Wachstum ungebremst Telekom hält an US-Geschäft fest

vom 18.11.2016, 17:56
Deutsche Telekom
Bildquelle: Deutsche Telekom

Der Verkauf der US-Tochter ist für die Deutsche Telekom vom Tisch. Dies bestätigte der Konzern in dieser Woche. Kein Wunder, denn das US-Geschäft läuft prächtig für den Bonner Kommunikationsriesen. Jüngst konnte man den Konkurrenten Sprint hinter sich lassen und ist nun der drittgrößte Mobilfunk-Netzbetreiber auf dem amerikanischen Markt.

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Zwei Mal hat die Deutsche Telekom versucht, ihre Tochtergesellschaft T-Mobile US abzustoßen, zwei Mal ist der ehemalige deutsche Staatskonzern an den US-Marktwächtern gescheitert. Zuerst war ein Verkauf an den US-Marktführer AT&T gescheitert, einige Jahre später war ein Zusammengehen mit dem etwa gleich großen Konkurrenten Sprint sondiert worden – doch auch hier räumten die Mobilfunkmanager einer Zustimmung der Kartellbehörde keine großen Chancen ein. Nun hieß es aus Bonn, der Konzern habe derzeit kein Interesse mehr daran, für seine US-Tochter auf Brautschau zu gehen, auch wenn man das Regulierungsumfeld unter Donald Trumps Präsidentschaft im Auge behalten wird. Die Deutsche Telekom hält 65 Prozent an T-Mobile US.

Mit aufsehenerregenden Angeboten unter dem Motto "Uncarrier" (zu Deutsch etwa "Nicht-Anbieter") platziert sich die Telekom im US-Geschäft als Enfant terrible und wühlt den Markt dadurch ziemlich auf. Die Kunden geben der Strategie, der in Bellevue, Washington beheimateten US-Tochter des ehemaligen deutschen Monopolisten, recht, und so verzeichnet der Carrier in den vergangenen Jahren ein stetes Kundenwachstum. Jüngst erhöhte T-Mobile US wieder seine Prognosen zum Kundenwachstum, nachdem das dritte Quartal mit rund 969.000 neuen Vertragskunden abgeschlossen werden konnte.

Mittlerweile hat das Unternehmen, das unter den Marken T-Mobile und MetroPCS auftritt, Sprint als drittgrößten US-Mobilfunker abgelöst und ist vom Umsatzvolumen her nun fast so groß wie das Deutschlandgeschäft der Deutschen Telekom. So steuerte die US-Tochter zuletzt 2,156 Milliarden Euro zum Konzernergebnis bei, während in Deutschland 2,25 Milliarden Euro erwirtschaftet werden konnten.

Große Wachstumschancen in Amerika

Analysten bescheinigen der Telekom in den USA derzeit die größten Aussichten auf weiteres Wachstum. Auch deswegen möchte der Konzern in Amerika durch Akquisitionen weiter wachsen. Wie Telekom-Chef Tim Höttges bei einer Investorenkonferenz mitteilte, werde man den amerikanischen Markt unter der kommenden republikanischen Regierung genau beobachten, denn man erhoffe sich eine liberalere Marktpolitik von der Trump-Administration. Zu gegebenem Zeitpunkt würde man gern einen Deal machen, um das US-Geschäft weiter zu stärken.

Das US-Geschäft der Telekom boomt ›


Quelle: Reuters | Bildquelle kleines Bild: Deutsche Telekom | Autor: Stefan Winopal
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Themen dieser News: Unternehmen und Märkte, Mobilfunk-News

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