Sonys rundes Gesamtpaket: die PlayStation VR im Hands-On

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Sony PlayStation VR gamescom 2016 Titelbild
Bildquelle: Juliet Ziegenbein / inside-handy.de
Virtual Reality ("VR") ist das große Thema der diesjährigen gamescom. Viele Unternehmen versuchen mit eigenen Geräten in den aufkommenden Markt einzusteigen. Sony schickt mit der PlayStation VR einen eigenen Kandidaten ins Rennen, der besonders für Konsolenspieler interessant ist. Im Hands-On von inside-handy.de wird schnell klar: Das Gerät überzeugt auf ganzer Linie als Gesamtpaket.

Die Geschichte der PlayStation VR

Wie viele VR-Brillen ist die PlayStation VR von Sony schon seit einiger Zeit in der Entwicklung. Laut dem Unternehmen sollen erste Versuche mehr als drei Jahre zurückliegen. Auf der gamescom 2015 wurde sie – damals noch unter dem Namen „Project Morpheus“ – ersten Entwicklern und Journalisten präsentiert. Seitdem hat Sony noch einmal an der Technik geschraubt und sie für den Massenmarkt tauglich gemacht. Auf der gamescom 2016 folgte nun die umfassende Annäherung an das breite Publikum. An unterschiedlichen Ständen konnten interessierte Spieler das Gerät über die komplette Messe verteilt antesten.

Technische Daten der Sony PlayStation VR

Die technischen Daten der VR-Brille von Sony sind vergleichbar mit anderen Geräten auf dem Markt und bieten eher wenige Überraschungen.

Technische Daten im Überblick:

  • Display: 5,7 Zoll OLED (1.080 x 1.920 Pixel, Full HD)
  • Bildwiederholungsrate: 120 Hz, 90 Hz
  • Sichtfeld: ca. 100 Grad
  • Sensoren: Beschleunigungssensor, Gyroskop
  • Anschlüsse: HDMI, USB

Diese Hardware benötigt die PlayStation VR

Um Sonys VR-Brille verwenden zu können, müssen Benutzer eine PlayStation 4 sowie eine PlayStation Kamera besitzen. Die PS4 ist aktuell für einen Preis von ungefähr 315 Euro erhältlich. Seperat davon kostet die PlayStation Kamera zurzeit 50 Euro. Per Plug & Play lässt sich die PlayStation VR mit der Konsole verbinden und soll laut Hersteller sofort einsatzbereit sein. Über eine mögliche Verbindung mit dem PC ist bisher nichts bekannt.

Sony PlayStation VR gamescom 2016 1
Bildquelle: Juliet Ziegenbein / inside-handy.de

Gesteuert wird die virtuelle Realität einerseits mit dem für die PlayStation typischen DualShock-4-Gamepad. Für eine immersivere Steuerung lassen sich außerdem die Move-Motion-Controller mit der VR-Brille verbinden. Somit sieht der Spieler nicht nur Virtual Reality, sondern kann mit seinen Händen auch in ihr interagieren. Zwingend notwendig sind die Move-Motion-Controller aber nicht.

Preis und Verfügbarkeit

Die PlayStation VR kann momentan für 400 Euro vorbestellt werden. Spieler, die über keine PlayStation 4 und PlayStation Kamera verfügen, müssen für besagtes Equipment noch einmal 400 Euro darauf rechnen. Ab dem 13. Oktober ist die PlayStation VR in Europa erhältlich. Versandhändler wie Amazon verweisen jedoch darauf, dass es bis Ende Dezember dauern könnte, bis Vorbesteller ihr Exemplar in den Händen halten.

Die PlayStation VR im Hands-On

Design und Tragekomfort

Futuristisch, leicht und sexy: So lässt sich die PlayStation VR in drei Worten beschreiben. Das Design der Brille ist gelungen. Die Kombination von mattiertem schwarzen und weißen Kunststoff sieht edel aus. Abgerundete Ecken und Elemente sorgen ebenso für ein futuristisches Aussehen wie die blauen LED-Leuchten. Im Vergleich zur eher klobig wirkenden Konkurrenz ist die PlayStation VR der klare Gewinner in puncto Design.

Sony PlayStation VR gamescom 2016
Bildquelle: Juliet Ziegenbein / inside-handy.de

Auch beim Tragekomfort ist Sony den Mitbewerbern einen Schritt voraus: Anstatt der typischen Gummibänder setzt das Unternehmen bei seiner VR-Brille auf einen stabilen Kopfbügel, der das eh schon niedrige Gewicht des Displays angenehm auf dem Kopf verteilt. Sowohl die Halterung am Kopf wie auch das Visier lassen sich über Schienen einstellen. Im Vergleich zu anderen Brillen geht die Suche nach der richtigen Einstellung damit wesentlich leichter und komfortabler von der Hand. Schade ist wohl, dass Sonys Gerät nur über externe Kopfhörer verfügt. Sie müssen nach der VR-Brille aufgesetzt werden und sitzen somit separat auf dem Kopf. Das gestaltet sich besonders schwer, da das Visier den Blick versperrt und der Nutzer die Kopfhörer blind aufsetzen muss.

