Gefecht der Giganten: Samsungs Riesen im Vergleich

11 Minuten
Vergleich Samsung Galaxy Note7, S6 Edge Plus, Note 4
Bildquelle: Samsung
Zwei Jahre nun ist es schon her, dass Samsung das letzte Groß-Modell in hiesige Gewässer warf. Auf das Note 4 folgte nicht das Note 5, sondern das große Galaxy S6 Edge Plus für europäische Kunden. In diesem Jahr dürfen sich deutsche Samsung-Fans hingegen erneut freuen: Das Galaxy Note7 feiert seinen Marktstart auch in Europa. Zeit für einen Vergleich der drei Riesen – die Redaktion von inside-handy.de verschafft einen ersten Überblick.

Der nachfolgende Artikel gibt einen Überblick zu den technischen Spezifikationen und die daran auszumachenden Unterschiede der drei genannten Smartphones von Samsung. Detailierte Angaben dazu, wie sich die Geräte im Alltag tatsächlich verhalten, sind in den zugehörigen Testberichten zu finden, die am Ende dieses Artikels verlinkt sind.

Verarbeitung und Design

Obgleich Samsung im Vergleich eine Vielzahl an neuen Geräten auf den Markt wirft, so ist der in Korea beheimatete Hersteller designtechnisch kein Innovator. Beginnend im Jahr 2014 setzte Samsung beim Galaxy Note 4 auf die typisch eckige Rückkamera sowie auf den ovalen physischen Homebutton auf der Frontseite. Zurück in der Zukunft haben sich diese Details bis heute nicht verändert und sind demnach auch im Galaxy S6 Edge Plus sowie Note7 zu finden.

Doch trotz einiger Ähnlichkeiten ist das Erscheinungsbild der Smartphones wesentlich graziler geworden. Das Note 4 in eckigem Gehäuse wirkt klobig und liegt ebenso grob in der Hand. Das S6 Edge Plus weiß der Hand, trotz einiger Kritikpunkte, hier bereits mehr zu schmeicheln – nicht zuletzt durch einen abgeschrägten Rahmen an der Gehäuserückseite. Samsung kann dieses handliche Gefühl auch beim Note7 beibehalten. Einzig negativer Designpunkt beim S6 Edge Plus ist die herausstehende Kamera auf seinem Rücken, die sich oftmals als störend erweist.

Ein weiterer Knackpunkt ist der S-Pen, den Smartphones mit der Bezeichnung „Note“ im Normalfall ihr Eigen nennen. Da das S6 Edge Plus mehr oder minder als Ersatz für das Galaxy Note 5 in Europa erschienen ist, hätte man meinen können, dass der Eingabestift auch diesem Riesensmartphone beigefügt ist. Das Gegenteil war der Fall, sodass sich nur das Note 4 und Note7 als echte virtuelle Notizzettel ausweisen können.

Den größten Sprung schafft Samsung wohl bei der Wahl des Materials. Während im Note 4 noch ein Großteil Kunststoff zum Einsatz kommt und lediglich der Rahmen aus Metall gefertigt ist, ist das Unternehmen mittlerweile dazu übergegangen, bei seinen Oberklasse-Modellen hauptsächlich gläserne und metallene Elemente zu verbinden. Auch wenn das imitierte Ledergewand des Note 4 einige Herzen für sich gewinnen konnte, so erscheinen Glas und Metall deutlich hochwertiger.

Samsung Galaxy Note 4 vs. Note7: Hands-On-Fotos

Beim Display nichts neues

Nimmt man die Displays des Dreiergespanns im direkten Vergleich unter die Lupe, fällt auf, dass sich hier mit der Zeit so gut wie gar nichts geändert hat. Sowohl das Note 4 als auch das S6 Edge Plus und das Note7 kommen mit einem 5,7 Zoll großen Bildschirm, der gemäß QHD-Auflösung mit 1.440 x 2.560 Pixeln auflöst. Bei einer Pixeldichte von knapp über 500ppi kommen Nutzeraugen in den Genuss von sehr scharf dargestellten Inhalten, sodass unter anderem auch 4K-Inhalte angesehen werden können. Bei allen verbauten Bildschirmen setzt Samsung auf die Super-AMOLED-Technologie. Alle Vor- und Nachteile dieser sowie weiterer Display-Technologien hat die Redaktion von inside-handy.de in einem separaten Artikel zusammengefasst.

