S-Pen, Iris-Scanner und edge-Display: "Galaxy S7 Premium" vorgestellt

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Samsung Galaxy Note7
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
Samsung hat neben der bekannten Galaxy-S-Linie eine weitere Flaggschiff-Reihe in petto, von der in Deutschland schon länger nichts mehr zu hören war. Nun legt Samsung sein Phablet neu auf und passt das Galaxy Note7 der Galaxy-S-Serie an. Im Hands-On zeigt sich, dass das eine gute Idee war, jedoch auch seine Nachteile hat.

Samsung Galaxy Note7 – Gerüchte bestätigen sich nicht

Das neue Samsung Galaxy Note7 wurde soeben vorgestellt und hielt zwar nicht die großen Überraschungen, wohl aber einige Neuerungen für Fans der Note-Serie bereit. Einige Details wurden schon im Vorfeld durch Gerüchte zum Note 7 bekannt. Nun zeigt sich jedoch, dass nicht alle Gerüchte eingetroffen sind. So wurde es im Endeffekt kein 6 Zoll großer Bildschirm und auch eine Version mit 6 GB Arbeitsspeicher bestätigte sich nicht.

Die „6“ wurde von Samsung somit nicht nur beim Namen ausgespart, denn in der Historie fehlt durch das Note7 ein Modell: Das Samsung Galaxy Note 6, das wohl durch das Galaxy S6 edge Plus ersetzt wurde. Nun geht Samsung wieder den traditionellen Weg, wenngleich das neue Note der S-Familie doch sehr ähnlich ist. Das Design, die grundlegenden technischen Daten, sowie die gekrümmten Display-Kanten zeigen sich voll im Stile des Galaxy S7 edge. Die Display-Größe wuchs jedoch auf 5,7 Zoll und der S-Pen wurde beigelegt. Dazu kommt eine veränderte Software, die in Zusammenarbeit mit dem Eingabestift einige zusätzliche Funktionen bereithält. Zu nennen sind hier vor allem der neue Magnify-Modus, die Screen-Off-Memos und die neue Translate-Funktion im Air-View-Modus.

Technischen Daten des Samsung Galaxy Note7

Das Note7 hat nicht nur das Design, sondern auch einige technische Daten mit dem S7 edge gemein. So kommen der gleiche Prozessor, die gleiche Display-Auflösung und zum Teil die gleichen Speicherwerte ins Note7.

Technische Daten in der Übersicht

  • Prozessor: 64-Bit Exynos 8890 Octacore in 14-nm-Bauweise
  • Display: 5,7 Zoll QHD (1.440 x 2.560 Pixel) Super-AMOLED mit 518 ppi
  • Speicher: 4 / 64 GB
  • Kameras: 12 / 5 Megapixel (Blende je 1:1,7)
  • Konnektivität: LTE Cat.9, Bluetooth 4.2, USB-Typ-C, GPS / Glonass / Beidou, NFC
  • Akku: 3.500 mAh (Fast Charging über Kabel und QI)
  • Größe / Gewicht: 153,5 x 73,9 x 7,9 mm / 169 g
  • Zertifizierung: IP68 (staub- und wasserfest)

Galaxy Foundation und S-Pen

Die Gemeinsamkeiten bei Kamera, Fast Charging, IP68-Zertifizierung und Software – es kommt die gleiche Edge UX zum Einsatz wie beim Galaxy S7 edge – liegen laut Samsung in der Strategie der Galaxy Foundation begründet. Danach soll es Alleinstellungsmerkmale der Galaxy-Geräte geben, die aus diesen Geräten eine Familie machen.

Ein zweites Key-Feature neben der Galaxy Foundation soll der S-Pen sein. Er wurde noch überarbeitet und kann nun 4.096 unterschiedliche Druckstufen erkennen. Dazu wurde der Pen-Tip, also die minimale Auflagefläche auf 0,7 mm verjüngt. Der Stylus ist wie auch das Note7 selbst IP68-geschützt und die Software wurde auf die Stifteingabe optimiert. So kann neben den schon bekannten S-Pen-Funktionen auch auf den Sperrbildschirm geschrieben und die Notiz darauf belassen, oder aber ausgeblendet und wieder eingeblendet werden. Die neue Funktion Screen-Off Memo wird mittels Always-On-Display realisiert. Dazu wird der Air-Command-Teil der Bedienung mit beispielsweise Magnify oder Translate erweitert. Damit lassen sich Textstellen vergrößern oder auch übersetzen, ohne das Display zu berühren.

