Zwei große Smartphones mit großen Unterschieden

10 Minuten
Vergleich Huawei Mate  9 und Apple iPhone 7 Plus
Bildquelle: Julia Froolyks/inside-handy.de
Nach einem Vergleich zwischen dem Mate 9 und seinem Vorgänger, dem Mate 8, und dem Galaxy Note7 von Samsung, fehlt nun noch eine Gegenüberstellung von Huaweis neuem Riesen mit Apples iPhone 7 Plus. Welche Unterschiede sich zwischen den zwei Phablets ergeben, klärt die Redaktion von inside-handy.de.

Der nachfolgende Artikel gibt einen Überblick zu den technischen Spezifikationen und den daran auszumachenden Unterschieden der zwei genannten Smartphones von Huawei und Apple. Detaillierte Angaben dazu, wie sich die Geräte im Alltag tatsächlich verhalten, sind in den zugehörigen Testberichten zu finden, die am Ende dieses Artikels verlinkt sind.

Verarbeitung und Design

Kunststoff war gestern, das exklusive Gewand von heute besteht aus höherwertigen Materialien. Wer in der Oberliga der Smartphone-Welt mitspielen will, kleidet seine Spitzenreiter in Aluminium und Glas. So teilweise auch bei Apple und Huawei: Die zwei aktuellsten Phablets iPhone 7 Plus und Mate 9 verstehen es, die Hand durch ihre kühle Temperatur sowie sauber verarbeitete Gehäuse zu liebkosen.

Dass Apple ein Smartphone in dieser Größenordnung auf den Markt bringt, ist, inklusive diesem Jahr, erst das dritte Mal. Seiner Designlinie bleibt der Hersteller aus Cupertino dennoch treu und setzt auf bekannte Muster – sprich: abgerundete Kanten, strikt gerade verlaufende Linien, gewölbtes Displayglas sowie reichlich Platz zwischen dem Display und dem Gehäuserand. Neu ist hingegen die Farbauswahl, die Kunden treffen können. Mitunter gibt es eine pechschwarze Diamantvariante des iPhone 7 Plus. Zu erwähnen sei außerdem die wegfallende Klinkenbuchse, die bei manchem Nutzer für Missmut sorgt.

Auch Huawei hat mit dem Mate 9 keine neue Innovation ausgeheckt, sondern sich am Mate 8 orientiert. Das Ergebnis ist ein großes, aber dennoch schick aussehendes Smartphone, welches Huaweis typischen Schriftzug trägt. Im Vergleich zu Apple weiß Huawei das Display soweit auszuweiten, dass nur noch schmale Ränder auf der Gehäusefront übrig bleiben. Ein weiterer Unterschied zwischen den zwei Riesen ist der, dass Apple weiterhin den Fingerabdrucksensor in den runden Touch-Button auf der Front integriert, während die chinesische Konkurrenz den Sensor auf die Rückseite verweist.

Display

Mit Blick auf das Display wird es spannend: Auch wenn es Apples größtes Smartphone ist, so ist es immer noch um einige Zentimeter kleiner als der Bildschirm das Mate 9 – dies fällt vor allem ins Auge, wenn beide Smartphones nebeneinander liegen. Apple hat das Display bis an die zu verkraftende Schmerzgrenze von 5,5 Zoll hochgeschraubt und mit einer im Vergleich eher durchschnittlichen Full-HD-Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixeln versehen. Trotz dessen kann das Display im Test der Redaktion durch satte Farben und Helligkeit überzeugen.

Daneben plustert sich das Mate 9 mit 5,9 Zoll Displaydiagonale auf. Auch hier arbeitet Huawei „nur“ mit Full-HD-Auflösung, was bei Huaweis Phablet allerdings so gut wie keine Kritik hervorruft. In Anbetracht dessen, dass andere Hersteller wie Sony längst auf QHD-Displays setzen, hätte man auch von zwei gut situierten Smartphone-Herstellern eben jene Auflösung erwarten können.

Leistung

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und da man zumeist am besten über etwas Bescheid weiß, was man selber produziert hat, setzen sowohl Apple als auch Huawei auf Herzstücke aus eigenen Reihen. Im Inneren des Mate 9 schwingt der brandneue Quad-Core-Prozessor HiSilicon Kirin 960 das Zepter und herrscht mit 2,8 GHz. Auch wenn die gemessenen Leistungswerte nicht an Qualcomms Spitzenmodell Snapdragon 821 heranreichen, hat Huawei dennoch einen Sprung geschafft und die Schwachstellen vorheriger Prozessoren gefüllt.

Das iPhone 7 Plus kann den gerade erst präsentierten Prozessor A 10 Fusion sein Eigen nennen, der zweimal zwei Kerne miteinander vereint hat, bei denen es sich um je zwei Hochleistungs- und zwei sparsame Kerne handelt. Der A 10 Fusion ist im Antutu-Benchmarktest der Redaktion beinah durch die Decke gezischt und mit 180.000 Punkten das schnellste mobile Endgerät, das inside-handy.de je getestet hat. Damit rennt es dem Mate 9 im Vergleich auf Siebenmeilenstiefeln davon.

