Wer Fotografieren mag, wird dieses Smartphone lieben

6 Minuten
Das Kodak Ektra
Bildquelle: Christian Koch / inside-handy.de
Kamera-Fans schnalzen mit der Zunge, wenn sie den Markennamen Kodak hören. Das gelb-rote Kult-Unternehmen steht für Meilensteine der Fotografie - zumindest im 20. Jahrhundert. Der Smartphone-Hersteller Bullitt hat sich die Rechte an der Marke gesichert und stellt nun mit dem neuen Kodak Ektra ein Kamera-Smartphone für das 21. Jahrhundert vor. inside-handy.de hat das Ektra in einem Hands-On bereits genau unter die Lupe genommen.

Ein Smartphone für Foto-Freunde auf den Markt zu bringen ist auf den ersten Blick keine schlechte Idee. Schnappschüsse mit dem Handy sind eine der beliebtesten Anwendungen und intuitiv zu bedienenen Smartphone-Kameras wie die des Apple iPhone 7 oder Samsung Galaxy S7 sorgen dafür, dass selbst Amateur-Fotografen anspruchsvolle Bilder im Automatik-Modus knipsen können.

An diese Zielgruppe der Schnappschuss-Fans richtet sich Bullitt mit dem Kodak Ektra jedoch nicht primär. Es sollen vielmehr Fotografen begeistert werden, die stolz auf ihre Fotos sind und ein Bild nicht nur fotografieren, sondern komponieren, erläutert Bullitt-Mann Tim Shepherd im Gespräch mit inside-handy.de. Diejenigen, die gerne mit einer guten Kompaktkamera oder DSLR fotografieren, sollen mit dem Kodak Ektra ein Smartphone finden, das ihren Ansprüchen zumindest im Rahmen dessen entspricht, was in einem Smartphone-Gehäuse möglich ist.

Dass sich Bullitt die Marke Kodak gesichert hat, ist ein cleverer Schachzug. Kunden verbinden mit Kodak nicht nur ikonische Bilder wie die von Edmund Hillary und Tenzing Norgay auf dem Mount Everest oder Buzz Aldrin und Neil Armstrong auf dem Mond. Die Marke steht neben den gelb-roten Foto-Umschlägen vor allem für intuitive Bedienbarkeit und gleichzeitig hohes technisches Niveau – ein Erbe, das verpflichtet.

Das Kodak Ektra im Hands-On

Die Ektra war in den 1940er Jahren eine Innovation auf dem Kamera-Markt. Dass das neue Kodak-Smartphone nun auch Ektra heißt, ist kein Zufall: Bullitt will an diese Tradition anknüpfen und hat daher die Farbe der Verpackung im klassischen Design gehalten und auch bei der Verarbeitung das Material des ehemaligen Kamera-Flaggschiffs aufgegriffen. Das Smartphone liegt angenehm in der Hand und die angeriffelte Rückseite ist im Vergleich zu den derzeit üblichen glatt politierten Gehäusen eine angenehme Abwechslung. Durch die Griffkante auf der Unterseite liegt das Kodak Ektra beim horizontalen Fotografieren besonders gut in der Hand – vertikal wird von der gewünschten Zielgruppe wohl ohnehin niemand ein Foto schießen.

Kodak Ektra

Direkt ins Auge springt auf der Rückseite des Smartphones außerdem die ungewöhnlich große Linse des Kodak Ektra, die durch Gorilla-Glas und eine spezielle Beschichtung gegen Kratzer und Reflexionen geschützt ist. Auch ein physischer Auslöse-Button für die Kamera ist mit an Bord. Schon beim ersten Blick wird klar: Dieses Smartphone ist zum Fotografieren gemacht. Der hinter dem Glas sitzende 21MP-Sensor von Sony verspricht mit dem Objektiv mit einer Blendenzahl 1:2.0 und einem optischen Bildstablisator schon von der Papierform her gute Fotos. Die restlichen technischen Daten des Smartphones sind vom Mediatek-Prozessor über den 3GB-Arbeitsspeicher bis hin zum internen Speicher von 32GB eher solide Mittelklasse als ein Highlight. Positiv fallen die 3.000 mAh Akkukapazität auf – bei einem Smartphone, das häufig zum Fotografieren genutzt wird, ist ein so potenter Energiespeicher fast schon ein Muss.

