Mitnahme verboten, Samsung tauscht am Flughafen aus

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Lufthansa Airbus A321
Bildquelle: Lufthansa
Nachdem erneut Zwischenfälle bekannt wurden, bei denen sich auch bereits ausgetauschte Samsung Galaxy Note7 entzündet haben, zog Samsung die Reißleine. Nun greifen auch die US-Behörden hart durch: Ab sofort ist selbst das Mitführen eines ausgeschalteten Note7-Smartphones in Flugzeugen untersagt und steht sogar unter Strafe. Gleiches gilt jetzt auch bei deutschen Fluggesellschaften. Samsung verspricht in solchen Fällen schnelle Hilfe.

Dass das Galaxy Note7 nicht ungefährlich ist, ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Einheiten haben sich spontan selbst entzündet – vor allem beim Laden, aber auch schon in ausgeschaltetem Zustand. Nun erhält das Smartphone den Status von Gefahrgut, und das ganz offiziell. Wie das U.S. Department of Transportation (DOT), das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten, am Freitag mitteilte, ist das Smartphone ab dem heutigen Samstag an Bord von Flügen von, in und auch innerhalb der USA verboten. Laut der Eilverordnung betrifft dies sowohl den Transport in der Kabine, also am Körper oder im Handgepäck, als auch den Transport des Handys in aufgegebenen Gepäckstücken. Auch der Transport per Luftfracht ist nun nicht mehr zulässig.

Die Verkehrsbehörde begründet dies konsequent mit der gefährdeten Flugsicherheit, die ein Brand an Bord einer Maschine nach sich zieht: „Wir wissen, dass es einigen Passagieren Unannehmlichkeiten bereitet, diese Telefone aus dem Luftverkehr zu verbannen, aber die Sicherheit an Bord eines Flugzeuges muss Vorrang haben“, sagt DOT-Chef Anthony Foxx. „Wir gehen diesen zusätzlichen Schritt, da bereits ein Feuervorfall bei einem Flug ein hohes Verletzungsrisiko für mehrere Personen birgt und viele Leben gefährdet.“

Das müssen Amerika-Reisende wissen

  • Passagiere, die ein Samsung Galaxy Note7 mit sich führen, wird der Zutritt zum Flugzeug verweigert. Mitfliegen darf nur, wer das Gerät an Ort und Stelle entsorgt.
  • Wird entdeckt, dass ein Passagier ein Galaxy Note7 mit an Bord gebracht hat, wird dieser vom Kabinenpersonal aufgefordert, das Gerät auszuschalten, das Gerät während des Fluges weder zu nutzen noch zu laden und das Gerät vor versehentlicher Aktivierung zu schützen, zum Beispiel durch das Deaktivieren der Weckerfunktion. Das Gerät muss am Körper des Passagiers transportiert werden und darf nicht in die Gepäckfächer über den Sitzen oder in die Sitztasche gelegt werden.
  • Passagiere, die versuchen den Bann zu umgehen, indem sie das Smartphone in ihr Aufgabegepäck packen, erhöhen das Risiko eines katastrophalen Zwischenfalls und machen sich strafbar.
  • Wer sich dem Bann widersetzt, wird strafverfolgt werden und muss obendrein mit empfindlichen Geldbußen rechnen

Hintergrund: Auch ausgetauschte Note7-Geräte entzünden sich

Zu Beginn dieses Monats sorgte ein Vorfall an Bord einer Maschine der US-Fluggesellschaft Southwest Airlines für Aufsehen. Das von einem Passagier an Bord gebrachte Samsung Galaxy Note7 begann plötzlich, Rauch auszustoßen. Nach Angaben des Besitzers handelte es sich bei dem Gerät um eine bereits ausgetauschte Einheit, die er lediglich versucht habe auszuschalten, ehe das Gerät sich selbst entzündete. Das Flugzeug, das eigentlich wenig Später von Louisville nach Baltimore abheben sollte, musste vor dem Start evakuiert werden, kein Passagier wurde verletzt.

Auch deutsche und internationale Airlines verbieten das Note7

Egal wo man hinfliegt hört man dieser Tage oftmals folgenden Sicherheitshinweis: „Die Nutzung und das Aufladen des Smartphone-Modells Samsung Galaxy Note7 ist an Bord aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.“ Auch den Fluggesellschaften ist das Risiko, was mit dem eigentlichen Flaggschiff-Phablet des Smartphone-Marktführers verbunden ist zu heikel. Zwar gibt es außerhalb der Vereinigten Staaten noch keine offiziellen behördlichen Verbote gegen das Smartphone, doch Fluggesellschaften wie Lufthansa und Air Berlin, sowie deren Tochtergesellschaften wie Eurowings haben dies längst umgesetzt. Erst am Samstag teilte Air Berlin über Twitter mit, dass es ab sofort verboten sei, ein Samsung Galaxy Note7 an Bord zu bringen. Ähnlich reagierte kurze Zeit später die österreichische Fluggesellschaft AUA (Austrian Airlines), die zur Lufthansa Gruppe gehört. Nun zogen zudem Swiss und die Lufthansa selbst nach. Samsung Galaxy Note7 seinen an Bord grundsätzlich nicht zugelassen. „Sie können diese weder im aufgegebenen Gepäck noch im Handgepäck mitführen“, schreibt die Lufthansa bei Facebook. Und weiter: „Falls Sie ein solches Smartphone besitzen, lassen Sie es bitte zu Hause.“ 

Auch beispielsweise die australischen Carrier Qantas, Jetstar und Virgin Australia dulden die Smartphones nur noch im ausgeschalteten Zustand an Bord ihrer Flüge. In diesem Zustand ist das Mitführen der Geräte auf Flügen die nicht aus den oder in die Vereinigten Staaten gehen zwar noch erlaubt, doch das US-Beispiel könnte schon bald Schule machen. Besitzer eines Samsung Galaxy Note7 sollten sich in jedem Fall vor einem Flug informieren, ob sie ihr Smartphone mitführen dürfen oder nicht.

Samsung kümmert sich um Note-Kunden am Flughafen

Sollte man mit einem Note7 auf einem Flughafen gestrandet sein, verspricht Samsung Abhilfe. Der Hersteller setzt nach eigenen Angaben auf zahlreichen Flughäfen Personal ein, um Kunden nach Backup der persönlichen Daten mit einem Austauschgerät auszustatten und dadurch den Weiterflug mit einem anderen Samsung-Smartphone zu ermöglichen. Wer mit einem Note7 reist, soll Samsung unter der Hotline 06196 / 934 0 262 anrufen, um Details zum Tausch zu besprechen.

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