Forscher tricksen den Fingerabdrucksensor des Samsung-Flaggschiffs aus

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Homebutton Galaxy S6 vs. iPhone 6
Bildquelle: inside-handy.de
Mit dem Einzug der biometrischen Entsperr-Methoden sollte das umgehen von Sperren eigentlich der Vergangenheit angehören. Nun ist es Forschern der amerikanischen Michigan State University in Zusammenarbeit mit Behörden allerdings offenbar gelungen den Fingerabdrucksensor eines noch recht neuen Smartphones, dem Samsung Galaxy S6, zu narren.

Das gesperrte S6 soll einem Mordopfer gehört haben, wie die Seite nextgov berichtet. Um an Ermittlungsrelevante Daten heranzukommen, haben Spezialisten der Polizei und der Universität versucht, den Entsperrmechanismus des Fingerabdrucksensors zu knacken – die Lösung erwies sich als vergleichsweise simpel.

Da man keine realen Fingerabdrücke des Handy-Besitzers nehmen konnte, wurde auf in der Polizeidatenbank hinterlegte Fingerabdrücke des Mannes zurückgegriffen, die natürlich nicht dreidimensional vorlagen. Da der Fingerabdrucksensor im S6 die biometrischen Daten nur erfasst, wenn die Fingerabdruck-Linien Strom leiten, wurden die gespeicherten Abdrücke mit spezieller stromleitender Tinte auf Foto-Papier ausgedruckt: Dieser Ausdruck reichte aus, um das 2015er-Flaggschiff des größten Smartphone-Herstellers der Welt zu entsperren und auf sämtliche Daten auf dem Gerät zuzugreifen.

Fingerabdruck-Hack auch beim iPhone möglich

Wie die Zeitung „Forbes“ berichtet, liegt der Kostenaufwand für Drucker und Tinte bei unter 500 Euro. Auch der Fingerabdrucksensor der aktuellen Smartphone-Linie von Samsung und jener, der in Apples iPhone verbaut ist, arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Dem Bericht zufolge, soll die Entsperr-Methode ohne Weiteres auch bei diesen Smartphones funktionieren.

Bei dem wochenlangen Streit zwischen FBI und Apple, bei dem es um die Entsperrung eines iPhone 5c eines Attentäters ging, hätte dieser Trick übrigens nicht funktioniert. Dieses iPhone-Modell verfügte nicht über den TouchID genannten Apple-Fingerabdruck-Sensor.

Das Prozedere ist bereits länger erprobt und hat nun Anwendung gefunden. Im März hatte die Michigan State University die Theorie bereits veröffentlicht und an einem Galaxy S6 sowie einem Honor 7 getestet. Auch der Chaos-Computer-Club hat bereits Erfahrung mit dem Überlisten von Fingerabdrucksensoren gemacht, kurz nach der Präsentation umging man die Sperre im iPhone 5s.

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