Sonys Flaggschiffe: Vergleich der Generationen

11 Minuten
Sony Xperia XZ, Xperia Z5 und Xperia Z3 im Vergleich
Bildquelle: Sony
Pünktlich zur IFA in diesem Jahr hat der in Japan beheimatete Hersteller Sony mit dem Xperia XZ und dem Xperia X Compact zwei neue Smartphones enthüllt, die sich die Redaktion von inside-handy.de bereits genauer ansehen konnte. Zum Marktstart des neuen Vorzeige-Smartphones ist ein Vergleich der Generationen fällig – das Xperia XZ mit dem Z5 sowie Z3 im Duell.

Der nachfolgende Artikel gibt einen Überblick zu den technischen Spezifikationen und den daran auszumachenden Unterschiede der drei genannten Smartphones von Sony. Detaillierte Angaben dazu, wie sich die Geräte im Alltag tatsächlich verhalten, sind in den zugehörigen Testberichten zu finden, die am Ende dieses Artikels verlinkt sind.

Verarbeitung & Design

Trotz neuem Smartphone bleiben die Japaner ihrer Designsprache weitestgehend treu. Wie noch das Xperia Z3 im Jahr 2014 steckt auch das Xperia XZ in einem recht eckigen Gewand mit abgerundeten Kanten, das im Vergleich mit anderen Designs manchen möglicherweise ein wenig klobig erscheinen mag. Durch die Jahre hinweg mutet das verwendete Material allerdings bei allen drei Smartphones edel an: Sowohl das Xperia Z3 als auch das Z5 sind in ein Aluminium-Rahmen eingespannt – doch während das 2014er Flaggschiff noch Glaskomponenten aus schützendem Gorilla Glass sein Eigen nennt, muss sich das Z5 mit normalen Glaselementen zufrieden geben. In diesem Jahr offenbart sich das Xperia XZ in einem Leichtmetallgehäuse, welches zumindest auf der Front mit 2.5D-Glas versehen ist.

Die Rückseite aller Flaggschiffe ziert zuweilen der charakteristische Xperia-Schriftzug, ebenso wie die runde Kameraaussparung samt darunter liegendem Blitz in der oberen linken Ecke. Auf der Front befindet sich das Logo des Herstellers üblicherweise oberhalb des Displays, genauso wie die Kamera und ein Lautsprecher. Ein zweiter findet sich in verschiedentlicher Größe jeweils unterhalb des Bildschirms. Auf physische Off-Screen-Tasten wird seit jeher verzichtet. Sämtliche Buttons, wie der Powerknopf oder die Lautstärkewippe, befinden sich an den Gehäuserändern. Ungeachtet des Materials oder des Designs – alle drei Modelle sollten gemäß IP65/68-Zertifizierung gegen Wasser und Staub gefeit sein.

Das Xperia XZ, Z5 und Z3 werden allesamt in den Standardfarben Schwarz, Weiß und Silber angeboten, wobei die jeweilige Farbfacette ein wenig unterschiedlich ausfallen kann. Das Z3 wird darüber hinaus auch in einem Kupferton, das Z5 in Grün und das XZ in Himmelblau offeriert.

Display

Weder kleiner, noch größer sind sie geworden – die Displays. Seit 2014 setzt Sony auf einen IPS-Bildschirm mit 5,2 Zoll in der Diagonale sowie auf eine Full-HD-Auflösung mit 1.080 x 1.920 Pixeln. Das eingesetzte Glas kehrt sich im Vergleich mit dem Gehäuse beim Display um: Hier wird das Xperia Z5 mit Gorilla Glass 4 bedacht; das Z3 hingegen besitzt eine herkömmliche Glasabdeckung. Beim diesjährigen Flaggschiff überzieht 2.5D-Glas das Display sowie die umliegenden Gehäusekanten. Ein 4K-Display ist zwar in keinem der Modelle zu finden, allerdings ist die bei allen drei Modellen zu findende Pixeldichte von 424ppi dennoch ausreichend.

Zu erwähnen wäre an dieser Stelle auch eine Besonderheit des Xperia Z5: Dieses bietet einen praktischen Handschuhmodus, sodass Nutzer mitunter im Winter den wärmenden Stoff nicht zwingend von ihren Fingern ziehen müssen.