Samsung Galaxy Note7

Entertainment und Sicherheit des Samsung Galaxy Note7

Die beiden von Samsung weiter herausgestellten Alleinstellungsmerkmale sind die Sicherheitsfunktionen und die Entertainment-Fähigkeiten. Ersteres wird mit einem Fingerabdrucksensor, einem Iris-Scanner und der schon bekannten Software Knox realisiert. Sie ist mit dem Augen-Scanner verquickt. Im Knox-Container werden die biometrischen Daten abgelegt und laut Samsung nie in eine Cloud oder an anderer Stelle gespeichert. Damit ist es unter anderem möglich, Ordner oder ganze Apps auf dem Note7 mit den biometrischen Daten zu verschlüsseln und nur mit dem jeweiligen Auge oder Finger zu öffnen. In der Entertainment-Ecke wurde von Samsung die Grafik-API Vulkan verbaut, die bessere Grafiken und noch mehr Leistung beispielsweise bei Spielen zaubern soll. Dazu wurden dem Note7 HDR-Video-Streaming beigebracht.

Preis und Verfügbarkeit

Das Galaxy Note7 wird pünktlich zur Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) am 2. September auf den deutschen Markt kommen. Der Preis liegt für alle Farbmodelle bei knapp 850 Euro. Ab dem 16. August wird es im Online-Store von Samsung vorbestellbar sein und mit der neuen Samsung Gear VR ausgeliefert. Vorbesteller sollen das Galaxy Note7 bereits wenige Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart in den Händen halten. 

Hands-On des Samsung Galaxy Note7 im Video

Samsung Galaxy Note7 im Hands-On

Design und Verarbeitung

Das Samsung Galaxy Note7 kommt in der gleichen Designsprache wie seine Verwandten Galaxy S7 und Galaxy S7 edge. Ein paar Veränderungen gibt es allerdings und diese sind zumeist positiv zu werten. Vor allem merkt man die Design-Idee der Symmetrie an vielen Stellen. Außer der Einbindung der Kamera und des dazugehörigen Blitzes, respektive Sensormoduls auf der Rückseite ist es an vielen Stellen spürbar, dass Samsung sich in der Hinsicht sehr bemüht. Der Rahmen ist beispielsweise von hinten wie von vorne gleich weit für die Krümmung der jeweiligen Fläche eingeschnitten. Das hat vor allem den Vorteil, dass das Galaxy Note7 besser in der Hand liegt als das Galaxy S7 edge, obwohl es etwas größer ist.

Die neue Farbkombination Blue Coral mit einer hellblauen Front- und Rückseite sowie einem goldenen Rahmen hört sich im ersten Moment weit kitschiger an, als sie beim Galaxy Note7 wirkt. Mit den beiden anderen Farben Schwarz und Silber bietet Samsung jedoch auch sehr stilsichere Komponenten an.

Das Gewicht von unter 170 g fühlen sich im ersten Moment noch etwas leichter an, als die nackte Zahl vermuten lässt. Für ein Metall-Glas-Phablet lässt es sich behände bedienen. Auch der S-Pen ist mit 3 g sehr leicht. Fast schon zu leicht für einen Stift, der noch dazu sehr schmal ist und dementsprechend mit spitzen Fingern bedient werden will.

Die Verarbeitung wirkt insgesamt sehr solide. Die Ausfräsungen im Rahmen sind nicht scharfkantig oder uneben und der Einschub der Speichererweiterung sitzt fest und mit durchgehend gleichen Spaltmaßen. Dazu kommt ein präzises Druckgefühl bei den Knöpfen und der Auswurf-Mechanik des S-Pens.

Ein weinendes Auge bleibt bei der Rückseite: Sie ist sehr schmutzanfällig und penible Gemüter werden das Putztuch täglich mehrmals zur Hand nehmen müssen. Daran schließt sich der zweite Kritikpunkt des Designs an: Die Note-Baureihe hat sich in ihrer Karriere von der S-Linie immer auch durch das Äußere differenziert. Hier muss man nun eher mit Einheitsbrei auskommen. Keine Frage, das Design ist gefällig, doch wer den Leder-Look des Note 4 bevorzugt wird mit dem Galaxy Note7 nicht glücklich.