Ausstattung und Speicherkapazität

Hinsichtlich der Speicherkapazität kann das chinesische Phablet punkten. Der Prozessor wird von einem 4 GB großen Arbeitsspeicher unterstützt, intern stehen 64 GB Kapazität zur Verfügung. Letzterer ist auf Wunsch auch erweiterbar, das Limit ist mit 2.048 GB quasi unbegrenzt. Das iPhone 7 Plus bietet einen 3 GB großen Arbeitsspeicher. Da der interne Speicher nicht aufgestockt werden kann, sollten Interessenten vor einem Kauf überlegen, welches Modell sie wählen. Zur Auswahl steht das Smartphone mit 32, 128 und 256 GB.

Auch bei der weiteren Ausstattung bietet das Mate 9 seinen Nutzern ein paar bessere Alternativen als das iPhone 7 Plus. Mit an Bord ist beispielsweise Dual-SIM und USB-OTG wie USB Typ C. Bluetooth ist in der Version 4.1 installiert. Apples Riesen-Smartphone verzichtet nicht nur auf die gängige Klinkenbuchse, sondern auch auf Standard-Verbindungen. Man setzt verstärkt auf kabellose Verbindungen (wie mitunter bei den Air Pods) oder auf eigene Konnektivität wie AirPlay oder CarPlay. Einen letzten Pluspunkt muss man dem iPhone 7 Plus dennoch zugestehen, denn es bietet einen Wasser- und Staubschutz gemäß IP67-Zertifizierung. Darauf müssen Mate-9-Besitzer verzichten.

Kamera

In puncto Kamera haben sich Apple und Huawei mit einer Dual-Kamera ein besonderes Schmankerl ausgedacht, sodass die Konkurrenten sich den Daten zufolge zunächst nicht unbedingt nachstehen. Doch der Reihe nach. Das iPhone 7 Plus besitzt eine Hauptkamera mit 12,2 Megapixeln mitsamt zwei Sensoren. Dadurch soll ein zweifacher optischer Zoom und eine doppelte Brennweite ermöglicht werden, was bedeutet, dass die Kamera das gewünschte Objekt aus zwei Perspektiven einfängt und letztlich zu einem Bild zusammenrechnet. Dadurch, dass der zweite Sensor allerdings ein wenig lichtschwächer ist, kann es bei Aufnahmen leichter zu Verwacklungen kommen. Apple setzt bei der Kameraausstattung des iPhone 7 Plus zudem lediglich auf einen Automatikmodus, ausgefeilte manuelle Eingaben können Nutzer nicht vornehmen. Ebenso fehlt die Möglichkeit, Bilder im RAW-Format aufzunehmen. Selfies kann man überdies mit 7,1 Megapixeln aufnehmen, Videos in 4K-Qualität. Im Test von inside-handy.de kann die Dual-Kamera des Phablets trotz der ein oder anderen Schwäche überzeugen und 5 von 5 Punkten absahnen.

Apple iPhone 7 Plus Hands-On

Huawei hat keineswegs das erste Mal eine Dual-Kamera in eines ihrer Smartphones gebaut. Ebenso wenig ist die Zusammenarbeit mit dem Kamera-Spezialisten Leica noch frisch, sondern geht bereits in die zweite Runde. Die zwei Sensoren der rückseitigen Kamera verfügen über 20 und 12 Megapixel sowie einen Hybrid-Autofokus. Dass die Megapixel-Zahl nichts über die Qualität der aufgenommenen Fotos aussagt, ist kein Geheimnis. So zeigt der Test der Redaktion, dass das integrierte Kameramodul noch nicht ausgereift scheint. Die Software passt nicht mit dem Automatik-Modus zusammen, sodass in den Testfotos teils Flecken auf den Bildern entstehen. Im Vergleich zur Kamera des Apple-Phablets bietet die Kamera des Mate 9 verschiedene Modi, zwischen denen Nutzer je nach Bedarf wechseln können. Die Vorderkamera kann Bilder mit 8 Megapixeln aufnehmen und bietet darüber hinaus ein paar Filter, um Fotos aufzuhübschen. Alles in allem erreicht die Kamera des Mate 9 ordentliche 4 von 5 Punkten im ausführlichen Test und schneidet damit ein wenig schwächer ab als die Kamera des iPhone 7 Plus.

Akku

Das Mate 9 ist nicht nur ziemlich groß geraten – genauso groß scheint auch der Akku. Dieser ist mit 4.000 mAh satt bemessen und soll laut Huawei bei aktiver Nutzung bis zu zwei Tage Energie liefern. Die gute Leistung des Akkus konnte auch von der inside-handy.de-Redaktion bestätigt werden.

