Withings Steel HR im Test: Klassische Eleganz trifft smarte Technik

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Geprüft: Withings Steel HR
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Die Nokia-Tochter Withings hatte die Steel HR zum ersten Mal auf der IFA 2016 in Berlin präsentiert und setzt mit dieser Uhr, die smarte Aspekte aufnimmt, ohne wirklich zur klassischen Smartwatch zu werden, auf Stil- und Gesundheitsbewusste Kunden. Nun ist das Gerät seit einiger Zeit erhältlich, und auch die Redaktion von inside-handy.de konnte Erfahrungen mit dem Gerät sammeln.

Verarbeitung und Design der Withings Steel HR

Der Vorteil des Analoguhr-Design liegt auf der Hand: Das Gerät macht einen modischen Eindruck und ist nicht auf den ersten Blick als Smartwatch erkennbar. Die Uhr, die in poliertem Edelstahl daherkommt, fühlt sich sehr hochwertig an. Auch das gewölbte Glas setzt einen angenehmen Akzent, und sorgt dafür, dass man sich beim Tragen der Uhr nicht so fühlt als hätte man einen technoiden Klumpen am Arm, sondern eine hochwertige Armbanduhr, die zufällig auch Smart-Aspekte hat. Das mitgelieferte Silikonarmband ist schwarz.

Withings bringt die Uhr in zwei Größen auf den Markt. Die kleinere Modell hat einen Durchmesser von 36 mm und kommt mit einem 18 mm breiten Band daher, das Ziffernblatt dieser Variante ist wahlweise Schwarz oder Weiß. Für diese Version bietet Withings selbst farbige Armbänder aus verschiedenen Materialien zum Kauf an. Eine größere Version, vor allem für Herren mit breiteren Handgelenken, misst 40 mm im Durchmesser und hat ein 20 mm breites Armband. Diese Variante kommt jedoch nur in Schwarz. Auf der nicht drehbaren Lünette sind bei dieser Version die Minutenzahlen angegeben. Wer bei der 40 mm breiten Variante gerne ein anderes Armband verwendet, findet bei Händlern wie Amazon reichlich Auswahl – Withings selbst hat diese Armbänder nicht im Sortiment.

Withings Steel HR

Funktionsumfang der Withings Steel HR

Die Withings Steel HR verfügt über einen Schrittzähler und misst die Herzfrequenz. Das tut die Uhr alle 30 Minuten. Bei sportlicher Aktivität kann man jedoch auch in einen permanenten Überwachungsmodus wechseln und bekommt dies vom Gerät auch angeboten, denn sportliche Aktivitäten werden von dem Gerät teilweise auch automatisch erkannt.

Doch nicht nur tagsüber, während man herumläuft und Sport treibt oder bei der Arbeit ist, überwacht das Gesundheits-Wearable Daten. Auch den Schlaf kann die Withings Steel HR überwachen, denn auch guter Schlaf ist ein Grundpfeiler umfassender Gesundheit. Dabei merkt die Uhr automatisch, wenn ihr Träger schläft, wann er aufwacht und in welcher Schlafphase er sich gerade befindet. Auch in der Nacht wird in Intervallen die Herzfrequenz überwacht. Ein Vibrationsalarm in der Uhr soll sanftes Erwachen bewirken, und zwar an dem Punkt des Schlafzyklus, der ideal dafür ist. Diese Funktion nennt Withings Smart Wake-Up.

Das halb-analoge Design sorgt jedoch nicht nur für einen edlen Look der Uhr am Handgelenk, sondern auch für eine üppige Akkulaufzeit. So soll die Fitness-Uhr mit einer Akkuladung bis zu sechs Wochen durchhalten. Frühere Withings-Uhren hielten zwar länger, verfügten dafür aber nicht über eine wiederaufladbare Batterie. Nach etwa 25 Tagen mit Herzmessung schaltet die Uhr in einen Energiesparmodus, der weitere 20 Tage Betrieb ermöglichen soll.

Ein Display, das Gesundheitsinformationen und Benachrichtigungen vom verbundenen Smartphone anzeigen kann, wird über einen Button am Rand des Uhrengehäuses aktiviert und gesteuert. Ein zweiter Analog-Zeiger zeigt den Fortschritt beim Erreichen der persönlichen Fitness-Ziele an.

Das Erfassen der Daten klappt sehr zuverlässig, die Herzfrequenz und die gelaufenen Schritte werden stets erfasst. Natürlich kann es hier und dort zu kleinen Abweichungen kommen, denn medizinisches Equipment ist die Withings Steel HR nicht – aber das möchte sie auch gar nicht sein.

Health Mate – das Herz des Withings-Universums

Die Health-Mate-App ist die Schaltzentrale, mit der die Steel HR verbunden ist. Hier laufen gewissermaßen die Fäden zusammen. Neben der App für Android und iOS steht das Tor zur Gesundheits-Cloud des Unternehmens auch über den Web-Browser offen. Dort werden die gesammelten Daten in übersichtlichen Verlaufsdiagrammen dargestellt. Auch Fitnesstraining lässt sich über die App erfassen.

