Sportlich trifft edel: Die Gear S3 Classic und Frontier im Test

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Samsung Gear S3 Classic
Bildquelle: Julia Froolyks / inside-handy.de

Design und Verarbeitung

Die Gear S3 von Samsung kommt in einer großen Zylinder-Box daher. Nach dem Öffnen offenbart sich eine sehr große und klobig wirkende Smartwatch. Ganz deutlich sagt die Gear S3 aus der Schachtel heraus: Ich gehöre an ein kräftiges Männer-Handgelenk. Die Gear S3 in ihrer Classic-Variante fühlt sich sehr hochwertig und edel an. Das schwarze Echtlederarmband ist relativ dick und macht einen robusten Eindruck. Wie bei der Gear S2 hat Samsung wieder auf die drehbare Lünette gesetzt. Diese lässt sich sehr leicht und mit gutem Widerstand nach links oder rechts drehen. Die zwei silbernen Taster an der rechten Seite zum Öffnen von Apps oder Zurückkehren zum Ziffernblatt sind schlicht gehalten.

Samsung Gear S3 Classic
Bildquelle: Julia Froolyks / inside-handy.de

Lieferumfang

Mit im Karton liefert Samsung die Aufladestation samt Kabel, ein Band für schmalere (Männer-) Handgelenke und eine Kurzanleitung. Die Gear S3 wird auf der Ladestation kontaktlos aufgeladen. Das funktioniert sehr gut – einzig das Kabel könnte etwas länger sein.

Die erste Einrichtung der Uhr ist relativ simpel, kann aber nicht mit der unkomplizierten Einrichtung einer Apple Watch mithalten. Zu Beginn muss die Gear etwa eine Stunde aufgeladen werden, damit sie einsatzbereit ist. Dann kann es allerdings auch schon losgehen. Auf dem Android-Smartphone muss die Gear-App aus dem Play Store heruntergeladen werden. Die Bedienung innerhalb der App ist sehr intuitiv und nach einigen Minuten sind Gear S3 und Smartphone miteinander gekoppelt. Nervig ist das nie enden wollende Bestätigen von Konten und Zugriffen. Bei Bedarf kann ein Samsung-Konto erstellt werden, was allerdings kein Muss ist.

Die Uhr misst 46 x 49 x 12,9 mm und ist damit wesentlich größer und wuchtiger als ihr Vorgänger. Beim ersten Anlegen verhält sich das Lederarmband der Classic-Version ziemlich steif. Das Silikon-Armband der Frontier-Variante der Gear S3 ist hingegen sehr flexibel und anschmiegsam. Nachteil an der Silikon-Variante ist die Schmutzanfälligkeit. Staubkörner zeichnen sich sichtbar auf dem Armband ab. Die sportliche Frontier-Gear unterscheidet sich nur optisch von ihrer edleren Classic-Variante. In das Metallgehäuse der Gear S3 ist ein 1,3 Zoll großes Touch-Display eingelassen. Gorilla Glass SR+ schützt das AMOLED-Display, das Inhalte mit 360 x 360 Pixeln recht scharf wiedergibt.

Display und Bedienung

Bedient wird Samsungs Gear S3 über die bewegliche Lünette, zwei Taster an der Seite und den Touch-Bildschirm. Das Navigieren funktioniert im Praxis-Test sehr gut und intuitiv. Die Pixel sind scharf und sehr klar dargestellt. Das Betriebssystem der Gear S3 ist ebenso intuitiv wie die Hardware der Uhr. Ausgangspunkt ist das Watchface, welches mit zahlreichen Ziffernblättern individualisiert und angepasst werden kann. Auf Grundlage des Ziffernblattes können einige Befehle mithilfe der Lünette ausgeführt werden. Das Scrollen nach links öffnet Benachrichtigungen und zeigt beispielsweise zuletzt erfasste Pulswerte an. Ein Scroll nach rechts öffnet die App-Widgets, wie Kontakte, Wetter, Fitness-Angaben und vieles mehr. Einstellungen, wie Helligkeit des Displays, Lautstärke, Flugzeugmodus und Co. werden über einen Wisch von oben nach unten aufgerufen. Generell ist das auf Tizen basierende Betriebssystem beinahe identisch mit dem der Samsung Gear S2.

