Das kann das Pokémon GO-Armband wirklich und so hat es enttäuscht

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Pokémon GO Plus
Bildquelle: inside-handy.de / Julia Froolyks
Mit Pokémon GO Plus hat Nintendo ein Armband auf den Markt gebracht, mit dem Pokémon GO auch ohne Smartphone gespielt werden kann – zumindest ohne Smartphone in der Hand. Das Armband in Form eines Pokéballs gibt Hinweise auf Pokémon, die sich in der Nähe aufhalten. Per Knopfdruck können diese dann ganz einfach gefangen werden - verspricht Nintendo. inside-handy.de hat den großen Test gemacht und verrät, ob sich die teure Anschaffung überhaupt lohnt.

Auspacken und Lieferumfang

Die Verpackung des Armbandes entspricht etwa der Größe einer Zigarettenschachtel. In ihr befindet sich ein dunkelblaues Armband und das Pokémon GO Plus-Gerät. Es ist recht klein, trotzdem fällt es beim Tragen am Handgelenk sofort ins Auge. Neben der Technik liefert der Hersteller außerdem eine Bedienungsanleitung mit. Vor der Inbetriebnahme kann die Pokémon-Brosche, die als Anstecker geliefert wird, an das Armband angebracht werden. Dafür muss mit einem kleinen Kreuzschraubenzieher die Rückseite mit Clip-Halterung abgeschraubt und das Armband an das Gerät angebracht werden. Ohne Armband kann es am Gürtel oder Oberteil getragen werden, was der ganzen Sache wohl einen noch auffälligeren Auftritt verschaffen würde.

Pokémon GO Plus
Bildquelle: inside-handy.de / Julia Froolyks

Die Brosche wird durch eine Knopfzelle mit Strom versorgt, diese ist im Lieferumfang bereits enthalten und befindet sich im Gerät. Das Rausziehen des Kontaktblockers erinnert stark an die beliebten Tamagotchis aus den 90er-Jahren. Generell kommen beim Auspacken und Inbetriebnehmen viele Kindheitserinnerungen hoch, da das kleine Plastikteil an Spielzeug aus Kinderzeitschriften oder dem Kinder-Menü bekannter Fast-Food-Ketten erinnert.

Koppeln mit der Pokémon GO-App

Nachdem der Kontakt zwischen Pokémon GO Plus-Armband und Batterie hergestellt wurde, kann es auch schon losgehen. Um die Pokémon GO-App mit der Brosche zu verbinden, hat Niantic via Update die neue Armband-Funktion ins Spiel implementiert. Die Konfiguration des Armbandes erfolgt über Einstellungen – Pokémon GO Plus.

Hier kann das neue Gerät mit der App verbunden werden, das klappte im Test sehr schnell. Allerdings steht nirgends geschrieben, dass das Broschen-Symbol im Karten-Modus noch gedrückt werden muss, um App und Armband wirklich zuverlässig zu koppeln. Ist dies geschehen, dauert es nicht mehr lange, bis sich das Armband bemerkbar macht. Neben haptischem Feedback in Form von Vibration, zeigt das Armband verschiedene Aktionen mittels unterschiedlicher Farben an:

  • Grün: Ein Pokémon befindet sich in der Nähe, das bereits im Pokédex registriert ist
  • Gelb: Ein Pokémon befindet sich in der Nähe, das noch nicht im Pokédex registriert ist
  • Blau: Ein Pokéstop in direkter Nähe kann geplündert werden

Ein Druck auf den leuchtenden Knopf soll nun das gesichtete Pokémon fangen oder den Pokéstop plündern. Danach erhält der Pokémon-Trainer über verschiedene Farben das Ergebnis:

  • Mehrfarbig: Das Pokémon wurde erfolgreich gefangen
  • Oder: Der Pokéstop wurde gelootet
  • Rot: Das Pokémon ist geflüchtet

Wird die Pokémon GO-App geöffnet, wenn das Armband vibriert hat, zeigt das Broschen-Symbol am oberen linken Bildschirmrand auf den Grund der Benachrichtigung. Das sieht aus wie ein Laserstrahl, der auf ein Pokémon oder Pokéstop zeigt.

