Deutsche Mobilfunkanbieter setzen weiterhin auf veraltete Technologie

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Basisstation in Münster
Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke
2017 bahnen sich einige Veränderungen im Mobilfunknetz an. Viele Anbieter weltweit kehren nach und nach der veralteten GSM-Technologie den Rücken und setzten auf modernere Alternativen. In Deutschland halten sich die Mobilfunkbetreiber mit Aussagen zum Ausstieg zurück. Prinzipiell wäre es hierzulande noch bis mindestens 2033 möglich, auf den alten Mobilfunk-Standard zu setzten.

GSM steht für „Global System for Mobile Communications“ (früher Groupe Spécial Mobile) und war der erste Standard der zweiten Mobilfunk-Netz-Generation. Er wurde in Deutschland im Jahr 1992 eingeführt und half bei der Verbreitung von Handys. Mittlerweile ist die Technologie fast 25 Jahre alt und von anderen Standards wie GPRS und EDGE leistungstechnisch überholt. Dennoch gilt es in vielen Anwendungsbereichen immer noch als Grundlage.

Deutsche Anbieter haben keinen Umstiegsplan

In vielen Teilen der Welt geht es der veralteten Technologie dennoch an den Kragen: So werden in Australien die Netze ab Oktober 2017 ohne GSM auskommen. In Singapur ist sogar schon im März des kommenden Jahres Schluss. Anbieter auf größere Märkte wie in den USA oder Norwegen planen vornehmlich ein Ausstieg auf Raten. Das amerikanische Unternehmen AT&T lässt den Dienst aber schon zum Jahreswechsel enden.

In Deutschland gibt es bisher keine Pläne, von GSM Abstand zu nehmen. Nach Angaben von heise online wollten sich wieder die Telekom noch Vodafone und Telefónica Deutschland auf einen Ausstieg festlegen. Dem zitierten Kommentar eines Pressesprechers zu folge, dürften die Unternehmen aber einen schrittweisen Ausstieg von GSM und UMTS in Auge gefasst haben. Wann und wie diese Schritte getätigt werden sollen, steht bisher nicht fest.

Lage in Österreich und der Schweiz

Theoretisch können die Mobilfunk-Anbieter noch bis mindestens 2033 auf den Standard setzten. So lange gelten die erst 2015 erneut versteigerten Frequenznutzungsrechte in Deutschland. In Österreich ist man da kürzer angebunden: Dort laufen verschiedene Technologien und Anwendungen noch bis 2020. So lange möchte in der Schweiz der Anbieter Swisscom sein GSM-Netz noch am Laufen halten. Danach ist Schluss. Andere Anbieter aus den beiden deutschsprachigen Nachbarländern haben sie ebenfalls noch nicht zum Thema geäußert.

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