Zwei Brüder und ihr großes Vorbild

9 Minuten
Samsung Galaxy S7 vs. Galaxy A5 vs. Galaxy A3
Bildquelle: inside-handy.de / Samsung
Mit der seiner A-Klasse hat Samsung seine Galaxy-Smartphones äußerst erfolgreich in der Mittelklasse platziert. Die 2017er Modelle wurden gerade vorgestellt – doch können sie sich mit ihrem großen Bruder, dem Samsung Galaxy S7, messen? Die inside-handy.de-Redaktion bittet zum Vergleich.

Der nachfolgende Artikel gibt einen Überblick zu den technischen Spezifikationen und den daran auszumachenden Unterschieden zwischen Samsung Galaxy A3 (2017), Samsung Galaxy A5 (2017) und Samsung Galaxy S7. Detaillierte Angaben dazu, wie sich die neue Samsung Galaxy A-Klasse tatsächlich schlägt, wird man den ausführlichen Testberichten entnehmen können, die inside-handy.de noch veröffentlichen wird.

Verarbeitung und Design

Eines wird bei der Betrachtung der neuen Galaxy A-Serie von 2017 schnell klar: Beim Design der Smartphones hat das Galaxy S7 Modell gestanden. So verfügen sowohl das Galaxy S7 als auch das Galaxy A3 und A5 über einen Metallrahmen und sind sowohl an Vorder- als auch an Rückseite mit 2,5D-Glas bedeckt. Auch die Eckrundungen entsprechen dem aktuellen Galaxy-Design, genau wie die kapazitiven Tasten unterhalb des Displays und der als vollwertiger Knopf ausgeführte Home-Button mit Fingerabdruck-Sensor.

Wie beim Galaxy S7 sind auch bei den Galaxy A-Modellen die Anschlüsse in Kunststoff eingefasst, um hier Abnutzungserscheinungen am Metallrahmen vorzubeugen. Jedoch platziert Samsung die Anschlüsse anders. So sind bei den Galaxy-A-Smartphones sämtliche Anschlüsse an der Gehäuseunterseite zu finden, wohingegen dort beim Galaxy S7 nur der USB-Anschluss zu finden ist. Hier findet sich übrigens ein erster Unterschied, denn das Galaxy A3 und das Galaxy A5 kommen mit einem USB-Typ-C-Anschluss daher, der eine ovale Form hat und dadurch nicht die Einsteckrichtung des Kabels vorgibt. Das Galaxy S7 kam im März noch mit dem althergebrachten Micro-USB-Anschluss daher, der durch seine trapezförmige Bauweise auch die Richtung der Kabelführung vorgibt.

Die Verarbeitung wirkt bei allen drei Vergleichsmodellen gleichsam hochwertig, verfügt jedoch über den gleichen Makel: Durch die gläserne Rückseite sind die Smartphones ein Magnet für Fingerabdrücke. Sollte man sich die Finger eingecremt haben oder gar in Gegenwart eines der Smartphones gegessen haben, fasst man diese lieber nicht an – zumindest falls man Wert auf ein sauber aussehendes Smartphone legt.

So ähnlich sich die Vergleichs-Handys auch sehen, in der Farbgestaltung geht Samsung dann doch einen neuen Weg: Während der Metallrahmen beim Galaxy S7 meist farblich abgesetzt bleibt, färbt Samsung diesen beim Galaxy A3 und A5 konsequent in der Farbe der Glasplatten. Während die Vorjahresmodelle der A-Klasse sich noch auf Weiß-Silber und Schwarz-Gold beschränkten, sind die diesjährigen Versionen entweder in komplett Schwarz, komplett Gold, komplett Roségold oder komplett Blau zu haben. Wieder mit von der Partie ist die weiß-silberne Variante, die in Samsungs neuer Farbgebung die große Ausnahme bildet.

Display

So groß die Gemeinsamkeiten beim Design auch sind – die Bildschirmgrößen sind der erste und wohl auch am besten sichtbare Unterschied, dem man bei der Betrachtung der Smartphones begegnet. So möchte das Galaxy A3 mit seinen bescheidenen 4,7 Zoll Displaydiagonale vor allem Kunden becircen, die dem Trend zu immer größer werdenden Smartphones nichts abgewinnen können. Das Flaggschiff der Koreaner platziert sich mit seinen 5,1 Zoll in der Mitte des Vergleichsfeldes, auch wenn der Unterschied zum Samsung Galaxy A5 (2017), das mit einem 5,2 Zoll großen Bildschirm daher kommt, nur Nuancen ausmacht. Rund 3 Millimeter ist das Display des Galaxy S7 in der Diagonalen kleiner als das des Galaxy A5.

