Illegale Livestreams Fußball BundesligaSky ermittelt Urheberrechtsverletzer: Gericht verhängt empfindliche Strafen

vom 26.11.2016, 08:58
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Der Pay-TV-Sender Sky Deutschland hat vor Gericht einen Erfolg gegen illegale Betreiber von Live-Streams zu Spielen der Fußball Bundesliga erzielen können. Zwei Angeklagte wurden vom Amtsgericht Tauberbischofsheim verurteilt, weil sie im Jahr 2014 dafür gesorgt haben sollen, dass Bundesliga-Übertragungen von Sky kostenlos über das Internet abrufbar waren. Der reine Abruf derartiger Streams ist rechtlich weiter nicht eindeutig geklärt.

Wegen fünf nachgewiesenen Urheberrechtsverletzungen gegenüber Sky Deutschland wurde ein 28-Jähriger aus Baden-Württemberg unter der Woche zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Ein weiterer 28-Jähriger aus Sachsen muss eine Geldstrafe in unbekannter Höhe zu 90 Tagessätzen zahlen, heißt es in einer Mitteilung von Sky. Der Pay-TV-Sender hatte selbst Ermittlung eingeleitet und konnte so nach Stellung einer Strafanzeige nach eigenen Angaben eine schnelle Überführung der Täter durch die Polizei ermöglichen.

Skys Anti-Piraterie-Manager Thomas Stein kommentiert den juristischen Erfolg mit den Worten: "Mit diesem klaren Urteil des Amtsgerichts Tauberbischofsheim sehen wir uns einmal mehr in unserer Strategie bestätigt, illegale Live-Streams kontinuierlich und konsequent zu verfolgen. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die Justiz gegen derartige Urheberrechtsverletzungen vorgeht und diese mit Freiheitsstrafen oder empfindlichen Geldstrafen ahndet."

Dass Sky gegen illegale Livestreams seiner Bundesliga-Übertragungen vorgeht, ist schon allein mit Blick auf die hohen Lizenzgebühren, die Jahr für Jahr an die Deutsche Fußball Liga (DFL) gezahlt werden, nachvollziehbar. Ab der Saison 2017/2018 kassiert die DFL von Sky und anderen TV-Sendern im Durchschnitt 1,16 Milliarden Euro pro Jahr, damit die Sender aus den Bundesliga-Stadien berichten dürfen. Einen Großteil davon steuert Sky bei, um Woche für Woche live aus den Stadien zwischen Hamburg und München berichten zu dürfen.

Legale Nutzung von Livestreams rechtlich nicht eindeutig geklärt

Während aus juristischer Sicht klar ist, dass das öffentliche Bereitstellen eines Sky-Livestreams nicht gestattet ist, bewegen sich die Nutzer eines Live-Streaming-Angebots in einer rechtlichen Grauzone. Der Kölner Anwalt für IT-Recht, Christian Solmecke, sagt: "Bei Live-Streams, die nur passiv empfangen werden, vertrete ich schon lange die Rechtsauffassung, dass der Nutzer sie legal ansehen darf. Auf seinem Rechner entsteht nämlich gar keine unerlaubte Kopie im Sinne des Gesetzes. Zwar werden während des Streamings Teile des Videos in den Arbeitsspeicher (RAM) des Computer geladen. Dies geschieht aber nur flüchtig und zu keinem Zeitpunkt wird die vollständige Video-Datei auf der Festplatte abgelegt. Das Anschauen selbst ist dann überhaupt nicht mehr als urheberrechtliche Nutzung zu werten und deshalb legal."

Der Fachanwalt maht jedoch auch zur Vorsicht: "Weil es noch keine Gerichtsentscheidungen dazu gibt, handeln User aber in einer rechtlich unsicheren Grauzone. Strafbar ist dies nämlich nur, wenn die Umgehung nicht ausschließlich zum privaten Gebrauch stattfindet - genau das trifft aber regelmäßig auf Fußball-Fans zu, die Spiele online zum Vergnügen ansehen."

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Quelle: Sky Deutschland / Wilde Beuger Solmecke Rechtsanwälte | Bildquelle kleines Bild: DFL | Autor: Hayo Lücke
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Themen dieser News: Internet & Digitale Welt, TV-Sender & Video on Demand, Unternehmen und Märkte

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