Leistung

In den vergangenen Jahren ist es üblich geworden, die lebenserhaltenden Maßnahmen in die Hand von Qualcomm zu legen und folglich Snapdragon-Modelle als Prozessoren zu verbauen. Auch Samsung greift teils auf die kleinen Drachen zurück – so auch beim Note 4. Unter der Haube arbeitet der Quad-Core-Prozessor Snapdragon 805, der mit maximal 2,7 GHz taktet. Im Test von inside-handy.de konnte die Leistung überzeugen: Komplexere Spiele oder mehrere, zeitgleich laufende Anwendungen setzten dem Note 4 nicht zu, sondern ließen es weiterhin eine solide Vorführung vollbringen. Im AnTuTu-Benchmarktest erzielte das Smartphone zwar 47.135 Punkte, kann im Vergleich aber nicht mit dem S6 Edge Plus oder dem Note7 mithalten.

Das Vorjahresmodell S6 Edge Plus legte im gleichen Benchmarktest ein Ergebnis von stolzen 68.501 Punkten hin, wodurch sich das Phablet einen der drei Plätze der schnellsten Smartphones sichern konnte. Geschuldet ist dieser Spitzenwert Samsungs hauseigenem Prozessor Exynos 7420 mit 64-Bit-Architektur. Vier der acht zugehörigen Kerne arbeiten dabei mit bis zu 2,1 GHz, während die anderen vier eine Taktrate von 1,5 GHz besitzen.

Beim Note7 wird Samsung offenbar erneut zweigleisig fahren: Während der smarte Begleiter außerhalb Europas mit einem Qualcomm Snapdragon ausgestattet ist, bildet das Zentrum der Macht innerhalb der europäischen Mauern der Exynos 8890, der auch in der aktuellen Flaggschiff-Generation zu finden ist. Der Achtkerner, der Taktraten von 4 x 1,6 GHz und 4 x 2,3 GHz aufweist, dürfte das S6 Edge Plus schnellstens überholen und im Staubnebel zurücklassen.

Ausstattung und Speicherkapazität

Die Performance und die Eingaben mittels S-Pen führen sowohl beim Note 4 als auch beim Note7 – zumindest dem ersten Eindruck zufolge – einen harmonischen Tanz. Befehle können getätigt werden, ohne das Verzögerungen in Kauf genommen werden müssen. Während beim S6 Edge Plus und Note 4 ein Fingerabdrucksensor in die Homebutton integriert worden ist, ist ein neues Highlight beim Note7 wohl der Iris-Scanner. Dieser entsperrt Display und gesperrte Ordner, was während der Demonstration auf der Präsentation des Note7 fehlerfrei von Statten ging. Ob sich der Iris-Scanner auch im Alltag beweisen kann, müssen ausführlichere Tests zeigen. Entsperren lässt sich das Smartphone daneben auch mittels Fingerabdruck.

Damit die gute Leistung in allen drei Smartphones zustande kommt, können die Prozessoren ihre Prozesse in die verbauten Arbeitsspeicher auslagern. Im Note 4 stehen dazu 3 GB RAM zur Verfügung, im S6 Edge Plus und Note7 satte 4 GB Speicherkapazität. Auch intern kommen Nutzer auf ihre Kosten – lediglich bei der Plus-Edition des S6 Edge stellt sich der nicht erweiterbare Speicher als deutlicher Minuspunkt dar. Dort stellt Samsung, je nach Modell, nur 32 respektive 64 GB zur Verfügung. Der interne Speicherplatz beim Note 4 hingegen startet bei 32 GB und endet bei maximal 128 GB. Beim Note7 gestaltet sich die Kapazität noch ein wenig großzügiger: Zu Beginn sind 64 GB angesetzt; die Grenze ist beinah der Horizont – eine Erweiterung mittels Micro-SD-Karte um bis zu 256 GB wird künftigen Besitzern ermöglicht.

Kamera

Dass hohe Megapixelzahlen nicht ausschlaggebend für gute Aufnahmen sind, ist kein Geheimnis. Sowohl im S6 Edge Plus als auch im Note 4 ist eine Hauptkamera mit 16 Megapixeln eingelassen – beim älteren Modell mit einer Blende von 1:1,8, beim S6-Edge-Modell mit einer 1:1,9-Blende. Trotz dessen liegen Welten zwischen den Fotos, die beide Smartphones aufnehmen. Zwar kann die Kamera des Note 4 insgesamt überzeugen, bleibt jedoch in der unteren Klasse gefangen. Das S6 Edge Plus hingegen kann mit diversen Optionen, wie beispielsweise manuell einstellbaren ISO-Werten, Verschlusszeit, Weißabgleich oder dem Pro-Modus, punkten. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen weiß die Kamera zu überzeugen und lässt so gut wie keine negative Kritik zu.

