Google verschärft Anforderungen an Hersteller

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Google Konzernzentrale in Mountain View
Bildquelle: Google
Android-Entwickler Google hat seine Anforderungen an Standards bei USB-Typ-C-Ports angehoben und droht Herstellern damit, keine Updates mehr zu bekommen. Die einzuhaltenden Standards beziehen sich dabei vor allem auf die Lademechanismen und die Datenübertragung über die noch recht neue Port-Form USB-Typ-C.

Google hat in seinen neuen Regeln für Hersteller, die auf das Betriebssystem Android zurückgreifen wollen, den Umgang mit dem neuen Standard USB Typ-C angepasst. Dabei werden einige technische Spezifikationen verlangt und bei Missachtung mit einem Stopp der Update-Versorgung gedroht. Grundsätzlich und nicht neu ist beispielsweise die Forderung, dass Android-Geräte überhaupt einen USB-Port haben müssen. Neu hingegen sind einige schärfere Formulierungen in den Forderungen. So wird den Herstellern beispielsweise dazu geraten („SHOULD“) den USB-Port in die Unterseite des Geräts zu positionieren, wenn sie jedoch weiter Updates bekommen wollen, wird das Vorgehen dringend angeraten („STRONGLY RECOMMENDED“).

Dabei macht Google auch im Bereich Schnelllademöglichkeiten Druck: So müssen („MUST“) künftige Smartphones, die auf Updates von Google hoffen, die Lade-Ströme 1,5 A und 3 A erkennen können. Dazu will Google die Hersteller zu mehr Gleichheit bei Audio- und Datenübertragungen zwingen. So wird den Herstellern nahegelegt die Android-eigenen Audio-Klassen zu implementieren und beispielsweise den Standard DisplayPort zu unterstützen. Ein hartes Pflichtprogramm spricht Google bei der Nutzung anderer Bauformen aus: Wird ein nicht-Standard-USB-Port verwendet, müssen die Hersteller ein Adapterkabel zum Smartphone beilegen.

Mit dem verschärften Ton, den Google hier anschlägt, versucht das Unternehmen auf die grasierende Aufweichung der Standards zu reagieren. Zuletzt wurden häufiger Konnektivitäts- und Ladeprobleme bei herstellerübergreifenden Geräten mit USB-Typ-C-Ports festgestellt. Die Branche befindet sich im Berich der USB-Ports gerade im Umbruch. Wurden im Frühjahr 2016 noch Spitzenmodelle wie das Samsung Galaxy S7 mit dem älteren Standard-USB-Port ausgestattet, wurde beispielsweise das im Spätsommer vorgestellte Galaxy Note7 mit USB Typ-C ausgestattet. 

Standards bilden in der Industrie den Rahmen für die Weiterentwicklung von Produkten. Damit ermöglichen sie herstellerübergreifende Konnektivität oder auch die schnelle Versorgung der Nutzer mit Updates. In der Regel werden sie herstellerübergreifend abgesprochen und in Gremien definiert. So sind Übertragungswege wie Bluetooth, WLAN oder auch die Klinken-Buchse entstanden. Standards können ebenso in Konkurrenz zueinander treten. Dann entscheidet meist der Markt, welcher der Konkurrenten sich durchsetzt. Beispiele hierfür war der Kampf der Blue-ray Disc gegen die HD-DVD.

So funktioniert USB Typ-C

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