Display

Das 5,7 Zoll große Display löst in QHD auf und bildet dementsprechend scharf ab. Auch die Blickwinkelstabilität konnte im ersten Test überzeugen. Hier gibt sich Samsung keine Blöße und verbaut ein wohl an der Perfektion kratzendes Display. Zwar werden die Pixeldichten eines Sony Xperia X Premium oder auch die der Verwandten Galaxy S7 oder S7 edge nicht erreicht, für das Auge jedoch sind diese Unterschiede im normalen Gebrauch nicht sichtbar.

Anders könnte das beim Einsatz mit der neuen Virtual-Reality-Brille Gear VR aussehen. Da das Display dann zweigeteilt und sehr nah am Auge verortet ist, werden High-End-begeisterte Fans eine noch höhere Auflösung vermissen. Nichtsdestotrotz liegt hier ein Display vor, das wahrscheinlich nur durch seine extremen Farben kritisiert werden wird.

Leistung, S-Pen und Ausstattung

Die Leistung des Samsung Galaxy Note7 kann beim ersten Test überzeugen. Allerdings konnten hier auch noch keine extrem fordernden Spiele oder Anwendungen getestet werden. Somit bleibt hier nur der ausführliche Test von inside-handy.de abzuwarten. Durch die Menüs und die Einstellungen rast das Note7 jedoch ohne Ruckler und Atempausen.

Die Ausstattung bietet einige spannende Funktionen und auch die Konnektivitätsliste ist mit dem Neusten des Neuen ausgestattet. Besonders hervor sticht der Iris-Scanner, der bisher eher aus den letzten Lumia-Modellen von Microsoft bekannt war. Dort hatte der biometrische Sensor einiges an Kritik einstecken müssen. Bei der Demo mit einem trainierten Note7 funktionierte der koreanische Kollege jedoch hervorragend. Sehr schnell und auch durch eine Brille hindurch entsperrte er nicht nur das Display, sondern auch gesperrte Ordner und Apps. Wie lange der Scanner braucht um ein Auge so schnell zu erkennen, muss sich allerdings erst in der Praxis beweisen.

Die von Samsung beschriebenen Funktionen des S-Pen liefen beim ersten Kontakt alle sehr flüssig und ohne Probleme. Auch gab es keine Verbindungsstörungen oder grobe Falscheingaben.

Software und Akku

Samsung installiert neben Googles Android 6.0.1 Marshmallow und Touchwiz einige S-Pen-Spezialitäten auf dem Galaxy Note7. Die Lupenfunktion sowie die Parallelnutzung zweiter Apps konnte im ersten Test ohne Probleme oder Ruckler gesteuert werden. Der Funktionsumfang kann in einem Hands-On nicht in seiner vollen Tiefe beurteilt werden, da das Galaxy Note7 vollgepackt ist mit Features und Software-Leckerbissen. Ob es am Ende dann vielleicht doch zu viel des Guten ist, wird der Test zeigen müssen. Eine Software-Neuerung, die positiv in das Auge gestochen ist, war jedoch die Zusammenlegung der Notizen-Apps Action Memo, Memo, S Note und Scriptbook, die nun als Samsung Memo gebündelt auf dem Note zu finden ist und einen recht großen Funktionsumfang umfasst.

Der Akku des Samsung Galaxy Note7 enttäuscht auf dem Datenblatt etwas, hat er doch nominell weniger Kapazität zu bieten als der des Galaxy S7 edge. Hier stehen 3.500 mAh 3.600 mAh gegenüber.

Fazit

Samsung will mit dem Galaxy Note7 Kunden ansprechen, die schon das Heranwachsen hinter sich haben und von einem Smartphone in jeder Hinsicht das Beste erwarten. So sollen Business wie auch Hardcore-Gamer mit dem Note7 bedient werden. Die Eigenständigkeit des Note7 liegt allerdings einzig und alleine auf der Stiftbedienung. Der Rest des Smartphones könnte auch eine Premium- oder Plus-Version des Galaxy S7 edge sein.

Trotz des Hakens der Produktplatzierung überzeugt das Samsung Galaxy Note7 im ersten Hands-On. Mit der gegenüber dem S7 edge verbesserten Haptik und dem riesigen Funktionsumfang, sowie den High-End-Bauteilen und der guten Verarbeitung könnte hier ein neuer Spitzenreiter in der Bestenliste der inside-handy.de-Tests herauskommen – Ob es dieses Ziel erreicht, muss jedoch erst der Test bei inside-handy.de zeigen.

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