Unbekannter Hersteller verdrängt Apple vom zweiten Platz

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Die besten Smartphones für unter 300 Euro
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Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat am Donnerstag die Marktanteile der Smartphone-Produzenten für das dritte Quartal veröffentlicht. Unter den Top-Fünf der Marktforscher taucht auch ein unbekannter Name auf: BBK Communication Equipment. Wer ist dieser unbekannte Hersteller? Die inside-handy.de-Redaktion klärt auf.

Nachdem IDC bereits vor einigen Wochen seine Marktanalyse veröffentlicht hat, zogen die Analysten des Hauses Gartner nun nach und gaben ebenfalls ihre Ergebnisse bekannt. Demnach gibt es wenig Überraschungen auf dem Siegertreppchen: Samsung kommt auf einen Marktanteil von 19,2 Prozent (-4,4 Prozent; 23,6 Prozent im Vorjahresquartal), Apple verkaufte 11,5 Prozent aller Smartphones (-1,5 Prozent; 13 Prozent im Vorjahresquartal) und Huawei konnte seinen Marktanteil um ein Prozent auf 8,7 Prozent steigern (7,7 Prozent im Vorjahresquartal).

Das größte Wachstum verzeichneten hingegen die Plätze Vier und Fünf. Hier steht einmal Oppo, das seinen Marktanteil auf 6,7 Prozent steigern konnte (+3,3 Prozent; 3,4 Prozent im Vorjahresquartal) und BBK Communication Equipment. Das unbekannte Unternehmen zeichnete sich im vergangenen Quartal für 5,3 Prozent der weltweit abgesetzten Smartphones verantwortlich. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,4 Prozent, im Vorjahresquartal rollten demnach 2,9 Prozent aller verkauften Smartphones von Bändern einer BBK-Fabrik.

Dass viele Mobilfunk-Kunden mit BBK nichts anfangen können, liegt vor allem daran, dass der Hersteller nicht unter dieser Marke auftritt. Die Smartphone-Marke des BBK-Konzerns heißt Vivo.

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Die neue Nummer Zwei heißt (auch) OnePlus

Die Zahlen, die Gartner anführt, spiegeln jedoch nur die halbe Wahrheit wieder. Denn eigentlich sind BBK/Vivo und Oppo Teil einer Unternehmensgruppe. Der Mutterkonzern BBK Electronics kontrolliert über eine komplexe, schwer zu durchblickendes Beteiligungsstruktur auch den Hersteller Oppo. Zu dieser Familie gesellt sich auch der niemals ruhende Smartphone-Produzent OnePlus, der erst in dieser Woche mit dem OnePlus 3T ein Upgrade auf sein aktuelles Flaggschiff herausgebracht hat. Kombiniert kommen die Marken Oppo, Vivo und OnePlus so auf einen Marktanteil von 12 Prozent, womit Apple als Nummer 2 im Smartphone-Sektor abgelöst wäre.

China als Wachstumsmotor

Die westlichen Märkte steuern auf ihre Sättigung zu, und so überrascht es nicht, dass Wachstum vor allem im Reich der Mitte zu verorten war. Um 12,4 Prozent sei der Smartphone-Markt in China gewachsen, wovon vor allem chinesische Hersteller profitieren konnten, stellt Gartner fest. Sowohl Oppo als auch BBK/Vivo konnten deutlich über vier Fünftel ihrer Absätze in ihrem Heimatmarkt generieren, Oppo kommt dabei auf 81 Prozent, Vivo sogar auf 89 Prozent. Doch auch auf anderen asiatischen Wachstumsmärkten wie Indien, Indonesien, Malaysia, Thailand und auch in Russland lief es für die beiden chinesischen Shootingstars überaus erfolgreich.

Weltweit wurden im dritten Quartal 2016 373 Millionen Smartphones abgesetzt, was einem Zuwachs von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Zieht man die Featurephones hinzu ergibt sich jedoch ein um 1,3 Prozent geschrumpfter Markt, denn die Einfach-Handys finden kaum noch Abnehmer.

Android verdrängt andere Betriebssysteme

Auch den Marktanteil unter den mobilen Betriebssystemen hat Gartner untersucht. Hier zeigte sich die zunehmende Verdrängung andere Betriebssysteme auf dem Weltmarkt durch das von Google kontrollierte Android-Betriebssystem. So kam der grüne Roboter im dritten Quartal des vergangenen Jahres noch auf 84,7 Prozent und konnte seine Vormachtstellung in diesem Jahr auf 87,8 Prozent ausbauen.

Dies ging zulasten aller anderen Betriebssysteme. So büßte Apples iOS, analog zum sinkenden Marktanteil im Smartphone-Bereich, 1,5 Prozent ein und kommt noch auf 11,5 Prozent (von 13 Prozent). Die Schwelle zur Bedeutungslosigkeit längst überschritten haben Windows und BlackBerry. Die vor allem bei Geschäftskunden beliebten Betriebssysteme kamen noch auf 0,4 Prozent (von 1,7 Prozent) beziehungsweise 0,1 Prozent (von 0,3 Prozent). Auch alle anderen Nischensysteme verloren und kommen nun nur noch auf zusammen 0,2 Prozent (von 0,3 Prozent).

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