Gear S3: Perfekter Fitness-Begleiter

Um die Gear S3 ein wenig unabhängiger vom Smartphone zu machen, hat Samsung in den neuen Modellen einen eigenen GPS-Empfänger integriert. Damit kann die Smartwatch beim Sport auch ohne Handy GPS-Daten aufzeichnen. Musik kann die Gear ebenfalls abspeichern – ein 4 GB großes Datendepot bietet Platz für zahlreiche Lieblingstitel. Sportlich gesehen ist die Gear S3 ein wahrer Alleskönner. Nicht nur gängige Sportarten wie Joggen oder Fahrradfahren kann die Uhr erkennen und aufzeichnen. Auch Sit-Ups, Kniebeugen oder Heimtrainer-Aktivitäten können in der vorinstallierten App S Health festgehalten werden. Das eingebaute Barometer erkennt Höhenunterschiede, was beim Wandern sehr praktisch ist. Außerdem erkennt die Gear S3, wie viele Stockwerke der Träger der Uhr bereits erklommen hat.

Langweilig: Keine neuen Apps

Bei aller Begeisterung für den klobigen Alleskönner von Samsung: Es sind immer noch die gleichen Apps verfügbar wie für die Gear S2. Neben Spielen, News-Apps und Navigationshilfen, fehlen im Gear-App-Store wichtige Apps wie soziale Netzwerke, Reise-Apps, Messenger und Co.

Die App ist an sich sehr praktisch. Mithilfe des Smartphones können so die Watchfaces der Gear S3 verändert und beliebig angepasst werden. Wichtige Infos über Akkustand, Speicher und Arbeitsspeicher liefert die App auf den ersten Blick. Generell können alle Einstellungen an der Uhr über die Gear-App vorgenommen werden. Über den Punkt „Gear finden“ kann die Smartwatch zudem gesucht werden. Auf Wunsch spielt diese dann einen schrillen Ton ab. Über diese Option kann die Gear auch ferngesteuert oder sicherheitshalber gelöscht werden.

Samsung Gear S3 Classic
Bildquelle: Julia Froolyks / inside-handy.de

Kompatibel ist die Gear S3 mit Android- und iOS-Geräten. Nachdem Hersteller Samsung kürzlich angekündigt hatte, dass in naher Zukunft auch iOS-Geräte in den Genuss der Gear S3 kommen sollen, war es Anfang Januar so weit. Über den App Store lässt sich die erforderliche Gear-App herunterladen. Die Gear S3 muss vor der Konfiguration mit dem iPhone via Bluetooth gekoppelt werden. Innerhalb der App läuft die Einrichtung genauso unkompliziert wie auf Android-Geräten ab. Nachteil an der Nutzung mit iOS: Die Apple-eigenen Apps wie Siri, Nachrichten oder Facetime lassen sich mit der Gear S3 nicht verwenden. In Verbindung mit dem iPhone verfügt die Gear S3 dennoch über alle Funktionen; Fitnesswerte und andere Aufzeichnungen werden jedoch nicht in den Fitness-Apps von Apple gesichert, sondern können in Verbindung mit einem Samsung-Konto festgehalten werden. 

Preis und Verfügbarkeit

Die Samsung Gear Frontier und die Gear S3 Classic sind ab 370 Euro erhältlich (UVP des Herstellers: 399 Euro). Momentan scheint es allerdings Lieferengpässe zu geben: Die Smartwatches zeigen momentan eine Lieferzeit von bis zu 12 Wochen an.

Samsung Gear S3 Frontier: Hands-On-Fotos

Fazit

Die Gear S3 Classic ist rein optisch ein Augenschmaus. Sie sieht hochwertig aus und ist sehr gut verarbeitet. Einzig die Größe ist irritierend und sehr klobig. Der Vorteil des Lederarmbandes der Classic-Variante ist die Robustheit und die edlere Optik. Das Silikonarmband der Gear Frontier ist zwar anschmiegsamer, dafür auch sehr anfällig für Schmutz und Staub.

Die Bedienung der Watch ist sehr intuitiv. Alles läuft sehr flüssig und optisch scharf. Das Display macht einen robusten Eindruck. Die Batterie soll mit ihren 380 mAh eine deutlich längere Laufzeit bieten als die des Vorgängers. Die Gear S3 ist besonders gut für Sportler und Fitness-Bewusste geeignet. Es lassen sich zahlreiche Trainings dokumentieren und auswerten. Die Benachrichtigungen an der Uhr können auf Wunsch mit einer angenehmen Vibration aufs Handgelenk kommen. Alles in allem ist die Gear S3 von Samsung eine der besseren Smartwatches auf dem Markt. 

Für den Test hat der Hersteller zwei Testgeräte zur Verfügung gestellt.

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