Das iPhone 7 Plus ist im Gegensatz dazu ein wenig schwach auf der Brust: Apple spendiert seinem Größten gerade einmal einen Akku mit 2.900 mAh. Zwar kann sich die Akkuleistung im Vergleich mit seinen Vorgängern, wie beispielsweise dem iPhone 6 Plus, steigern. Dennoch hätte der kalifornische Hersteller hier ein wenig großzügiger sein und einen stärkeren Akku verbauen können. Auch im Alltagstest zeigt sich, dass Apple hier gegenüber Huawei den Kürzeren zieht.

Software

Bezüglich der Software werden sich die Geister scheiden beziehungsweise werden Nutzer ihren Favoriten haben. Apple installiert das eigene Betriebssystem iOS in der Version 10 vor, welches einige neue Designs wie auch Funktionen mit sich bringt. Dem Hersteller gelingt es dabei auch weiterhin eine klare und übersichtliche Struktur zu bewahren. Darüber hinaus wurde das druckempfindliche Display weiterentwickelt.

Auch das Mate 9 kann die neueste Android-Version sein Eigen nennen und ist demzufolge mit 7.0 Nougat ausgestattet. Kombiniert wird Googles Betriebssystem mit Huaweis Nutzeroberfläche EMUI 5.0. Huawei hat im Vergleich zu vorherigen EMUI-Versionen sein System entschlackt, wodurch unnötige Verzweigungen oder ähnliches der Vergangenheit angehören.

Preis und Verfügbarkeit

Huaweis Mate 9 ist erst Anfang des Monats vorgestellt worden und wird am 15. November offiziell in den Handel eingeführt. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 699 Euro. Das iPhone 7 Plus ist gemeinsam mit der Standard-Variante iPhone 7 im September enthüllt worden, der Marktstart erfolgte wenige Wochen später. Je nach Modell müssen Kunden tief in die Tasche greifen: Der Preis startet ab 899 Euro und endet bei 1.119 Euro.

Direktvergleich zwischen dem Huawei Mate 9 und Apple iPhone 7 Plus

  Huawei Mate 9

Das Huawei Mate 9 in einer Hand
Apple iPhone 7 Plus

Apple iPhone 7 Plus
Display 5,9 Zoll, IPS
1080 x 1920 Pixel
373 ppi
5,5 Zoll, IPS
1080 x 1.920 Pixel
401 ppi
Prozessor

HiSilicon Kirin 960
Octa-Core
4 x 2,4  GHz
4 x 1,8 GHz

Apple A10 Fusion
Quad-Core
2,34 GHz

RAM 4 GB  3 GB
Interner Speicher 64 GB
erweiterbar um max. 2048 GB
32 / 128 / 256 GB
(nicht erweiterbar)
Betriebssystem  Android 7.0 Nougat iOS 10
Kamera hinten: 20,7 MP
vorne: 8,0 MP
hinten:  12,2 MP
vorne: 7,1 MP
Video-Qualität 4K (3.840 x 2.160 Pixel) 4K (3.840 x 2.160 Pixel)
Akku 4.000 mAh
(nicht wechselbar)
2.910 mAh
(nicht wechselbar)
LTE Cat 6
 300 Mbit/s down
50 Mbit/s up
Cat 9
 450 Mbit/s down
150 Mbit/s up
Fingerabdruck-
sensor
 Ja Ja
Staub- und Wasserfest Nein IP67
Dock-Anschluss USB Typ C / USB-OTG
Größe 156,9 x 78,9 x 7,9 mm 158,2 x 77,9 x 7,3 mm
Gewicht 190 Gramm 188 Gramm
Design

Gehäuse: Aluminium

Gehäuse: Aluminium,
Kunststoff, Polycarbonat
Farben Grau
Silber 
Schwarz
Silber
Gold
Roségold
Diamantschwarz
Extras
Preis 699 Euro (UVP)

899-1119 Euro (UVP)

Aktueller Marktpreis Marktstart Mitte November

Fazit

Vergleicht man einen Androiden mit einem iOS-Gerät, ist es, als würde man Tag und Nacht vergleichen. Beide Betriebssysteme haben ihre Vor- und Nachteile, sprechen verschiedene Zielgruppen an und haben ihre eigenen Fangruppen.

Sowohl das Mate 9 als auch das iPhone 7 Plus haben Stärken, die potenzielle Interessenten von einem Kauf überzeugen werden. So ist beispielsweise die Kamera des Apple-Smartphones besser, dafür kann der Riese aus China in puncto Akku punkten. Negativ fällt hingegen der fehlende Staub- und Wasserschutz auf. Apple kann im Test kein Lob für das vergleichsweise klobig wirkende Gehäuse einholen. Durch Verbesserungen und das Ausfeilen von Funktionen wie auch Bauelementen vereinen beide Smartphones jedoch das, was den jeweiligen Hersteller ausmacht.

Weiterführende Links:

Zum Test des Huawei Mate 9

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