Der Clou sind die Apps

Besondere Mühe hat sich der Hersteller bei den Apps gegeben, die das Kodak Ektra rund um Foto und Video begleiten. Die Kamera-App von Kodak ist sehr stark an professionelle Kameras angelehnt, das auf dem Display eingeblendete Menürad liefert diverse Aufnahme-Modi und beim Drehen ein leichtes Vibrationsfeedback, was an das Drehen an einem echten Kamera-Auswahlrad erinnert. Neben Standard-Optionen wie einer Automatik oder einem manuellen Modus liefert das Kodak Ektra auch nützliche Funktionen wie einen Nacht-, Makro- oder Sportmodus sowie Funktionen für Panorama- und Bokeh-Bilder. Es handelt sich natürlich im Vergleich zu einer DSLR eher um Software-Zauberei, aber die Resultate können sich auf den ersten Blick durchaus sehen lassen.

Neben der Aufnahme-App bietet das Kodak Ektra weitere nützliche Programme rund um das Fotografieren: Dank des vorinstallierten Google Snapseed sind reichlich Möglichkeiten zur Bildberarbeitung gegeben und wer seine Aufnahmen gedruckt in der Hand halten will, kann über die Print App Bilder bestellen, die dann im gelb-roten Kodak-Umschlag nach Hause kommen. Demnächst soll es auch eine App geben, mit der man ein Fotobuch gestalten kann. Darüber hinaus bekommen Käufer des Kodak Ektra immer wieder Vorschläge für gute Foto-Apps präsentiert – vorinstalliert sind diese nicht, so dass jeder Nutzer selbst entscheiden kann, was er auf das Smartphone laden will.

Wer mit dem Kodak Ektra Videos drehen will, darf sich auf eine besondere App freuen: Vorinstalliert ist das Programm „Super 8“, mit dem man, der Name sagt es schon, Videos im Stil alter Super 8-Aufnahmen drehen kann. Es stehen verschiedene Filter zur Auswahl, die aus den Bewegtbildern des Jahres 2016 Aufnahmen mit der Optik eines 70er-Jahre-Films machen. Die Bilder sind überzeugend und haben einen gewissen Retro-Schick, der an die ersten Urlaubsaufnahmen der Eltern vom Gardasee erinnert. Da die Software jeden Clip Frame für Frame mit einem Filter überziehen muss und der Prozessor des Kodak Ektra etwas schwach auf der Brust ist, dauert die Umwandlung eines 10-Sekunden-Videos gut und gerne eine Minute.

Einen intensiveren Blick auf diese Apps wird der ausführliche Test des Kodak Ektra mit sich bringen, der in den nächsten Wochen zu erwarten ist.

Preis und Verfügbarkeit

Ab Anfang Dezember soll das Kodak Ektra zu einem Preis von 499 Euro in Deutschland in den Verkauf gehen – gerade noch rechtzeitig bis leicht verspätet für das Weihnachtsgeschäft. Der Preis ist für die technische Ausstattung des Smartphones eigentlich zu hoch, in der Mittelklasse gibt es deutlich stärkere Geräte zu günstigeren Konditionen. Zu rechtfertigen sind die knapp 500 Euro jedoch dadurch, dass das Kodak Ektra ein Komplettpaket für Foto-Freunde schnürt, bei dem andere Smartphones kaum mithalten können. Dieses Kaufargument könnte zusammen mit einer denkbaren Rabattaktionen im Jahr 2017 dafür sorgen, dass das Kodak Ektra nicht zum Ladenhüter, sondern zu einer interessanten Kaufempfehlung für ambitionierte Smartphone-Fotografen wird.

Das Comeback-Modell Kodak IM5 aus dem Jahr 2015

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