Sony Xperia Z5: Hands-On-Fotos

Leistung

Das elementare Herzstück wurde in allen Fällen von Qualcomm beigetragen. Aufgrund des Alters der Xperia-Smartphones unterscheiden sich die Prozessoren je in ihrer Aktualität. So ist beim Z3 der Vierkerner Snapdragon 801 samt 32-Bit-Architektur verbaut, der mit 2,5 GHz taktet. Als Grafikprozessor kommt der Adreno 330 zum Einsatz. Im AnTuTu-Benchmarkttest der inside-handy.de-Redaktion erreichte das Z3 43.206 Punkte, wodurch es sich seinerzeit kurz hinter dem HTC One M8 eingliedern konnte.

Im Flaggschiff des Vorjahres, dem Z5, pocht der Snapdragon 810, dessen acht Kerne mit je 2 beziehungsweise 1,5 GHz arbeiten. Mit an Bord ist außerdem eine Adreno-430-GPU. Die erbrachte Leistung im Benchmark-Test wurde mit einem Ergebnis von 63.487 Punkten belohnt; besser waren bis dato nur das Galaxy S6 und S6 edge.

Im neuen Xperia XZ ist Qualcomms aktueller Spitzenprozessor Snapdragon 820 untergebracht, dessen Kerne mit 2,15 GHz pochen. Den Grafikprozessor stellt hier der Adreno 530 dar. Wie Sonys Flaggschiff im Benchmark-Test performt, wird sich erst noch zeigen. Angesichts der Aktualität der verbauten Elemente dürfte die Leistung aber noch einmal besser als die der vorherigen Generationen ausfallen.

Ausstattung und Speicherkapazität

Damit eine flüssige Performance geboten werden kann, können die kleinen Drachen ihre Prozesse teils in jeweils einen 3 GB großen Arbeitsspeicher auslagern. Intern stehen darüber hinaus beim Standardmodell des Z5 und XZ 32 GB interne Speicherkapazitäten bereit, während es beim Z3 16 GB sind. Damit genug Inhalte einen Ruheplatz finden, kann der interne Speicher mittels Micro-SD-Karte um bis zu 128 respektive 256 GB erweitert werden.

Mittlerweile ist es beinah Norm, dass Smartphones – gerade Flaggschiffe – einen Fingerabdrucksensor in ihre Hülle integriert haben. Von diesen drei Sony-Repräsentanten sind es jedoch nur die zwei neueren Modelle, denen eben jener Sensor vergönnt ist. Das verbleibende Z3 muss weiterhin auf die „altmodische“ PIN-Eingabe zurückgreifen.

Zur weiteren Ausstattung zählen WLAN- sowie LTE-Konnektivität, GPRS, Bluetooth 4.0 und NFC. Während beim Z3 und Z5 noch USB 2.0 verbaut sind, bietet das Xperia XZ USB Typ C und USB-OTG.

Kamera

Sony ist bekannt für gute Kameraobjektive und ist offenbar gewillt, vor allem diesbezüglich zu punkten. Das Xperia XZ siedelt sich fototechnisch in der Spitzenklasse an und nimmt Bilder mit einer 23-Megapixel-Kamera auf. Unterstützend fungiert ein Autofokus sowie auch ein neuer Laser-Sensor, der im wesentlichen für eine rasante Scharfstellung des fotografierten Objektes sorgen soll. Hinzu kommt ein sogenannter RGBC-IR-Sensor, der auch bei weniger optimalen Lichtverhältnissen für eine gute Farbgebung im Bild verhilft.

Doch damit nicht genug: Sony lässt sich nicht lumpen, die Kamera des XZ gänzlich von anderen Smartphone-Kameras abzugrenzen. Zum Kameramodul zählt letztlich ein neuartiger, 5-achsiger Bildstabilisator. Dieser Stabilisator gleicht die Bewegungen des Fotografen in alle Richtungen bis zu einem gewissen Grad aus. Nicht verwunderlich ist es, dass Videos in 4K-Qualität aufgenommen werden können. Auch Selfie-Fanatiker werden beim Xperia XZ nicht vernachlässigt: Auf der Front ist eine Kamera mit 13 Megapixeln eingelassen. Wie die Bilder des Sony-Flaggschiffs letzten Endes aussehen, wird der ausführliche Testbericht von inside-handy.de zeigen.