Display und Bedienung

Das Display der PlayStation VR ist ein Full-HD-Bildschirm, der über eine Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixeln verfügt und sich im vorderen Teil des Geräts befindet. Die Größe des OLED-Monitors beläuft sich auf 5,7 Zoll. Damit befindet sich Sony mit seiner VR-Brille im Mittelfeld der aktuellen Geräte. Beim Spielen wirkt sich weder die Größe noch die Auflösung negativ auf das virutelle Realitätserlebnis aus. Das ist aber durchaus von den jeweiligen Spielen abhängig, die auf dem Gerät laufen. Bei schnellen Kopfbewegungen weist die PlayStation VR nur minimale Verzögerungen auf und kann mit der Konkurrenz locker mithalten.

Batman Arkham VR gamescom 2016
Bildquelle: Juliet Ziegenbein/inside-handy.de

Gesteuert werden die Spiele auf Sonys VR-Brille einerseits mit dem DualShock-4-Gamepad. Wie von dem Standard-Controller der PlayStation 4 gewohnt, gehen alle Bewegungen und Aktionen leicht von der Hand. Besonders bei Renn- und Weltraumspielen kommt das Gamepad zum Einsatz. Da dort Kopfbewegungen das einzige VR-Element sind, stört die Steuerung über Trigger und Tasten die Immersion kaum. Für anspruchsvollere virtuelle Realitäten, die auch mehr Bewegungen erfordern, gibt es die Move-Motion-Controller. Sie ermöglichen eine immersive Steuerung, die in unterschiedlichen Spielen kontextsensitiv? eingesetzt werden.

Die Spiele

Wenn es um das Thema Software geht, trumpft Sony auf. Kein anderer Hersteller von VR-Brillen kann aktuell mit den exklusiven Spieleankündigungen für die PlayStation VR mithalten. Angefangen bei Cryteks Sci-Fi-Adventure „Robinson: The Journey“ bis hin zu großen Namen wie „Batman Arkham VR“ von Rocksteady – die Liste an kommenden Spielen ist lang und beeindrucken. Und das Beste daran: Sie machen Spaß. Im Gegensatz zur eher wenig motivierenden Minispiel-Sammlung vieler Brillen, überzeugten die Games der PlayStation VR im Test mit interessanten Ideen oder zumindest mit anspruchsvoller Umsetzung.

Sony PlayStation VR Robinson: The Journey gamescom 2016
Bildquelle: Juliet Ziegenbein / inside-handy.de

Besonders Weltraumspiele wie „EVE: Valkyire“ und „Star Wars Battlefront VR“ vermitteln ein unmittelbares Gefühl von Immersion. Man fühlt sich wie der Pilot eines Raumschiffs beziehungsweise eines X-Wings. Actionlastige Flugsimulationen wie „Star Wars: Rouge Squadron“ könnten dank der neuen Technologie ein Comback feiern. Dies wäre wünschenswert, schließlich stehen und fallen VR-Brillen mit der Auswahl an Spielen, die sie bereitstellen.

Fazit

Die PlayStation VR mag nicht die leistungsstärkste oder größte VR-Brille auf dem Markt sein. Jedoch bietet sie mit Abstand das beste Gesamtpaket für den Spieler. Design, Tragekomfort und Technik sind ausgereift ohne jedoch zu überfordern oder besonders herauszustechen. Der wohl stärkste Verkaufsgrund für das Gerät sind die vielversprechenden, kommenden Spiele. Sie wirken schon jetzt spaßig und auf lange Zeit motivierend. Einziger Kritikpunkt an der PlayStation VR sind die seperaten Kopfhörer, die beim Anziehen für Probleme sorgen – das gilt jedoch für fast alle anderen Geräte mit Ausnahme von AOC.

Besitzer einer PlayStation 4 sollten die Anschaffung der VR-Brille deshalb durchaus ins Auge fassen. PC- oder Xbox-Nutzer brauchen jedoch nicht zu verzweifeln. Sowohl Microsoft als auch andere Hersteller wie HTC oder Oculus arbeiten an Geräten, die auf den Systemen genutzt werden können. Jedoch kommen sie alle zu einem wesentlich höheren Preis als die 400 Euro der PlayStation VR auf den Markt. Ob sich der Kauf der Brille lohnt, zeigt sich dann am 13. Oktober 2016, wenn Sonys VR-Brille in Europa erscheint.

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