Pokémon GO: Seltene Pokémon für Cheater gesperrt

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Pokémon GO-Meldung-Sperre
Bildquelle: Niantic
Pokémon GO zählt zu den beliebtesten Apps 2016. Kaum klettern die Temperaturen in diesem Jahr wieder hoch, finden sich noch eingefleischte Monsterjäger auf den Straßen wieder. Doch nicht nur dort sind die Pokémon-Trainer anzutreffen. Große Cheater-Communities bevorzugen das Fangen der begehrten Pokémon vom Sofa aus. Nun hat Niantic sich eine neue Methode einfallen lassen, um den Betrügern diesen Spaß zu verederben. 

Update, 25. Mai: Niantic führt neue Strafe für Cheater ein

Spiele-Entwickler Niantic hat das Cheaten in Pokémon GO durch Standortmanipulation (Spoofing) und Tracking-Software zügig unterbunden. Auf kurzzeitige Banns aus dem beliebten AR-Spiel folgten im Sommer 2016 auch lebenslang gesperrte Accounts. Doch vollständig scheint Niantic das Problem mit den Pokémon-GO-Cheatern nicht im Griff zu haben, denn nun wurde anscheinend eine neue Methode entwickelt, um Betrügern das Manipulieren zu verderben.

Wie die Community pokemongohub.net berichtet, soll Niantic seit kurzem seltene Pokémon für Cheater gänzlich sperren. Der sogenannte Shadowban sorgt dafür, dass beim Spoofing zwar der Ort des Pokémon lokalisiert werden kann. Bewegt sich der Spieler dann allerdings virtuell zum begehrten Pokémon, kann er dieses nicht einfangen – egal, welche Pokébälle oder sonstige legale Hilfsmittel er dabei einsetzt. Innerhalb der Pokémon-GO-Szene existieren bereits listen, die zeigen, welche Pokémon nach einem Shadowban nicht mehr fangbar sind.

Update, 15. September: Unberechtigt gesperrte Spieler reklamieren in-App-Käufe

Bislang hat Niantic kein Sterbenswörtchen zu den unberechtigten Sperren zahlreicher Pokémon-GO-Spieler verloren. Außerdem haben noch keine gesperrten Spieler, die inside-handy.de bekannt sind, eine Aufhebung des Banns erfahren. Diese Umstände machen in den USA nun viele Pokémon-Trainer wütend. Dabei handelt es sich nicht nur um die vermeintlich unschuldigen Spieler; auch Cheater, die bewusst manipuliert haben sagen, dass es unfair sei, die Dauersperre erst mit einem Patch ins Spiel zu bringen. Viele von ihnen hätten echtes Geld für das Augmented-Reality-Spiel investiert. Auf Reddit kursieren zur Zeit viele Erfahrungsberichte und Beschwerden dieser Art. Nun ist anscheinend eine Möglichkeit aufgetreten, zumindest kürzlich ausgegebenes Geld zurückzuverlangen. In Googles Play Store und dem App Store von Apple herrscht seit einiger Zeit die Möglichkeit des Rückgaberechts. Dies bezieht sich nich nur auf Apps, sondern auch auf getätigte In-App-Käufe. Als Grund geben die verärgerten Pokémon-Spieler an, dass Niantic die Spielregeln für Pokémon GO im Nachhinein so verändert habe, dass eine Vermeidung der Sperre nicht mehr möglich gewesen sei. Ob die Spieler mit dieser Methode durchkommen, muss sich zeigen. Postitive Erfahrungsberichte gibt es diesbezüglich auf Reddit bisher noch nicht.

Originalmeldung vom 18. August: Diese rechtlichen Schritte sind möglich

Seit dem Wochenende ist bekannt, dass Niantic gegen Cheater vorgeht und in Pokémon GO lebenslange Account-Sperren verhängt. Ehrliche Spieler waren zunächst erfreut – bei einer Sperre verschwinden auch die utopisch hohen Pokémon aus den einzelnen Arenen. Doch die Freude ist zweigeteilt: Viele Zuschriften erreichten die Redaktion von inside-handy.de, in denen über unberechtigte Account-Banns berichtet wurde. Allesamt auf einem hohen Level, meist zwischen 25 und 35. Gründe dafür suchen die Betroffenen vergeblich – ihrer Meinung nach haben sie keine Bots oder Manipulations-Software genutzt.

Unberechtigte Sperren durch GPS-Probleme

Doch kann es wirklich sein, dass Spieler einfach so gesperrt werden? Die Antwort darauf lässt sich plausibel erklären: GPS-Empfänger in Smartphones können durchaus fehlerhaft arbeiten. Aufgrund von Übertragungsschwierigkeiten können so Sprünge in der virtuellen Welt entstehen, die Niantic bereits von Beginn an mit kurzzeitigem Ausschluss abstrafte. Die Sperre wurde in der Regel nach wenigen Stunden wieder aufgehoben. Ein inside-handy.de-Leser berichtete über einen GPS-Sprung auf dem Weg zur Arbeit: Der Pokémon-Charakter sei noch einmal kurz zum alten Standort gesprungen, ehe er den echten Standort am Arbeitsplatz erreichte. Solche Sprünge scheint Niantic nicht zu verzeihen. Das Problem: Der Server sperrt eigenständig Accounts, die im Verdacht stehen, manipulative Programme zu nutzen. Der Algorithmus dieser Technik kann durchaus sehr sensibel arbeiten und verdächtige Accounts mit sofortiger Wirkung sperren, obwohl kein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen stattgefunden hat.

Niantic darf Spieler nicht unberechtigt sperren

Dass auch ehrliche Spieler abgestraft werden können, ist Niantic offenbar bewusst. Nicht umsonst richtete der Pokémon GO-Entwickler auf seiner Website ein Formular ein, mit dem Spieler einen unberechtigten Bann melden können – auf Antworten warten sie leider vergeblich, berichten einige Leser von inside-handy.de. Die Redaktion von inside-handy.de hat mit dem Rechtsanwalt für Medienrecht Christian Solmecke über den Sachverhalt gesprochen. Im Interview verrät er, dass Niantic bei der Sperre von Spielern im Zweifel selbst nachweisen müsse, dass dieser gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen habe: „Niantic müsste durch das einzelne, konkrete Verhalten belegen, warum im Einzelfall ein Missbrauch vorgelegen hat und der Account gesperrt wurde. Der Spiele-Anbieter ist hier verpflichtet, zumindest sehr konkrete Umstände anzuführen, die einen Rückschluss auf einen Missbrauch nahelegen. Vage Vermutungen reichen für eine Sperrung jedenfalls nicht aus.“

Solmecke sagt zudem, dass Spieler, die sich nichts zuschulden kommen lassen haben, nicht einfach so gesperrt werden dürften. Doch was können die Spieler tun, die unter anderem viel Geld in das Augmented Reality-Spiel investiert haben? inside-handy.de hat alle Möglichkeiten, auch zu rechtlichen Schritten, in einem kurzen Video für euch zusammengefasst:

So sieht die GPS-Manipulation in Pokémon GO aus

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