WLAN-Router: Von Werk aus sicher – voreingestellte Passwörter reichen aus

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Gelten von Werk aus eingestellte Passwörter für WLAN-Router als sicher? Ja, sagen die Richter des Bundesgerichtshofs. Sie halten die 16-stelligen Kennwörter für ausreichend, um gegen Angriffe aus dem Internet geschützt zu sein. Es gebe jedoch eine Ausnahme, so die Richter.

Wer ist schuld, wenn ein Hacker den Zugang zum WLAN-Router kapert und darüber im Internet illegal Filme verbreitet? Mit dieser Frage hat sich der Bundesgerichtshof am vergangenen Donnerstag (Az. I ZR 220/15) beschäftigt. Geklagt hatte eine Frau, die von einem Film-Verleih abgemahnt wurde. Über ihr WLAN wurde im Jahr 2012 ein Film auf illegalen Tauschbörsen angeboten. Das verantwortliche Unternehmen verlangte von der Frau Abmahnkosten in Höhe von 750 Euro. Dagegen wehrte sie sich und bekam in den ersten beiden Instanzen recht zugesprochen.

Urteil ist nicht wegweisend

Im Kern drehte sich die Verhandlung um die Frage, ob die Frau ihre Sorgfaltspflicht verletzt hat, weil sie das voreingestellte 16-stellige Passwort des WLAN-Routers nicht geändert hat. Das BGH gab in seinem Urteilspruch nun ebenfalls der Angeklagten Recht: Nutzer müssen demnach nicht ihren WLAN-Schlüssel ändern, um ihr Internet effektiv gegen Hacker zu schützen. Dies gelte jedoch nur, so die Richter, wenn der Hersteller das Gerät mit einem individuellen Code ausstattet. In Zweifelsfällen oder bei dem konkreten Verdacht eines Angriffes ist der Nutzer jedoch dazu angehalten, das Passwort zu ändern.

Der Urteilsspruch des BGH sei jedoch weniger wegweisend, wie man zuerst annehmen könnte, gab Rechtanwalt Christian Solmecke zu bedenken: „Häufig ist es so, dass die Betroffenen von der Musik- oder Filmindustrie wegen des Tauschs urheberrechtlich geschützter Werke abgemahnt werden, den Tathergang jedoch nicht rekonstruieren können. In einer solchen Konstellation sind die Betroffenen auch nach dem heutigen Spruch aus Karlsruhe weiterhin in der Haftung.“ Er hält die rechtliche Grundlage zur Störerhaftung immer noch nicht für ein eindeutig geklärt. Sie sorge dafür, so der Anwalt, dass es zu uneinheitlicher Rechtsprechung kommt.

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David Gillengerten
David liebt Technik - insbesondere Games jeglicher Art. Seit 2017 ist er als Redakteur bei inside handy an Bord, davor auch schon als Freier Mitarbeiter. Sein Weg in den Handy-Markt hat ihn über sein liebstes Hobby, die Games-Branche, geführt. Entsprechend beschäftigt er sich auch bei inside handy viel mit Spielen, aber produziert auch die Videos für inside handy, in denen er gerne mal in andere Rollen schlüpft. Seine Lieblingsrolle: Business-Dave. David ist gebürtiger Rheinländer, der im Herzen aber gerne ein Brite gewesen wäre.

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