Wendet man sich den technischen Eigenschaften der Displays zu, könnten die Unterschiede größer kaum sein: Zwar basieren alle Displays auf der Super-AMOLED-Technologie, doch während das Samsung Galaxy S7 mit einer QHD-Auflösung von 1.440 x 2.560 Pixel und einer sensationellen Pixeldichte von 576 ppi auftrumpft, begnügt sich das kleine Samsung Galaxy A3 mit einer einfachen HD-Auflösung von 720 x 1.280 Pixel, sodass sich hier noch eine Pixeldichte von 312 ppi ergibt. Damit unterliegt es dem iPhone SE, das mit 326 ppi aufwarten kann. Auch das Galaxy A5 verfügt mit 424 ppi über eine höhere Pixeldichte, die es dank einer Full-HD-Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel erreicht.

Während sich das Samsung Galaxy S7 mit Gorilla-Glas 4 zum Schutz der Vorder- und Rückseite begnügen muss, verfügen Galaxy A3 und A5 über das neueste Schutzglas des US-Glasgiganten Corning, Gorilla-Glas 5.

Betriebssystem

Alle drei Smartphones laufen aktuell mit dem Android-Betriebssystem in der Geschmacksrichtung Marshmallow, was Version 6 entspricht. Darüber hat Samsung seine eigene Benutzeroberfläche TouchWiz gelegt.

Schon in Kürze wird das Samsung Galaxy S7 jedoch ein Update auf Android 7 Nougat erhalten, das die neue Benutzeroberfläche Samsung Experience mit sich bringen wird. Auch für die A-Reihe hat Samsung wohl entsprechende Updates in der Mache, allerdings sind diese bislang nicht offiziell angekündigt. Es wird aktuell davon ausgegangen, dass das entsprechende Update für diese Modelle im Frühjahr 2017 verteilt wird.

Leistung

Die Samsung-Smartphones laufen allesamt mit einem Octa-Core-Prozessor, der mit 64-Bit-Architektur ausgestattet ist. Anstatt auf Stangenware der etablierten Chiphersteller Qualcomm oder MediaTek zurückzugreifen, verbaut Samsung hier jedoch lieber die eigenen Exynos-Prozessoren. Während das Samsung Galaxy S7 also mit einem Samsung Exynos 8890 rechnet, geht im Samsung Galaxy A3 (2017) ein Exynos-7870-Chipsatz zu Werke. Das etwas größere und teurere Samsung Galaxy A5 (2017) kann mit einem Samsung Exynos 7880 aufwarten.

Auch bei der Taktfrequenz zeigen sich deutliche Unterschiede. Kann das Galaxy S7 mit 2,3 GHz rechnen, sind es beim Galaxy A5 schon nur noch 1,9 GHz, beim kleineren Galaxy A3 fällt der Wert noch weiter ab, denn hier wird nur noch mit 1,6 GHz gerechnet.

 

Samsung Galaxy A3 (2017)

Samsung Galaxy A5 (2017) Samsung Galaxy S7
Display 4,7 Zoll, 720 × 1.280 Pixel 5,2 Zoll, 1.080 × 1.920 Pixel 5,1 Zoll, 1.440 × 2.560 Pixel
Android-Version 6.0 Marshmallow 6.0 Marshmallow 6.0 Marshmallow
Prozessor  Samsung Exynos 7870 (Octa-Core) / 1,6 GHz Samsung Exynos 7880 (Octa-Core) / 1,9 Ghz Samsung Exynos 8890 (Octa-Core) / 2,3 GHz
RAM  2 GB 3 GB 4 GB
interner Speicher  16 GB 32 GB 32 GB / 64 GB
MicroSD ja (256 GB)  ja (256 GB) ja (200 GB)
Kamera vorne/hinten 13 MP / 8 MP 16 MP / 16 MP 12 MP / 5 MP
Fingerabdruckscanner ja, vorne ja ja, vorne
Akku  2.350 mAh  3.000 mAh 3.000 mAh
USB-Port USB Typ C (2.0) USB Typ C (2.0) micro-USB (2.0)
IP-Zertifizierung  IP 68 IP 68 IP 68
Abmessungen (mm)  135,4 × 66,2 × 7,9 146,1 × 71,4 × 7,9 142,2 × 69,6 × 7,9
Einführungspreis 329 EUR  429 EUR 699 EUR
Aktueller Marktpreis 329 EUR 429 EUR ca. 460 EUR

Ein ebenfalls deutlicher Unterschied: Während der Mali-T880-MP12-Grafikprozessor im Galaxy S7 mit ganzen 12 Kernen rechnet, kommt der Mali-T830 MP2 in Samsungs A-Serie mit lediglich zwei GPU-Kernen aus. Gerade bei grafikintensiven Anwendungen wie Spielen dürfte es daher die deutlichsten Leistungsunterschiede zwischen den Kontrahenten geben.

