Nach Kritik: Drillisch-Anbieter entschärft die Datenautomatik

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Gründungsteam von Goood
Bildquelle: Goood
Die Goood-Tarife sind aus dem Sack: Nachdem Mitte November bekannt wurde, dass Deutschland mit Goood seinen ersten sozialen Mobilfunkanbieter bekommt, wurden nun dessen Angebot hierzulande gestartet. Die Tarife halten was sie versprechen, waren anfangs jedoch weniger sozial als gedacht. Die Redaktion von inside-handy.de zeigt, worin die Nachteile und Vorteile des Angebotes liegen, wie es sich im Vergleich schlägt und wo nun nachgebessert wurde.

Telefonieren und einen kleinen Beitrag für etwas Gutes leisten: Das ist die Prämisse des neuen Mobilfunkanbieters Goood. Das Unternehmen gründete sich nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne und kündigte schon im November seinen Start in Deutschland und Österreich an. Der soziale Gedanke ist ein fester Bestandteil von Goood: 10 Prozent des monatlichen Paketpreises sollen an eine wohltätige Organisation gehen, die sich der Mobilfunk-Kunde aussuchen darf.

Nun sind die Tarife des Anbieters hierzulande offiziell buchbar. Es gibt zwei Pakete, die jeweils in zweifacher Ausführung daher kommen:

goood (big) smile

  • 8,99 Euro pro Monat (plus 1 Euro Spenden)
  • 9,99 Anschlusspreis
  • 100 Frei-Minuten
  • 100 Frei-SMS
  • 1 GB / 500 MB Datenvolumen bis zu 50 Mbit/s; danach Datenautomatik, dann 16 Kbit/s
  • Datenautomatik im Einsatz – kann aber deaktiviert werden
  • Mindestvertragslaufzeit 12 Monate mit 500 MB oder 24 Monate mit 1 GB
  • Vorsicht: Automatische Vertragsverlängerung für 11,99 Euro pro Monat
  • Realisiert im Mobilfunknetz von Telefonica Deutschland (O2 / E-Plus)
  • Buchbar unter www.goood.de

goood (big) easy

  • 17,99 Euro pro Monat (plus 2 Euro Spenden)
  • 29,99 Anschlusspreis
  • Sprach-Flat in alle deutschen Netze
  • SMS-Flat in alle deutschen Netze
  • 2 GB / 1 GB Datenvolumen bis zu 50 Mbit/s; danach Datenautomatik, dann 16 Kbit/s
  • Datenautomatik im Einsatz – kann aber deaktiviert werden
  • Mindestvertragslaufzeit 12 Monate mit 1 GB oder 24 Monate mit 2 GB
  • Vorsicht: Automatische Vertragsverlängerung für 22,99 Euro pro Monat
  • Realisiert im Mobilfunknetz von Telefonica Deutschland (O2 / E-Plus)
  • Buchbar unter www.goood.de

Im Kern bietet goood zwei Discount-Tarife mit 1 beziehungsweise 2 Euro Abschlag für gemeinnützige Projekte an. Weder die angebotenen Telefonie- und SMS-Flats respektive Frei-Minuten/-SMS noch das Datenvolumen sind besonders gut oder schlecht. Auch der Preis entspricht dem aktuellen Standard auf dem deutschen Markt – wie ein Blick in den Allnet-Flat-Vergleich von inside-handy.de zeigt. Alleine die fehlende EU-Roaming-Flat könnte einige Fernreisende enttäuschen.

Goood entschärft die Stolperfalle: So lässt sich die Datenautomatik deaktivieren

Unsozial erschienen Anfangs hingegen die beiden eingebauten Stolperfallen in den Tarifen: Da wäre zum einen die Datenautomatik, die fester Bestandteil des Paketes ist. Sie erweitert das Datenvolumen nach Verbrauch des Highspeed-Datenvolumens automatisch um je 100 MB für einen Preis von jeweils 2 Euro. Dies kann bis zu drei Mal geschehen, danach surfen Kunden weiter mit 16 Kbit/s. Kunden werden beim Erreichen von 80 Prozent sowie 100 Prozent des Datenvolumen per SMS informiert.

Mittlerweile hat Good diese Datenautomatik allerdings entschärft: So sind die automatischen und mit Kosten verbundenen Nachbuchungen zwar weiterhin Bestandteil der Tarife, über die Drillisch-Service-Welt und die Hotline ist die Datenautomatik allerdings wieder deaktivierbar – wird also zum optionalen Angebot. Auf Nachfrage von inside-handy.de bleiben die Kosten der Tarife davon unbeeidruckt und bestehen.

Eine Kosten-Nische bleibt jedoch: Ein abgeschlossener Vertrag bei Goood verlängert sich nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit von 12 oder 24 Monaten eigenständig um einen Monat. Das Fiese daran: Wenn die Verlängerung automatisch passiert, wird ab dem 13. oder 25. Monat ein neuer Preis von 11,99 beziehungsweise 22,99 Euro fällig. Es erfolgt also eine Preiserhöhung. Kunden können dem zuvorkommen, indem sie die dreimonatige Kündigungsfrist einhalten und ihren Handyvertrag kündigen oder den Tarif selbstständig um 12 oder 24 Monate verlängern. Nur dann gilt weiter der günstigere Vorzugspreis.

Noch bis zum 31. Januar mehr Gutes tun

Goood arbeitet in Deutschland zusammen mit dem Mobilfunkanbieter Drillisch. Bis zum 31. Januar 2017 hat das neue Unternehmen noch eine besondere Aktion in petto: Bei jedem gebuchten Tarif verdoppelt Goood die Spenden im Rahmen der Mindestvertragslaufzeit. Wer also trotz der kleinen Hakens gemeinnützige Projekte unterstützen will, sollte nun zuschlagen.

Goood startet in Deutschland und Österreich

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