Auf Wunsch stellt Health Mate die gesammelten Daten über Google Fit und Apple HealthKit auch anderen Fitness-Apps zur Verfügung. Einige Apps aus dem Bereich Connected Health bieten auch einen direkten Draht in die Withings-Welt an. So verfügt der Health Mate selbst beispielsweise über eine „Funktion“, um Lebensmittel aufzuzeichnen, die über den Tag konsumiert worden. Statt selbst eine Lebensmittel-Datenbank aufzubauen haben die Franzosen sich mit dem amerikanischen Sportbekleidungshersteller Under Armour zusammengeschlossen und setzen auf dessen App MyFitnessPal, um die täglich genutzte Kalorienanzahl zu erfassen.

Withings Health Mate

Eine wichtige Funktion des Health Mate ist jedoch auch, für die nötige Motivation zu sorgen, seine Fitness-Ziele auch umzusetzen. So lassen sich Badges verdienen, die für zurückgelegte Strecken verliehen werden. Auch spezielle Coaching-Programme möchte der Hersteller in den nächsten Monaten einführen, die einen weiteren Motivationsschub bringen dürften.

Der Health Mate arbeitet übrigens auch ohne Withings-Wearable. Wer also erst einmal hineinschnuppern möchte, kann sich die App im Store seines Vertrauens herunterladen und testen.

Steel HR und ihre Freunde

Withings – das bald schon völlig in der Marke Nokia aufgehen wird – bietet nicht nur Wearables an. Das Connected-Health-System der französischen Firma umfasst noch viele weitere Produkte, die Gesundheitsdaten an den Health Mate liefern. So gibt es nicht nur Waagen, die das ermittelte Gewicht automatisch an die Cloud senden, sondern mit Aura auch einen Wecker, der mit Lichtstimmungen für optimales Einschlafen und aufstehen sorgen soll. Auch ein Blutdruckmessgerät und ein Fieberthermometer gehören zum Sortiment. Die Produkte sind dabei so aufgebaut, dass sie sich optimal ergänzen – was schlau ist. Denn dies sorgt für Verkäufe.

Doch auch ohne weiter in die Withings-Produktwelt einzutauchen, lässt sich die Steel HR schon sehr sinnvoll nutzen. Wer also nur nach einer Armbanduhr mit Fitnessfunktionen sucht, an einer smarten Waage jedoch nicht interessiert ist, wird mit der Steel HR ebenfalls gut bedient sein.

Fazit

Die Funktionsvielfalt der Steel HR ist genau richtig für Nutzer, die auf smarten Komfort eines Wearables nicht verzichten möchten, auf der anderen Seite aktuellen Display-Smartwatches nicht viel abgewinnen können. Schließlich soll eine Uhr auch immer ein Schmuckstück sein und dient auch dem Ausdruck des persönlichen Geschmacks. Ob die Steel HR zum eigenen Stil passt, muss freilich jeder selbst entscheiden.

Mit Anruf- und SMS-Benachrichtigung, Smart Wake-Up, Schrittzähler und Herzfrequenzmesser hat die wasserdichte Uhr das richtige Rüstzeug, ein zuverlässiger Alltagsbegleiter zu sein. Wer mehr von einer Uhr erwartet, zum Beispiel vollen Benachrichtigungszugriff auf das Smartphone, sollte sich hingegen weiter umsehen und eher doch zu einem Display-Gerät greifen, denn hauptsächlich ist die Stell HR noch immer ein Fitness-Wearable.

Pros der Withings Steel HR

  • Klassisch-eleganter Uhren-Look
  • Herzfrequentmessung
  • Display für Benachrichtigungen
  • Lange Akkulaufzeit

Contras der Withings Steel HR

  • Nur ausgewählte Smartphone-Benachrichtigungen
  • Erkennt keine Steigungen

Preise und Verfügbarkeit

Die neue Withings Fitness-Uhr wird in der kleinen Version für 189,95 Euro und in der großen Version für 199,95 Euro verkauft. Beide Modelle sind sowohl im Online-Shop des Herstellers als auch bei Elektronik-Filialisten oder im Online-Handel, etwa bei Amazon, erhältlich.

Bildquellen:

  • Geprüft: Withings Steel HR: Michael Büttner / inside-handy.de
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Stefan liebt Technik. Vor allem liebt Stefan Technik, die funktioniert. So profan, so einfach, so richtig. Technik, die funktioniert, sorgt dafür, dass auch Stefan funktioniert. Wenn Stefan eine Kaffee-Spezialität „Größe 20“ seiner Lieblings-Kaffehaus-Kette spazieren trägt und alles „funktioniert“, zeigt sich die rheinische Frohnatur von seiner schönsten Seite. Apropos schön: Das Design, in dem inside handy seit 2018 erscheint, ist nicht nur zu einem kleinen Teil Stefans Ideenschmiede entsprungen.

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