Schlechte Erfolgsquote

Im Test von inside-handy.de hat das Armband in der ersten Stunde nach Inbetriebnahme etwa 20 Mal vibriert und geleuchtet. Das war etwas befremdlich, dennoch kam Freude auf, da es nie einfacher schien, Pokémon zu fangen, ohne das Smartphone zücken zu müssen. Der Blick ins Tagebuch verriet jedoch etwas anderes: Von 15 gesichteten Pokémon konnte das Armband nur ein einziges fangen. Unter diesen gesichteten Pokémon befanden sich dabei nur die Standard-Pokémon wie Taubsi, Rattfratz, Hornliu und Co. Sehr ernüchternd. Die Pokéstops wurden hingegen allesamt erfolgreich geplündert. Großes Problem bei Pokémon GO Plus: Es gibt keinerlei Möglichkeiten zur Personalisierung. Blaue oder gelbe Spezial-Bälle können nicht verwendet werden, wenn mit dem Armband gezockt wird. Ebenfalls wichtige Himmibeeren sind über die Brosche nicht einsetzbar. Hier muss die App auf dem Smartphone also nach wie vor geöffnet werden, wenn erfolgreich gejagt werden will.

Pokémon GO Plus
Bildquelle: inside-handy.de / Julia Froolyks

Eier ausbrüten nebenbei

Als großer Vorteil kam im Test heraus, dass mithilfe des Armbandes kontinuierlich Kilometer geschafft werden können. Die Pokémon GO-App muss dafür nicht mehr aktiv auf dem Smartphone laufen, sondern kann im Hintergrund arbeiten. Das Ausbrüten der Eier ging trotz gewöhnlichem Büro-Arbeitstag recht zügig, der abendliche Umweg nach Hause zum Ausbrüten von Eiern kann also öfter wegfallen. Die App schont auf diese Weise außerdem den Akku des Smartphones, dennoch verbraucht Pokémon GO auf diese Weise kontinuierlich Datenvolumen und ortet den Standort des Pokémon-Trainers.

Die Optik

Während Pokémon GO-Spieler mit dem Smartphone eher unauffällig zocken können, weil niemand so genau weiß, was das Handy-Display anzeigt, outen sich Träger der Brosche eindeutig als Pokémon-Trainer. Im Test wurden öfter neugierige aber auch mitleidige Blicke geerntet. Viel praktischer erwies sich da das Halten der Brosche in der geschlossenen Hand. Der Knopf kann auf diese Art ganz unauffällig gedrückt werden. Für neue Kontakte und Gespräche in der Bahn sorgt das Pokémon GO Plus-Armband am Handgelenk allemal.

Alle Vor- und Nachteile im Überblick

Pro

  • Kilometer werden gezählt, ohne dass die App geöffnet sein muss
  • Per Knopfdruck Pokéstops ernten
  • Muss nicht zwingend ums Handgelenk getragen werden

Kontra

  • Preis (44,99 Euro)
  • Selbst gewöhnliche Pokémon werden nicht zuverlässig gefangen
  • Keine Möglichkeit, die Benachrichtigungen zu personalisieren
  • Auffällig in der Öffentlichkeit

Pokémon Go Plus

Lohnt sich der Kauf?

Das Armband wäre für Viel-Spieler eine Investition wert, wenn es denn personalisiert werden könnte. Sicher möchten einige Trainer nicht mehr über alle Pokémon in der Nähe, sondern nur noch über diese, die im Index fehlen, informiert werden. Zudem funktioniert das Fangen der Pokémon nicht zuverlässig. Das Armband kann also eher als Benachrichtigungshilfe gesehen werden. Das ist praktisch, da das Handy nicht städnig in der Hand gehalten werden muss. Das Öffnen der App lohnt sich vor allem, wenn unbekannte Pokémon vom Armband signalisiert wurden.

Das Armband ist zu einem Preis von 44,90 Euro erhältlich, dafür ist das Gadget nicht sehr hochwertig verabreitet und führt seine Funktion zudem sehr unzuverlässig aus. Niantic hat Ende Dezember 2016 auch die Apple-Watch in ein Pokémon GO Plus-Armband verwandelt. Zudem sollen gleichermaßen Planungen für Samsungs Wearables laufen. Wer also bereits eine Smartwatch von Apple oder Samsung besitzt, kann sich mit etwas Geduld das Geld sparen. Um die Apple Watch für Pokémon-Benachrichtigungen zu nutzen, muss im App Store lediglich die Pokémon GO-App aktualisiert werden. Niantic hat die Kompatibilität mit der Apple Watch in die reguläre App integriert. 

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