Wie sich die Kamera des Note7 schlägt, wird sich erst im Test von inside-handy.de sowie Alltag zeigen. Den angegebenen Werten zufolge scheint sich die Kamera mit der des Galaxy S7 und S7 Edge mithalten zu können. Samsung entschied sich hier für 12 Megapixel auf der Rückseite und eine 5-Megapixel-Kamera auf der Front, die beide mit einer f/1.7-Blende versehen sind. Das Galaxy S6 Edge Plus nimmt Selfie-Fanatiker mit 5 Megapixeln auf, beim Note 4 müssen sich Nutzer mit lediglich 3,7 Megapixeln auf der Front zufrieden geben.

Akku

Im Hinblick auf den Akku ist überraschenderweise das S6 Edge Plus am schwächsten ausgestattet. Für die Stromzufuhr sorgt ein 3.000 mAh großer Akku, der im Akkutest der Redaktion dennoch eine gute Leistung ablieferte. Auf Wunsch kann das Smartphone auch drahtlos per Qi aufgeladen werden. Diese Option bietet auch das Note7 – neben Qi wird auch Fast Charging ermöglicht. Mit einem 3.500 mAh großen Akku ist dieses Note jedoch das schnellste Pferd im Stall. Das Note 4 reiht sich bequem in die Mitte der drei hier verglichenen Modelle ein; Die Akkugröße von 3.200 mAh ist nur knapp kleiner bemessen als beim Note7.

Software

Selbstredend sind alle Modelle mit Android versehen worden – der Unterschied liegt lediglich in der jeweiligen Betriebssystem-Version. Zum Markstart lutschten sowohl das Note 4 als auch das S6 Edge Plus noch am Lollipop – in der älteren Version 5.0.1 beziehungsweise 5.1.1. Mittlerweile haben beide Geräte jedoch ein Update erhalten und durften somit in den Marshmallow beißen. Das Note7 kommt noch nicht mit Android 7.0 Nougat, sondern noch mit der Marshmallow-Version 6.0.1. Ein Schokoladenupdate dürfte allerdings nicht unwahrscheinlich sein. Überzogen sind sowohl die Lollipops als auch Marshmallows mit Samsungs Nutzeroberfläche Touchwiz UX.

Preis und Verfügbarkeit

Das Galaxy Note 4 wurde im Oktober 2014 zu einem Preis von rund 770 Euro in den Handel eingeführt, unterliegt nach zwei Jahren jedoch dem Preisverfall. Somit ist es mittlerweile durchschnittlich zu einem Preis von 460 Euro zu ergattern.

Das Galaxy S6 Edge Plus schlug vor knapp einem Jahr mit rund 800 Euro zu Buche – der Zahn der Zeit nagt aber auch an seinem Preis. Dieser hat beinah die Hälfte abgespeckt, sodass das Smartphone in der 32-GB-Variante bereits für rund 490 Euro gekauft werden kann.

Das diesjährige Note7 stürmt pünktlich zur IFA in Berlin – also Anfang September – den deutschen Smartphone-Markt. Interessenten müssen tief in die Tasche greifen und bei einem Kauf 849 Euro auf den Tisch legen.

Direktvergleich Samsung Galaxy Note7, Galaxy S6 Edge Plus und Galaxy Note 4:

 

Galaxy Note7
Samsung Galaxy Note7

Galaxy S6 Edge Plus

Samsung Galaxy S6 Edge Plus klein (für Tabelle)

Galaxy Note 4

Samsung Galaxy Note 4 Klein (für Tabelle)
Display 5,7 Zoll, Super AMOLED
1.440 x 2.560 Pixel
518 ppi
5,7 Zoll Super AMOLED
1.440 x 2.560 Pixel
515 ppi
 5,7 Zoll Super AMOLED
1.440 x 2.560 Pixel
515 ppi
Prozessor