Das Xperia steht mit einer 23-Megapixel-Kamera – zumindest der Zahl zufolge – dem Xperia XZ in nichts nach. Allerdings bietet das Smartphone weitaus weniger Funktionen und Zusätze als das 2016er Modell. Zu finden ist auch im Z5 ein „ultraschneller Autofokus“, der innerhalb von 0,3 Sekunden scharf stellen soll. Dazu gesellen sich eine f/2.0-Blende, ein achtfacher digitaler Zoom sowie eine Gesichts- und Lächelerkennung. Auf der Front verschlechtert sich die Kamera im Vergleich zum XZ mit 5 Megapixeln jedoch merklich. Im Test kann die Qualität der Bilder zwar überzeugen, in die Oberklasse der Smartphone-Kameras kann die Kamera des Z5 jedoch nicht aufsteigen.

Das Xperia Z3 kommt mit einer Hauptkamera mit 20,7 Megapixeln sowie einer 2-Megapixel-Knipse auf der Front daher. Schlechte Lichtverhältnisse oder gar zu starke Sonneneinstrahlung bereiten dem Gerät jedoch Schwierigkeiten. Dennoch bieten die geschossenen Bilder bei herkömmlich Konstellationen satte Farben und eine gute Schärfe. Nutzer haben zusätzlich die Möglichkeit, die Kamera durch zahlreiche Modi individuell einzustellen.

Akku

Wie in direkten Vergleichen öfters zu beobachten ist, scheinen vor allem ältere Modelle mit einem leistungsstärkerem Akku versehen zu sein. So auch bei Sony: Der Energielieferant des Xperia Z3 ist 3.100 mAh groß und damit stärker, als die 2.900 mAh großen Versorger des Xperia Z5 und XZ. Der Akku des letzteren bietet künftigen Besitzern allerdings die Chance, ihre Einheit mittels QuickCharge 3.0 in Windeseile wieder aufzuladen. Laut Sony soll das Smartphone nach zehnminütiger Ladezeit wieder für 5,5 Stunden einsatzfähig sein.

Software

Selbstredend bildet Googles Betriebssystem Android durch die Generationen hinweg das grundlegende Element. Auch wenn das Z3 und Z5 zeitgenössisch ab Werk mit älteren Android-Versionen ausgeliefert wurden, so sind die mittlerweile in den Genuss von 6.0 Marshmallow gekommen. Wie inside-handy.de in einem ausführlichen Artikel berichtete, entpuppte sich der Marshmallow-Geschmack bei der Z3-Familie jedoch als bitter, da viele Nutzer von drastischen Problemen berichteten.

Während das 2014er Flaggschiff von der neuesten Nougat-Version nicht kosten darf, wird das Z5 laut Sony jedoch ein Update auf Android 7.0  erhalten. Dies wird höchstwahrscheinlich auch beim Xperia XZ der Fall sein.

Unabhängig von der Betriebssystem-Version sind alle Smartphones mit Sonys eigener Nutzeroberfläche Sony UI ausgestattet.

Preis und Verfügbarkeit

Im September 2014 ging das Xperia Z3 als eines der neuen Smartphones der Z3-Familie an den Start. Eingeführt wurde es zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 649 Euro. Der Preisverfall macht sich nach zwei Jahren allerdings eklatant bemerkbar, sodass das Smartphone laut dem Preisverlauf von inside-handy.de mittlerweile für rund 265 Euro zu erwerben ist.

Auch vor dem Z5 macht der Lauf der Zeit nicht halt: Im vergangenen September noch zu 699 Euro angeboten, liegt der günstigste Preis aktuell bei knapp 423 Euro.

Das Xperia XZ kommt Ende Oktober, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, in den Handel und kann für satte 700 Euro erworben werden.