Kamera

Die Kamera ist für das Samsung Galaxy S7 ein besonderes Steckenpferd. Das Smartphone überzeugte im Testbericht von inside-handy.de mit der Referenz-Kamera des Jahres 2016 und holte hier die volle Punktzahl von fünf Sternen. Besonders seine f/1.7-Blende sorgt für gute, lichtstarke Aufnahmen. Die Kamera hat zwar „nur“ 12 Megapixel, doch ist jeder einzelne Pixel 56 Prozent größer als bei anderen Kameras – auch hier wird also mehr Licht aufgenommen.

Die Kamera im Galaxy A3 (2017) löst mit konventionellen 13 Megapixeln auf, dies paart Samsung mit einer f/1,9-Blende. Bei gleicher Blendenzahl hat man das Galaxy A5 (2017) mit einem 15,8-Megapixel-Sensor versehen. Der Bildstabilisator ist hier elektronisch anstatt optisch, wie beim S7. Auch verfügen die A-Modelle nur über einen einfarbigen Blitz, das Galaxy S7 blitzt zweifarbig, was für eine natürlichere Belichtung sorgen soll.

LTE und WLAN

Weitere Unterschiede zeigen sich bei der Konnektivität. So unterstützt das im Galaxy S7 verbaute Mobilfunkmodem eine LTE-Geschwindigkeit von bis zu 450 Mbit/s wohingegen die beiden Vertreter der A-Serie hier nur 150 Mbit/s beziehungsweise 300 Mbit/s schaffen. Im Übrigen unterstützen alle Smartphones die WLAN-Standards a/b/g/n/ac und hier sowohl den 2,4-GHz- als auch den 5-GHz-Frequenzbereich.

IP-Zertifizierung

Alle Smartphones in diesem Vergleich sind IP68 zertifiziert. Per Definition sind sie dadurch völlig staubdicht sowie gegen dauerndes Untertauchen bei bis zu 1,5 Metern Wassertiefe gefeit. Die IP-Schutzklassen und ihre Bedeutung hat die inside-handy.de-Redaktion ausführlich in einem eigenen Magazin-Beitrag beleuchtet.

Preis-Leistung

Die Mittelklasse der Samsung-Galaxy-Smartphones beginnt bei 329 Euro für das kompakte Galaxy A3 (2017), das größere Galaxy A5 (2017) schlägt mit 100 Euro mehr zu Buche, hier werden folglich 429 Euro verlangt. Beide Preise entsprechen der unverbindlichen Preisempfehlung von Samsung. Da die Geräte noch sehr neu am Markt sind, hat hier noch kein Preisrutsch stattgefunden.

Zu diesem Preis erhält man ein solides Handy im hochwertigen Design, das mit allen Aufgaben spielend fertig werden dürfte. Schon die Vorgängermodelle aus 2016 schnitten im Praxistest von inside-handy.de mit vier Sternen (Galaxy A3) beziehungsweise 4,5 Sternen (Galaxy A5) sehr gut ab.

Gerade wer mit dem Galaxy A5 liebäugelt, sollte sich seine Kaufentscheidung jedoch noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Denn das Samsung Galaxy S7 ist neu bereits ab 492 Euro zu haben und man bekommt für einen Aufpreis von 63 Euro ein Smartphone, dass dem Galaxy A5 in allen Bereichen deutlich überlegen ist. Obendrein dürfte der Preis für das Galaxy S7 weiter abrutschen, je näher die Vorstellung des Nachfolgers Galaxy S8 rückt.

Fazit

Gerade das Samsung Galaxy A3 (2017) mit seinen kompakten 4,7 Zoll sucht seines Gleichen, denn Handys unter 5-Zoll-Displaydiagonale die eine vernünftige Leistung bringen und ein ansprechend hochwertiges Design haben, werden immer seltener.

Wer Wert auf einen USB-Typ-C-Anschluss legt oder sich mit den Farbvarianten des Galaxy S7 nicht anfreunden kann, macht mit dem Galaxy A5 nichts falsch. Bevor man allerdings deutlich über 400 Euro für das A-Modell ausgibt, sollte man sich überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, den verhältnismäßig geringen Aufpreis zu zahlen und sich ein S7 gönnen, denn mit dem Flaggschiff aus 2016 ist man auch was die Leistungsreserven angeht auf der sicheren Seite und für die Zukunft gut gerüstet.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE NEWS