 Samsung Exynos 8890
Octa-Core
4 x 2,3 GHz
4 x 1,6 GHz

Samsung Exynos 7420
Octa-Core
4 x 2,1 GHz
4 x 1,5 GHz

Qualcomm Snapdragon 805
Quad-Core
4 x 2,7 GHz
RAM 4 GB   4 GB  3 GB
Interner Speicher 64 GB
erweiterbar um max. 256 GB
 32 GB / 64 GB
nicht erweiterbar
 32 GB
erweiterbar um max. 128 GB 
Betriebssystem  Android 6.0.1
Marshmallow

Android 5.1.1 Lollipop, mittlerweile
Update auf Android Marshmallow

Android 5.0.1 Lollipop, mittlerweile
Update auf Android Marshmallow
Kamera hinten: 12 MP f/1.7
vorne: 5 MP f/1.7
hinten: 16 MP f/1.9
vorne: 5 MP 
hinten: 16 MP
vorne: 5 MP
Video-Qualität 4K (3.840 x 2.160 Pixel) 4K (3.840 x 2.160 Pixel) 4K (3.840 x 2.160 Pixel) 
Akku 3.500 mAh
(nicht wechselbar)
3.000 mAh
(nicht wechselbar) 
3.200 mAh
(wechselbar) 
LTE Cat 9
 450 Mbit/s down
50 Mbit/s up
Cat 9
450 Mbit/s down
50 Mbit/s up 
 Cat 6
300 Mbit/s down
50 Mbit/s up
Fingerabdruck-
sensor
 Ja Ja  Ja 
Staub- und Wasserfest Ja / gemäß IP68  Nein Nein
Dock-Anschluss USB Typ C  Micro-USB Micro-USB 
Größe 153,5 x 73,9 x 7,9 mm

154,4 x 75,8 x 6,9 mm

153 x 78,6 x 8,5 mm
Gewicht 169 Gramm  153 Gramm  176 Gramm
Design

Rahmen: Metall
Rückseite: Glas

 Rahmen: Metall
Rückseite: Glas
Rahmen: Metall
Rückseite: Lederimitat/Kunststoff
Farben Silber
Blau-Gold
Schwarz 
Gold
Silber
Schwarz 
Weiß
Gold
Schwarz 
Extras S-Pen, Iris-Scanner,
Dual-Edge-Display
Dual-Edge-Display  S-Pen
Preis 849 Euro (UVP) ab 799 Euro  ab 769 Euro 
Aktueller Marktpreis vorbestellbar
ab 16. August
ab 489 Euro ab 465 Euro

Fazit

Drei Smartphones, ein Hersteller. Samsung-Manieren werden bei allen Modellen zu Tage befördert. Diejenigen, die in Erwägung ziehen, eines der drei Modelle zu erwerben, sollten im Vorhinein genauestens abwägen, was sie von ihrem künftigen Begleiter erwarten. Wer ein typisches Note-Modell besitzen möchte, wird am ehesten durch das Note 4 oder Note7 befriedigt werden – nicht zuletzt auf Grund des Eingabestifts. Zu bedenken ist außerdem das Alter des Note 4, wodurch das Smartphone beispielsweise bei Updates leer ausgehen könnte. Das S6 Edge Plus entpuppt sich als aufgepumptes, dennoch auch etwas besseres S6 Edge.

Im Vergleich hinkt das Note 4 rein technisch gesehen dem S6 Edge Plus und Note7 ein wenig hinterher, was vor allem an den rasanten Entwicklungen der Branche liegt. Das Note7 überzeugt in einem ersten Hands-on vor allem durch eine gute Verarbeitung und Bauteilen aus der Spitzenklasse – zum Beispiel der Iris-Scanner – sowie auch durch einen vielfältiger Funktionsumfang. Ein eindeutiges Manko des S6 Edge Plus ist der fehlende S-Pen sowie nicht erweiterbare Speicher; als positiv zu bewerten ist jedoch ebenfalls die gute und schnelle Performance und das scharfe Display.

Genauere Ergebnisse des Note7 wird die Redaktion von inside-handy.de ab dem kommenden Monat liefern können, sobald ein Redakteur das Smartphone für einen ausführlichen Test unter die Lupe nehmen kann. Vorab konnte das Smartphone bereits auf einer kleinen Präsentation in London begutachtet werden. Der erste Eindruck sowie das Fazit sind einem Hands-on-Artikel zum Galaxy Note7 zu lesen.

Weiterführende Informationen:

Hands-on: Das Note7 genau unter die Lupe genommen

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