Nokia Communicator wird 20 Jahre alt

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Bildquelle: inside-handy.de
20 Jahre ist es her und ein finnisches Unternehmen schickte sich an, die mobile Kommunikation für immer zu verändern. Dieses Unternehmen war natürlich Nokia, das mit seiner Communicator-Reihe einen Frühstart ins Smartphone-Business hinlegte. Den Durchbruch ins mobile Internetzeitalter schaffte man damals jedoch noch nicht.

Für viele ist ein Smartphone ein Gerät, das mit dem Touchscreen bedient wird, und in der Regel ohne eine Hardware-Tastatur auskommt, doch das war nicht immer so. Eines der ersten Smartphones war der Nokia 9000 Communicator, der am heutigen Montag seinen 20. Geburtstag feiert. Nokia pries das Gerät, mit dem man auf der damaligen CeBIT für Furore sorgte, als wichtigen Schritt für Nokia im Bereich der mobilen Datenprodukte an und hob besonders Anwendungsgebiete wie Fax, E-Mail, SMS und Internetzugriff hervor, genauso wie Organizer-Funktionen wie Kontakte und Kalender. Einen App-Store, mit dem man weitere Apps auf das Gerät holen konnte, gab es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Trotzdem gilt der Communicator als erstes Smartphone, das für die breite Masse gedachte war – auch wenn der Begriff Smartphone erst ein Jahr später erfunden werden sollte.

Das erste Massen-Smartphone war groß, schwer und teuer

Als filigran konnte man den Nokia 9000 Communicator nicht gerade bezeichnen: Das dicke Gerät, das geschlossen aussah, wie ein normales Nokia-Handy, geöffnet aber eher einem sehr kleinen Notebook gleich kam, brachte knapp 400 Gramm auf die Waage. Auch der Preis war eher gediegen, denn Nokia verlangte für das Gerät rund 2.700 Deutsche Mark, umgerechnet etwas mehr als 1.380 Euro. Nur 361.000 Einheiten des Geräts konnte Nokia absetzen, für das Image als Innovationsführer war das Gerät jedoch ein weit größerer Gewinn. Als Betriebssystem nutzte Nokia auf seinen ersten Modellen das Betriebssystem GEOS in der Version 3.0, die Hardware-Architektur war ein i386-Prozessor mit 24 MHz. Das Betriebssystem verwendete 6 des 8 MB fassenden Speichers.

Mit dem Nachfolgemodell 9110 aus dem Jahr 1999 gelang es Nokia, die Dicke des Geräts deutlich zu reduzieren, was entscheidend zum Erfolg der Reihe bei Geschäftsleuten beitrug. Mit dem 2001 erschienen 9210 Communicator feierte das Symbian-Betriebssystem seinen Einstand in der Communicator-Reihe. Dieses Betriebssystem sollte Nokia noch viele Jahre begleiten und das Unternehmen zum Ende in eine handfeste Krise stürzen.

Erst das iPhone brachte den Durchbruch für Smartphones

Während Apple 2007 mit dem iPhone den Markt revolutionierte, hatte Nokia gerade den E90 Communicator vorgestellt. Nach wie vor setzte Nokia auf das zu diesem Zeitpunkt schon weit gediehene Symbian-System. Nokia hatte sich entschieden, auf der nur noch ein Betriebssystem zu verwenden, nämlich Symbian 9.2 mit S60-Oberfläche. Dies ermöglichte auch den Einsatz von UMTS, HSDPA und eines GPS-Empfängers. WLAN war schon seit dem 9500 Communicator (2004) Bestandteil des Feature-Sets der Reihe.

Gegen das iPhone wirkten Geräte mit Symbian träge und altbacken. Nokia entschloss sich, nochmal in das System zu investieren und entwickelte das System zu Symbian^3 beziehungsweise später zu Symbian „Anna“ weiter. Mit dem Nokia E7 brachten die Finnen 2011 einen letzten Communicator heraus, der auf dieses System setzte. Doch auch der innovative Schiebemechanismus brachte nicht den gewünschten Erfolg und die Zusammenarbeit mit Microsoft, aus der die Lumia-Reihe hervorging, war zu diesem Zeitpunkt auch längst beschlossene Sache. So blieb das E7 das letzte Nokia-Gerät mit Tastatur.

Chronologie der Nokia-Communicator-Reihe

Comeback für Nokia in Sicht

Nachdem 2011 auch das Lumia 800 als erstes Windows-Smartphone von Nokia erschien ging alles recht schnell. Zwar wurde Nokia aus dem Stand der größte Smartphone-Hersteller für Windows-Phone-Geräte, doch setzte sich das Microsoft-Betriebssystem nie so recht am Massenmarkt durch. Im September 2013 zog Nokia die Reißleine und kündigte den Verkauf seiner Geräte-Sparte an Microsoft an. Der restliche Nokia-Konzern fokussierte sich auf seine Aktivitäten als Netzwerkausrüster. Microsoft erhielt für einen Übergangszeitraum die Lizenz, den Namen Nokia für Smartphones zu verwenden, sowie langfristig das Recht, Feature-Phones unter diesem Namen zu vertreiben. Bis zum Ende des Jahres 2016, so versichterte Nokia im Rahmen der Übernahme, würde man keine Smartphones anbieten.

Inzwischen wurden die Pläne für das Nokia-Comeback bekannt. Die Firma HMD, eine Tochter des Auftragsfertigers Foxconn, hat von Nokia die Lizenz erhalten, Android-Smartphones unter der traditionsreichen Marke zu fertigen und zu verkaufen. Von Microsoft erwarb man die Lizenzrechte der Marke Nokia für Feature-Phones und Fertigungsstätten. Sein großes Smartphone-Comeback werde die Marke Nokia mit gleich zwei Flaggschiffen feiern, so heißt es.

Die Evolution des Handys zum Smartphone

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