbesserung der Fotoergebnisse verzichten müssen.

Beim HTC U Ultra wurden in die Front zudem Lautsprecher integriert, die Musik erfreulich kraftvoll wiedergeben können. Dafür sorgt die so genannte BoomSound Hi-Fi Edition, die auch schon im HTC 10 zum Einsatz kommt. Beim HTC U Play muss man sich mit einem Mono-Lautsprecher an der Unterseite des Handys zufrieden geben.

Pressebilder HTC U Play & U Ultra

Das sagt HTC zu seiner neuen U-Familie

Für HTC-Manager Fabian Nappenbach ist die Marschrichtung, die mit der neuen Produktfamilie eingeschlagen wird, klar: „Unsere HTC-One-Familie bespielen wir nun bereits seit dem Jahr 2012 – es war an der Zeit, etwas ganz Neues zu präsentieren. Mit der U-Serie zeigen wir Smartphones, die etwas Spezielles ‚for you‘, also ‚für dich‘ sind. Denn Smartphones werden immer persönlicher.“ Unterstrichen wird das mit Blick auf die spiegelnde Rückseite durch den Leitspruch: „Design, that reflects you.“

Bei der Entwicklung sei es vor allem um die Fragestellung gegangen, wie man sich von der breiten Masse an Smartphones am Markt differenzieren könne. „Unsere Antwort ist ein komplett neues Design mit so genannten ‚Liquid Surfaces‘, die für ein neues, aber klares und aufgeräumtes Gesamterscheinungsbild stehen“, so Nappenbach weiter.

Für die Zukunft ist geplant, die U-Serie um weitere Modelle zu ergänzen. Wann genau weitere Geräte vorgestellt werden, wollte Nappenbach aber auf Nachfrage von inside-handy.de noch nicht verraten. Auch ob es von HTC schon auf dem nahenden Mobile World Congress, der Ende Februar in Barcelona stattfinden wird, weitere neue Geräte zu sehen geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

In eigener Sache: Bilder-Leak bei inside-handy.de

Durch eine ungünstige Verkettung eines technischen und eines menschlichen Fehlers in der Redaktion von inside-handy.de sind bereits im Vorfeld der offiziellen Veröffentlichung Fotos der beiden Smartphones auf inside-handy.de erschienen. Hierzu erklärt der Chefredakteur Christian Koch:

„Wie viele andere Hersteller ermöglicht HTC uns bereits im Vorfeld der offiziellen Präsentation von Smartphones einen Blick auf die Geräte. Für unsere Redakteure sind diese Vorab-Informationen wichtig, um pünktlich zur Vorstellung kompetent über die Smartphones berichten zu können und einen ersten Eindruck zu bekommen. Im Rahmen dieser Termine erstellen wir auch Fotos, die auf unserem Server gespeichert werden und die Vorstellungs-Artikel illustrieren sollen.

Teil unserer Vereinbarung mit den Herstellern ist, dass wir die Bilder und Informationen nicht vor dem offiziellen Präsentationstermin veröffentlichen. In den vergangenen 14 Jahren hat die Redaktion von inside-handy.de extrem genau darauf geachtet, dass diese Vertraulichkeit in keinem Fall gebrochen wird. Leider ist es diesmal zu zwei internen Fehlern gekommen, durch die eine Bildergalerie vorab online gegangen ist. Wir haben den Fehler zwar bereits nach einer Stunde bemerkt, der Leak war dann jedoch schon geschehen und die Fotos unseres Redakteurs gingen um die Welt.

Wir entschuldigen uns ausdrücklich bei HTC für diesen Fehler und bedauern zutiefst, dass das in uns gesetzte Vertrauen gebrochen wurde. Aus Fehlern kann man zum Glück lernen und wir haben in unserem Redaktionssystem Maßnahmen ergriffen, die einen solchen Leak in Zukunft ausschließen.“

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