Im Wartezimmer: Männer greifen schneller zum Smartphone

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Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem
Bildquelle: Secusmart GmbH / J.Hemmen
Im Auftrag von Kaspersky Lab haben die Universitäten Würzburg und Nottingham nun eine Studie veröffentlicht, die sich näher mit dem Phänomen Fear of missing out (FOMO) beschäftigt hat. Sie zeigt, wie schnell Männer und Frauen beim Warten ihr Smartphone in die Hand nehmen. Das Ergebnis zeigt: Frauen sind wohl geduldiger als Männer.

In der Studie wurden 95 repräsentative Menschen zwischen 19 und 56 Jahren untersucht. Davon kamen 59 Studienteilnehmer aus Deutschland und 36 aus Großbritannien. Insgesamt lag die Geschlechterverteilung bei 56 Frauen und 39 Männern, die zwei Wochen lang in ihrer Smartphone-Nutzung untersucht wurden. Die Studienergebnisse sollten das durch die Digitalisierung aufgetretene Phänoment FOMO untersuchen.

Die Angst, etwas zu verpassen

FOMO ist die Angst, etwas zu verpassen, und es soll sich um jene Angst handeln, die Menschen während des Wartens bereits nach durchschnittlich 44 Sekunden zum Smartphone greifen lässt. Das Ergebnis bezieht Männer und Frauen gleichermaßen, ein Blick auf die Forschungsergebnisse zeigt allerdings: Männer greifen wesentlich schneller, nämlich im Schnitt bereits nach 21 Sekunden zum Smartphone – Frauen hingegen schaffen es beinahe eine ganze Minute, ohne Smartphone in einer Warte-Situation zu verharren.

Probanden schätzten sich selbst falsch ein

Den Probanden selbst war die Schnelligkeit, mit der sie zum Smartphone griffen, nicht bewusst. Auf die Frage, wie sie selbst die Zeit eingeschätzt hätten, die ohne Smartphone verstrichen sei, antworteten die meisten mit zwei bis drei Minuten. „Das Experiment belegt, dass uns viel mehr an diesen Geräten liegt, als wir glauben“, erklärt Jens Binder von der Nottingham-Trent-Universität (NTU). „Wer heute alleine warten muss, greift ganz automatisch zum Smartphone. Dank des unmittelbaren Zugangs zu Information und Interaktion, den diese Geräte bieten, empfinden wir sie eher als digitale Begleiter und Tor zur Welt, denn als technische Produkte.“

Ursache und Wirkung noch unklar

Die Studie belegt auch, dass es einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Griffs zum Smartphone und der Angst, etwas zu verpassen, gibt. Astrid Carolus von der Universität Würzburg sagt dazu: „Je mehr die Probanden ihr Smartphone nutzen, desto stärker verspüren sie Angst, etwas zu verpassen, wenn sie nicht online sind. Es ist aber schwierig zu sagen, wo hier Ursache und Wirkung liegen. So bleibt offen, ob Menschen ihr Smartphone deshalb stärker nutzen, weil sie Angst haben, etwas zu verpassen, oder ob diese Angst erst über die intensive Nutzung hervorgerufen wird.“

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