So gefährlich ist elektromagnetische Strahlung wirklich

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Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus
Bildquelle: Michael Büttner / inside-intermedia.de
Strahlung, die von mobilen Endgeräten wie Smartphones ausgeht und mit dem menschlichen Gewebe wechselwirkt, wird im SAR-Wert angegeben. Apples iPhone 7 liegt bei diesen Werten deutlich über denen der Vorgängern. Grund zur Besorgnis sei dies laut Apple jedoch nicht. inside-handy.de klärt alle Fakten zur elektromagentischen Strahlung des iPhone 7.

Apple hat den höheren SAR-Wert in eigenen Tests ermittelt und stellt diese Information auf seiner Website bereit. Aus diesen geht hervor, dass der jüngste Spross aus der iPhone-Produktfamilie deutlich mehr Strahlung abgibt, als dies noch bei den Vorgängermodellen der Fall war.

So kam das iPhone 7 bei der Messung am Kopf auf einen Wert von 1,38 W/kg, am Körper mit einem halben Zentimeter Abstand lag der Wert noch bei 1,34 W/kg. Beim größeren iPhone 7 Plus fällt die Belastung etwas geringer aus, dort wurden am Kopf 1,24 W/kg gemessen, am Körper noch 1 W/kg. Zum Vergleich: Beim iPhone 6s ließ sich am Kopf ein Strahlungsniveau von 0,87 W/kg messen, am Körper 0,98 W/kg. Auch die Werte aktueller Android-Smartphones liegen regelmäßig darunter. Werten zufolge, die der Netzbetreiber Telefónica veröffentlicht hat, funkt beispielsweise das Samsung Galaxy S7 mit 0,41 W/kg, das S7 edge sogar nur mit 0,26 W/kg. Auch das HTC 10 und das Xperia XA funken mit 0,42 W/kg beziehungsweise 0,47 W/kg. Lediglich das Huawei P9 kommt mit 1,13 W/kg auch nur annährend an die Werte des iPhone 7 heran.

Der Strahelnwert gibt an, wie intensiv das Gewebe durch die Strahlung beim Telefonieren erwärmt wird. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass der Elektrosmog, ausgehend von Sendemasten, Mobiltelefonen und anderen Drahtlos-Technologien, die Gesundheit eines Menschen beeinträchtigen kann. So äußerte sich jüngst Dr. Robert Becker, Autor des Buchs „Cross Currents: The Perils of Electropollution“ besorgt über die Entwicklung von Elektrosmog: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass der grösste weltweite Umweltverschmutzungsfaktor im Augenblick die Ausbreitung elektromagnetischer Felder ist. Ich halte das für weitaus bedenklicher als die Globale Erwärmung […] und die Vermehrung von Chemikalien in der Umwelt.“

Eine Studie des British Columbia Centre for Desease Control hat zudem nachgewisen, dass Handystrahlung sich negativ auf die männliche Fruchtbarkeit auswirken kann: „Die epidemiologischen Studien zu Männern, die auf Unfruchtbarkeit hin untersucht wurden, zeigten durchgehend eine verringerte Spermienmotilität, die mit der Handynutzung in Verbindung gebracht wird. Bei den meisten In-vitro-Studien (Laborstudien), bei denen menschliche Spermienproben einer kontrollierten Handystrahlendosis ausgesetzt wurden, zeigte sich unter den negativen Wirkungen im Allgemeinen eine Abnahme der Spermienmotilität.“

Erfolgreich vorbeugen

Da unsere Umwelt mittlerweile von zahlreicher elektromagnetischer Strahlung belastet ist, scheint es schwierig zu sein, sich davor zu schützen. Medizinische Studien haben jedoch belegt, dass es sehr hilfreich ist, die Geräte, von denen die Strahlung ausgeht, nicht zu dicht am Körper zu tragen. Das Schlafzimmer sollte gänzlich frei von drahtlosen Geräten wie Smartphones, Tablets und Bluetooth-Empfängern sein. Selbst bei einem Betrieb im Flugzeugmodus werden noch geringe Mengen an Strahlung freigesetzt, deshalb sollte das Smartphone nicht auf dem Nachtschränkchen liegen. Leider ist das Thema Elektrosmog erst mit der Digitalisierung in dieser Form aufgekommen. Die Forschung steckt deshalb noch in den Kinderschuhen.

Headset beim Telefonieren nutzen

Immer wieder sind Hinweise zu lesen, dass ein Gerät 5 mm von Körper entfernt getragen werden sollte oder die Strahlenbelastung unter Zuhilfenahme eines geeigneten Headsets reduziert werden könne.

In der Regel erreichen Handys die getesteten maximalen Strahlungswerte im Regelbetrieb jedoch nie, da bei gutem Empfang die Sendeleistung automatisch reduziert wird. Nicht zuletzt um den Akku zu schonen. Ohnehin liegt der von der EU verbindlich vorgeschriebene Grenzwert noch weit höher: So darf eine Last von 2 Watt pro Kilogramm auf 10 Gramm Körpergewebe bei einer Bestrahlung von 30 Minuten nicht überschritten werden. Diesen Grenzwert erreicht auch das iPhone 7 nicht.

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