Direktvergleich Sony Xperia XZ, Xperia Z5 und Xperia Z3

 

Xperia XZ

Sony Xperia XZ Klein

Xperia Z5

Sony Xperia Z5 Klein

Xperia Z3

Sony Xperia Z3 Klein
Display 5,2 Zoll, IPS
1.080 x 1.920 Pixel
424 ppi
5,2 Zoll, IPS
1.080 x 1.920 Pixel
424 ppi
5,2 Zoll, IPS
1.080 x 1.920 Pixel
424 ppi
Prozessor

 Qualcomm Snapdragon 820
Quad-Core
4 x 2,2 GHz

Qualcomm Snapdragon 810
Octa-Core
4 x 2 GHz
4 x 1,5 GHz

Qualcomm Snapdragon 801
Quad-Core
4 x 2,5 GHz

RAM 3 GB   3 GB  3 GB
Interner Speicher 32 GB
erweiterbar um max. 256 GB
 32 GB
erweiterbar um max. 128 GB
 32 GB
erweiterbar um max. 128 GB 
Betriebssystem  Android 6.0.1
Marshmallow

Android 5.1.1 Lollipop, mittlerweile
Update auf Android Marshmallow

Android 4.4.4 KitKat, mittlerweile
Update auf Android Marshmallow
Kamera hinten:  23 MP
vorne: 13 MP
hinten: 23 MP
vorne: 5 MP 
hinten: 20,7 MP
vorne: 2 MP
Video-Qualität 4K (3.840 x 2.160 Pixel) 4K (3.840 x 2.160 Pixel) 4K (3.840 x 2.160 Pixel) 
Akku 2.900 mAh
(nicht wechselbar)
2.900 mAh
(nicht wechselbar) 
3.100 mAh
(wechselbar) 
LTE Cat 9
 450 Mbit/s down
50 Mbit/s up
Cat 5
300 Mbit/s down
75 Mbit/s up 
 Cat 4
150 Mbit/s down
50 Mbit/s up
Fingerabdruck-
sensor
 Ja Ja  Nein
Staub- und Wasserfest Ja / gemäß IP68/65  Ja / gemäß IP68/65 Ja / gemäß IP68/65
Dock-Anschluss USB Typ C / USB-OTG  Micro-USB Micro-USB 
Größe 146 x 72 x 8,1 mm

145 x 72,1 x 7,45 mm

146 x 72 x 7,3 mm
Gewicht 161 Gramm  157 Gramm  152 Gramm
Design

Rahmen: Metall
Rückseite: Metall

 Rahmen: Metall
Rückseite: Glas
Rahmen: Metall
Rückseite: Gorilla Glass
Farben Weiß-Silber
Blau
Schwarz 
Gold
Schwarz
Silber
Grün
Schwarz
Weiß
Silber-Grün
Kupfer
Extras Fingerabdrucksensor Handschuhmodus induktives Ladecover
Preis 700 Euro (UVP) ab 699 Euro  ab 649 Euro 
Aktueller Marktpreis Marktstart Ende Oktober ab rund 423 Euro  ab rund 265 Euro

Fazit

Wie in diesem direkten Vergleich zu sehen ist, unterscheiden sich die Flaggschiffe hauptsächlich, da sie mit jeweils aktuelleren Bauelementen versehen worden sind. Kontinuierlich hat Sony den jeweiligen Prozessor den neuen Standards angepasst und augenscheinlich versucht, vor allem die Kamera zu optimieren – vermutlich auch im Hinblick auf ein Alleinstellungsmerkmal.

Beim Xperia Z3 fielen vor allem die hochwertige und wasserfeste Verarbeitung und das scharfe, farbintensive Display positiv auf. Auch die nutzerfreundliche Oberfläche sowie lange Akkulaufzeit waren lobenswert. Im Vergleich dazu konnten dem Xperia Z5 der erweiterbare Speicher, der schnelle Prozessor und der Fingerabdrucksensor ein gutes Testergebnis sichern. Die gute Akkulaufzeit sei aber auch beim Z5 erwähnt. Obgleich die Wasserdichte des Z3 als gut befunden wurde, konnte davon beim Z5 nicht die Rede sein. Das nur kaum merklich erneuerte Design sowie zu viel Bloatware fielen negativ auf. Kontrapunkt beim älteren Flaggschiff-Modell waren nicht nur die Schwächen der Kamera, sondern auch der vergleichsweise hohe Preis.

Genauere Ergebnisse des Xperia XZ wird inside-handy.de vermutlich ab November liefern können, wenn ein Exemplar für einen ausführlichen Test in der Redaktion eintrudelt. Vorab konnte das Smartphone bereits auf der IFA unter die Lupe genommen werden. Das Fazit ist in einem Hands-on-Artikel zusammengefasst.

Weiterführende Informationen:

Erster Eindruck des Sony Xperia XZ

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